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"Auto der Woche"

Hummer H2, der wahre SUV

Hummer H2,GM,03/2014 Foto: GM 18 Bilder

Viel Platz, eine luxuriöse Ausstattung, einfaches aber wirkungsvolles Design gepaart mit hoher Geländegängigkeit. Der Hummer H2 war General Motors Interpretation eines SUV mit der sie voll ins Schwarze getroffen haben. Zumindest zeitweise.

18.03.2014 Philipp Julius Schwab

Hummer H2 in zivilem Kleid

Als optisches Vorbild dient dem H2 der für militärische Zwecke gebaute Hummer M998, Pseudonym "Humvee". Er bekam die steile, fast schulterhohe Front mit den runden Scheinwerfern, die eckigen, überdimensionierten Ausmaße und sogar die Air-Lift-Hooks (für den Transport per Hubschrauber) auf der Motorhaube. Gegenüber der Militärversion misst der H2 in der Breite knapp 2 Meter im Gegensatz zu 2,16 Metern.

Mobil macht den drei Tonnen schweren Hummer ein 321 PS starker 6,0-Liter-V8-Vortec-Motor mit 415 Nm Drehmoment. In Verbindung mit der 4-Stufen-Automatik rollt der H2 in 11,0 Sekunden auf 100 km/h. Sportlichkeit sieht sicherlich anders aus; Respektiert man aber die Größe und den Komfort, gemessen an europäischen SUV-Varianten, relativiert sich die Frage nach höherer Dynamik. Aufgrund des hohen Schwerpunktes und der Geländereifen endet der Vortrieb bei elektronisch abgeregelten 160 km/h. Der 121-Liter-Benzintank reicht, bei einem Verbrauch von über 25 Litern auf 100 Kilometer, knapp 500 Kilometer.

Hummer-Ausstattung

Serienmäßig gibt es für den Innenraum bequeme Ledersitze, in denen Passagiere wirklich jeder Statur ausreichend Platz finden. Die Bestuhlung für Fahrer und Beifahrer lässt sich elektrisch in allen erdenklichen Positionen ein- und verstellen. Über die Tasten am Lenkrad steuert man den Tempomat und den Surround-Sound der Bose-Anlage. So ausgestattet bezahlte man seinerzeit für einen neu importierten H2 circa 70.000 Euro. Günstig, im Vergleich zu SUV-Modellen von Mercedes Benz ML, BMW X5 und Audi Q7 die mit ähnlicher Ausstattung deutlich an der 100.000 Euro-Marke kratzten.

Bei der Modellpflege 2008 spendierte GM seinem Riesen einige Erneuerungen im Bereich der Antriebstechnik und des Innenraums. Ein 398 PS starker 6,2-Liter-V8, ebenfalls von Vortec, kommt in Verbindung mit einer 6-Stufen-Automatik. Aus dem Stand auf 100 km/h vergehen lediglich noch 7,8 Sekunden. An der Endgeschwindigkeit ändert das nichts. Die größte Änderung im Innenraum fand im Bereich der Armaturen statt. Hier wurde Zeitgemäß aufgeräumt. Zusätzlich gibt es jetzt Gurtstraffer für die Fahrer- und Beifahrersitze und beheizte Wischwasser-Düsen serienmäßig.

Typisch Hummer mit Ecken und Kanten

In einem Artikel  von auto motor und sport im März 2004 beschreibt Redakteur Götz Leyrer den Erfolg des Hummer so: "In den Staaten verkauft sich der H2 wie geschnitten Brot. Erstens, weil er gut aussieht. Ein Auto gewordener Beweis dafür, wie einfach Design sein kann. Der Hummer steht da, als sei er von einer Abkantmaschine geformt worden. Eckig, brutal, gewaltig. Kein Wunder, dass Gouverneur Schwarzenegger zu seinen Fans gehört. Zweitens, weil er alles kann – wenn man von seiner in den USA ohnehin nebensächlichen High-Speed-Schwäche einmal absieht".  Er kann bis zu sechs Personen komfortabel befördern und meistert sich durchs Gelände ebenso wie durch den urbanen Verkehr. Hier, unterstützt durch die direkte Lenkübersetzung, lässt sich der Über-SUV spielend leicht manövrieren. Beim Parken hilft die Kamera am Heck. Bei Tiefgaragen und Parkhaus-Besuchen gilt es die Mindesthöhe von 2 Metern zu beachten. Majestätisches Dahingleiten auf Landstraße oder Autobahn? Jederzeit! Ganz ohne moderne Helfer, wie adaptive Fahrwerkstechnik, kommen die Reisenden im Hummer H2 an ihre Ziele. Und die können das ein oder andere Mal abseits der geteerten Fahrwege liegen.

In der Disziplin "Gelände" hilft, je nach Untergrund, die Differentialsperre in Verbindung mit den verschiedenen Getriebeuntersetzungen. Wo ein Q7 oder X5 stecken bleiben, wühlt sich der H2 mit einer angegebenen Wattiefe von 50 cm durch widriges Terrain. Er erklimmt Stufen oder Felsen bis zu einer Höhe von 40 cm. Als hilfreich, beim Fahren und Rangieren, erweist sich hier die kastige Bauweise. Sein luftgefedertes Fahrwerk inklusive Niveauregulierung lässt ihn mühelos über alle Unebenheiten hinweg fahren. Gegen Beschädigungen im Gelände durch Steine oder Felsen ist der Unterboden speziell durch Unterboden-Platten geschützt. Hierzulande bekommt man für seinen SUV lediglich eine optische Aufwertung die an Offroad-Abenteuer erinnert, funktional jedoch unterliegt.

Hummer-Comeback?

Ein Gebrauchter H2 ab Modelljahr 2008 kostet mit 50.000 km etwa 30.000 Euro. Mit Glück bekommt man sogar einen mit nachgerüsteter Flüssiggas-Anlage.  Die Gebrauchtwagenlage ist ansehnlich und die derzeit einzige Möglichkeit einen H2 zu bekommen, denn General Motors hat die Produktion im Jahr 2010 nach etwa 150.000 verkauften Exemplaren eingestellt. Der Spritschlucker hatte seine Zeit überlebt und war einfach zu wuchtig. Der Versuch die Marke Hummer nach China zu verkaufen schlug im Jahr 2010 fehl. Ob es eine Fortsetzung der Hummer-Ära gibt, bleibt abzuwarten. Ein Comeback mit wirtschaftlicheren Motoren wäre denkbar. Der H2 ist durch seine unverkennbaren optischen wie technischen Eigenschaften der ideale SUV - allerdings ein sehr großer.

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