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Auto der Woche

Bitter CD, der Opel-Italo-Sportler

Bitter CD Foto: Hersteller 10 Bilder

Was Opel ab Werk nicht liefern konnte stellte Automobilenthusiast Erich Bitter 1973 in Eigenregie auf die Räder. Ein italienisch angehauchtes Sportcoupé mit der Technik des Opel Diplomat B - den Bitter CD.

25.03.2014 Uli Baumann

In den 60er Jahren engagierte sich Erich Bitter als Importeur für Intermeccanica-Sportwagen aus Italien. Angetan von deren Gesamtkonzept, aber enttäuscht von deren Umsetzung machte sich Erich Bitter 1971 daran einen eigenen Sportwagen mit GM-Technik aufzubauen. Unterstützt von Opel und in enger Zusammenarbeit mit dem Stuttgarter Karosseriebauer Baur entstand so auf der um 16 cm gekürzten Plattform des Opel Diplomat B der Bitter CD, der auf der IAA 1973 vorgestellt wurde.

Rassiges Design gepaart mit viel Komfort

Das Design des Bitter CD orientierte sich an einer Opel-Studie aus dem Jahr 1969 und einem Entwurf von Pietro Frua, der für Fiat und Maserati gearbeitet hatte. So ging der Bitter CD auf der IAA 1973 auch bei vielen Betrachtern als Italiener durch. Insgesamt entstanden bei Baur zwischen 1974 und 1979 weitestgehend in Handarbeit 395 Exemplare des rund 60.000 Mark teuren CD. Mehr als die Hälfte davon sind noch erhalten und in der Regel in festen Sammlerhänden.

Die herrschen damit über einen 230 PS starken 5,4-Liter-V8, der dem Bitter CD vor allem eine überzeugende Laufkultur bescherte. Zum echten Sportler machte das GM-Aggregat den 1.750 Kilogramm schweren Bitter CD allerdings nicht. Knapp 210 km/h Höchstgeschwindigkeit und ein Spurtvermögen von 10,3 Sekunden waren ordentlich, aber nicht üppig. Zu sportlichen Anspruch hätte auch die ausschließlich verfügbare Dreigang-Automatik nicht gepasst. So suchte sich der Bitter CD seine Nische als komfortabler Reisegleiter mit viel Verwöhnaroma und exklusivem Auftritt. Der Edel-Bitter machte quasi auf Zart-Bitter.

Bitter CD mit Tacho bis 300 km/h

Auch im Innenraum konnte der Bitter CD zu seiner Zeit glänzen. Üppige Veloursessel - auf Wunsch gab es auch Ledersitze - nahmen die Passagiere auf, im Fond allerdings nur Kurzgewachsene. Viele Bedienelemente und Anzeigen stammten aus dem Opel-Regal, wurden aber in einem Palisanderholzambiente neu arrangiert. Der Tacho reicht gar bis 300 km/h und gab sich herablassend gar nur mit 50er Schritten ab. Platz für Gepäck gab es auch. Rund 170 Liter durften mit auf die Reise und es sich unter der großen Glasheckklappe bequem machen. Und die hatte es in sich. Mit Heizdrähten bewehrt, listete der Ersatzeilkatalog einen Preis von 1.300 Mark - dafür bekam man seinerzeit schon einen kompletten Tauschmotor für einen Kadett.

Heute liegen Bitter CD-Modelle weit über ihrem Neuwagenpreis. Sollte sich tatsächlich ein Sammler von einem trennen, so werden mitunter Preise von deutlich über 25.000 Euro verlangt und bezahlt. Bitter ist damit am Bitter CD heute, keinen bekommen zu können, wenn man denn tatsächlich einen haben möchte.

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