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"Auto der Woche"

BMW 8er, seiner Zeit zu weit voraus

BMW 850i - 850 CSi, Frontansicht Foto: Hardy Mutschler 25 Bilder

Es ist beinahe 25 Jahre her, dass im Mai 1989 der erste 8er BMW produziert wurde. Leider bekam der Gran Turismo in den gesamten 10 Jahren seines Produktionszeit nicht die Anerkennung, die er verdient hätte.

22.04.2014 Philipp Julius Schwab

Trotz seiner Ausmaße - der 8er ist 4,78 Meter lang, 1,86 Meter breit und 1,34 Meter hoch -  ist der 8er BMW vom Design her eher zurückhaltend. Seine Form ist "klassisch-schön GT" und er zeigt sich anmutig bis hin zur schick modellierten Abrisskante. Diese Optik verschafft ihm damals einen cw-Wert von 0,29 und damit schon die erste technische Überlegenheit gegenüber vergleichbaren Fahrzeugen anderer Hersteller. Die Karosserie stammt übrigens nicht von italienischen Designern wie Pininfarina oder Bertone sondern vom BMW-Designer Klaus Kapitza.

Der 8er BMW erinnert optisch an den legendären BMW M1 aus den 70er Jahren, tritt aber nicht dessen direkte Nachfolge an. Der intern E31 genannte 8er beerbt den 6er BMW als zweitüriges Coupé für die "große Tour".

BMW 850CSi für 180.000 Mark

Zu Beginn war der BMW 8er nur als 850i, mit einem Fünfliter-V12 aus dem 7er BMW mit 299 PS, zu bekommen. Der Neupreis lag damals bei 135.000 Mark. Bei der Schaltung konnte man sich zwischen einem Sechsgang-Schaltgetriebe und einer Vier-Stufen-Automatik entscheiden. So schaffte der BMW 850i einen Spurt von Null auf Tempo 100 in 6,8 Sekunden. Bei 250 km/h regelt die Elektronik den Vortrieb ab. Im Herbst 1992 wurde die Modellpalette um das Top-Modell, den BMW 850CSi erweitert. Er bekam einen 5,6-Liter-V12 mit 380 PS. Das senkte die Beschleunigungszeit aus dem Stand auf 100 km/h auf 6,0 Sekunden. Zum Vergleich: Ein Mercedes CL 600, ebenfalls ab Herbst 1992, mit einem Sechsliter-V12 und 394 PS brauchte 6,6 Sekunden auf Tempo 100. Bis zum Ende der Produktion der 8er Reihe im Mai 1999 blieb der 850CSi mit einem Kaufpreis von 180.000 Mark das teuerste Modell im gesamten BMW Portfolio.

Doch nicht nur die Motoren zeigten das zu der Zeit machbare. Im Innenraum konnten sich Fahrer und Beifahrer an den technischen Vorzügen erfreuen. Das Fahrdynamik-Paket im BMW 850CSi war elektronisch gesteuert und enthielt eine ASC genannte Anti-Schlupf-Regelung. Ein weiteres Dynamik-Plus für die Insassen bietet auch die damals neue Integral-Hinterachse mit fünf Quer- und Längslenkern. Desweiteren gab es eine Climatronic mit automatischer Umluftkontrolle und eine elektrisch verstellbare Lenksäule. Die Aufpreisliste ließe sich beliebig Fortführen. Bei guter Pflege funktioniert das CAN-BUS gesteuerte System stabil. Das schützt vor hohen Reparaturkosten.

Doch trotz aller technischen Finessen blieb der erwartete Erfolg aus. In zehn Jahren verkaufte BMW von der 8er Reihe lediglich 30.600 Stück. Die Verkaufsbedingungen wurden auch durch die weltweite Rezession in den 90er Jahren und den ersten Golfkrieg und die damit verbundene Energiepreiserhöhung erschwert. In den USA erhoffte sich BMW höhere Verkaufszahlen, allerdings erwarteten die Käufer auf diesem Markt von so einem Fahrzeug mehr Leistung. 1997 stoppte BMW dann den Verkauf nach Nordamerika.

Wer interesse an diesem interessanten Teil der bajuwarischen Automobilgeschichte hat, muss sich auf dem Gebrauchtwagenmarkt umsehen. Ein 850i beginnt bei 10.000 Euro. Modelle vom 850CSi mit geringer Laufleistung beginnen jenseits der 25.000-Euro-Marke.

Vier Jahre nach dem Ende des 8er BMW trat, mit dem E63 genannten, ein 6er die Nachfolge an. Dieses Wechselspiel zwischen 8er und 6er lässt sich in Zukunft fortsetzen, denn BMW hat 2013 die Coupé-Designstudie "Gran Lusso", auf Basis des 2015 erscheinenden 7er BMW, vorgestellt. Damit erhält der zukünftige 8er BMW vielleicht in naher Zukunft die Anerkennung, die sein Vorgänger damals nicht bekommen hat.

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