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"Auto der Woche"

Audi A2, ein Auto für betuchte Minimalisten

Audi A2, Auto der Woche, A2 Colour Storm Foto: Audi 21 Bilder

2001 brachte Audi den A2 1.2 TDI als Dreiliter-Auto auf den Markt. Drei Zylinder, Start-Stopp-Technologie, Alu-Karosserie und ein Normverbrauch von 2,9 Liter. Damals revolutionär. Heute wissen wir, das Modell kam 12 Jahre zu früh.

16.04.2013

Der aus heutiger Sicht als Mini-Van einzustufende Audi A2 besaß als erstes Großserienfahrzeug eine Aluminiumkarosserie, die auf der Audi-Space-Frame-Technologie basierte. Durch das Leichtbau-Konzept brachte der A2 ein Leergewicht von nur 895 Kilogramm an den Start und sparte so rund 150 kg gegenüber einer konventionellen Stahlbauweise ein.

Für auto motor und sport war der Audi A2 zur damaligen Zeit schlichtweg "ein Auto für Minimalisten. Wenig Hubraum. Kompakt. Formal eher eine futuristische Telefonzelle als ein Automobil. Kaum massenkompatibel. Und zum Serienbeginn nur mit einem Benzinmotor lieferbar."  Denn schließlich begann das Audi A2-Produktleben nicht mit dem Drei-Liter-Modell sondern 2 Jahre früher mit dem 1,4-Liter-Benziner und 75 PS.

A2-Tank war "ein schlechter Witz"

Aus Gewichtsgründen wurde dem Alu-Van nur ein 34-Liter-Tank eingebaut, was auto motor und sport seinerzeit "einen schlechten Witz" nannte. Der Vierzylinder, der den A2 trotz seiner 75 PS ordentlich auf Trab hielt, verbrauchte im Testmittel rund  7,5 Liter/100 Kilometer. Dementsprechend war man mit dem Audi A2 ein häufiger Gast an der Tankstelle. Daran änderte auch der niedrige Luftwiderstandsbeiwert (0,28) wenig. Erst ein Jahr nach Markteinführung schob Audi den 1,4-Liter-TDI mit ebenfalls 75 PS hinterher.

Trotz seiner numerischen Einstufung unter dem A3 war der 3,83 Meter lange Audi A2 jedoch kein Winzling. Die gute Raumausnutzung sorgte für ein ordentliches Platzangebot, die Rücksitze konnten nicht nur umgeklappt, sondern auch heraus genommen werden und der Kofferraum bot mit 390 Litervolumen bei aufrechter Rückbank ordentlich Platz.

Einzig das Design des Audi A2 war damals gewöhnungsbedürftig – heute würde man es zeitlos nennen. "Der A2 rollt in so auffälliger Bauhaus-Optik daher, dass sogar ein Linienbusfahrer auf der schwäbischen Alb in die Bremse tritt und mitten auf der Straße kommentiert: Innen ist mein Bus aber hübscher gemacht“, notierte auto motor und sport im Jahr 2000.

Ein Winzling bei Preis war der Audi A2 ebenfalls nie. Der 1.4-Liter-Basis-Benziner schlug seinerzeit mit kräftigen 31.978 Mark zu Buche, wer in einige Extras wie Leichtmetallräder, Klimaautomatik, seitliche Kopfairbags vorne und elektrischen Fensterheber hinten investierte, kam auf stolze 38.000 Mark. Zu diesem Preis gab es damals bereits einen BMW 316ti compact.

Audi A2 als erstes fünftüriges Dreiliter-Auto

Als Höhepunkt der A2-Modellreihe präsentierte Audi 2001 das erste in Großserie gebaute, fünftürige Drei-Liter-Auto, den A2 1.2 TDI 3L zum Preis ab rund 35.800 Mark. Der Alu-Anteil an der Karosserie wurde nochmal erhöht, der cW-Wert auf 0,25 verbessert, eine feste, nicht umklappbare Rückbank installiert, der Tank auf 21 Liter verkleinert und weitere kleine Modifikationen vorgenommen. Der 1,2-Liter-Pumpedüse-Diesel war mit einem automatisierten Fünf-Gang-Getriebe (Tip-Tronic) gekoppelt und hatte laut auto motor und sport einen "Testverbrauch von 3,8 Liter unter ganz normalen Alltagsbedingungen".

Im Jahr 2002 vergrößerte Audi die Tanks der A2-Modelle auf 42 Liter und bot für den 1.2 TDI 3L eine kostenlose Tankerweiterung auf 34 Liter an. Zudem wurde die Motorenpalette um einen 110 PS starken 1,6 FSI-Motor erweitert. Doch alle Modellpflegemaßnahmen fruchteten nicht. Die Absatzzahlen gingen weiter zurück. Die bei Modellstart angestrebten 60.000 Stück pro Jahr erreichte Audi in keinem der Produktionsjahre. Im Juli 2005 stellte Audi die Produktion des Audi A2 ein – das Drei-Liter-Auto wurde lediglich 6.500 Mal verkauft.

Heute, 12 Jahre später, erfreut sich der Audi A2 jedoch starker Nachfrage. Damals zu futuristisch passt das A2-Konzept heute genau in die Zeit. Entsprechend begehrt sind Gebrauchte A2. Selbst mit 60.000 Kilometern auf der Uhr werden noch rund 7.000 Euro aufgerufen.

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