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Highlights der Auto China 2016

Die Stars der chinesischen Hersteller

04/2016, Rundgang Auto China 2016 Jochen Knecht Foto: Jochen Knecht 61 Bilder

Kollektives Schwitzen auf der Pekings Automesse Auto China 2016. Weil die Klimaanlagen vor den Menschenmassen kapitulierten und die einheimischen Hersteller den erfolgsverwöhnten Autobauern aus Europa und den USA mächtig Dampf machen. Die Stars aus chinesischer Produktion im Überblick.

26.04.2016 Jochen Knecht 1 Kommentar

Chinas Wirtschaft boomt. Oder halt auch nicht. So genau kann das aktuell niemand sagen. Ist ja auch immer eine Frage des Standpunkts. So oder so: Die 1,3 Milliarden Chinesen haben Lust auf individuelle Mobilität, 2016 sollen 21 Millionen Neuwagen verkauft werden. Mit entsprechenden Auswirkungen auf die Auto China.

Europa und Amerika geben (noch) den Ton an

Die VW-Pressekonferenz legte die halbe Messe lahm, bei Mercedes wurde gleich der ganze Stand vom Sicherheitspersonal abgesperrt - zu voll. Aber warum eigentlich? Wegen der langen E-Klasse? Oder einem Audi-Elektro-Longboard? Oder dem Renault Koleos? Zum Teil schon, denn die klassischen Autobauer haben nach wie vor eine immense Anziehungskraft für die nach gesellschaftlichem Aufstieg strebenden Chinesen.

Besucher Auto China Gregor HebermehlFoto: Meng Cui
Schwitzen im Kollektiv: 1,3 Milliarden Chinesen haben Lust auf individuelle Mobilität. Entsprechend voll war es auf der Auto China 2016.
Die Stars der chinesischen Hersteller 5:08 Min.

Karlmann King ist mit Abstand der Größte

Aber halt nicht mehr nur. Längst werden auch die Messestände der lokalen Hersteller von Fans und Journalisten belagert. Weil dort die bekannten Dickschiffe wie FAW, Geely oder Changan Autos präsentieren, die sich zumindest optisch im internationalen Vergleich sehen lassen können. Und weil Newcomer wie LeSee oder IAT Automobile Spezialitäten mitgebracht haben, die den Nerv der Technik- und Blingblingbegeisterten Chinesen treffen.

Dass es dabei kaum Grenzen gibt, zeigt der Karlmann King von IAT Automobiles. Die Firma ist selbst in China als klassischer Autobauer unbekannt und arbeitete in der Vergangenheit vor allem als Designbüro und Hersteller von Concept-Fahrzeugen. Da muss als erstes Auto unter eigenem Namen schon ein Klopper her.

Auftrag erfüllt. Der Karlmann King ist ungefähr so groß wie ein deutsches Reihenmittelhaus, nutzt den Unterbau eines Allrad-LKW und schleppt eine Karosserie mit sich herum, die sich an modernen Stealth-Kampfjets orientiert. Für soetwas würde einem wahrscheinlich sogar ein russischer Oligarch den Vogel zeigen. Spätestens dann, wenn man ihm das Preisschild unter die Nase hält. Über 1,8 Millionen Dollar (!) möchte IAT für das Stück Schwerstmetall haben. Irre.

Ganz ohne Kopien geht es nicht

Gegen den Karlmann King wirkt das neue Topmodell von G. Patton fast zierlich, auch wenn der schlicht Patton genannt Superluxus-Panzerwagen mit einer Länge von 5,9 Metern defintiv nichts für überfüllte Innenstädte ist. Wichtig: Das Pseudo-Kriegsgerät sieht nur so aus, als könnte man damit ganz entspannt der nächsten Apokalypse entegegen rollen. Der Haken an der Sache: Ganz viel Plastik und sehr wenig echter Panzerstahl.

Thema Stahl: Den gibt's auch bei Dongfeng. In wenig stilsicherem Bronze wirbt ein kantiger Panzerwagen für die militärische Kompetenz des Multi-Konzerns. Ansonsten ist Dongfeng aber noch einer der Autobauer, der sich in Sachen Design gerne von Europa inspirieren lässt. Dongfeng-Limousinen sehen alle aus wie der VW Passat, die diversen SUV variieren zwischen Toyota und Land Rover. Je nach Einsatzzweck.

Ansonsten wirds aber langsam einsam um die Komplettkopien europäischer und amerikanischer Automodelle. Weil die meisten einheimischen Autobauer längst erfahrene Designer und Entwickler an Bord genommen haben, die den gesamten Entwicklungsprozess professionalisiert haben. Heißt: Gebaut wird, was Erfolg verspricht.

Heißt aber auch: Praktisch alle chinesischen Volumenmarken springen gleichzeitig auf den SUV- beziehungsweise. Crossover-Express auf. So richtig Spaß macht das nicht. Es ist ja aber nicht so, dass das Phänomen bei uns unbekannt wäre.

Und sonst so? Elektroautos. In allen Formen und Größen. Meist Serienmodelle, versteht sich. Als SUV, als Limousine, als Cabrio. Alles da. Und eben immer mehr professionelles Handwerk. Die ambitionierten Laubsägearbeiten kleiner Provinz-Autobauer sind nachhaltig vorbei. Schon schade, irgendwie.

Alle weiteren chinesischen Stars der Peking Auto Show zeigen wir oben in der Bildergalerie.

Neuester Kommentar

Wie auch immer Herr Haupt, ich hatte das Glück, einmal dieses Fahrzeug zu steuern. Es ist ein einmaliges Gefühl, wenn bei 260 km/h noch die Traktionskontrolle einsetzt. Diese von Ihnen benannten mauen 370 km/h konnte ich trotz sorgfältiger Auswahl meiner Fahrstrecken (A8 und A9) und relativ geringen Verkehrs nicht ausfahren. Es ist einfach zu gefährlich, mit mehr als 330 km/h zu fahren, da die Fahrbahn keine Rennpiste ist und man trotz weit entfernten Verkehrs an diesen regelrecht heranfliegt. Sie erinnern sich sicher an den Unfall eines Werksmercedes, bei dem eine junge Frau mit ihrem Baby einen tödlichen Unfall hatte. Wenn Sie mit deutlich mehr als 300 km/h unterwegs sind, sind Ihre Augen vor Ihnen auf den nächsten 800 bis 1000 Metern. Aber sicher nicht mehr im Rückspiegel. Wenn Sie mit dieser Geschwindigkeit an einem "normal" fahrenden Fahrzeug vorbeiziehen, ist die Lautstärke und der Luftdruck für den Fahrer des anderen Fahrzeugs schlicht erschreckend. Denken Sie daran, wenn Sie das Nächstemal von "mauen 370 km/h" sprechen. In diesem Land gibt es kein Dutzend Fahrer, die dieses Fahrzeug der Leistung entsprechend am Limit bewegen können. Beim nächstenmal hole ich Sie mit so einem Fahrzeug ab. Und Sie werden es selbst erleben: mit vollen Hosen ist gut stinken. Bis denne. Ernesto

chevichecker 10. Mai 2016, 19:39 Uhr
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