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"Auto der Woche"

Opel Calibra, Manta-Erbe und cW-Weltmeister

Opel Calibra Foto: Opel 29 Bilder

Der Opel Calibra kam 1990 auf den Markt. Das Sportcoupé basierte auf der Plattform des Opel Vectra und beerbte den kultigen Manta.

19.03.2013 Thomas Gerhardt

Mitte der 1980er Jahre sah sich die Deutsche Autoindustrie einer wachsenden Bedrohung im Segment der sportlichen Coupés gegenüber. Japanische Marken wie Toyota, Mazda und auch Honda konnten mit attraktiven Modellen die hiesige Kundschaft anlocken und erfreuten sich einer wachsenden Fan-Gemeinde. Eine Antwort von den deutschen Herstellern war also dringend nötig. VW schickte 1988 den Corrado ins Rennen, Opel präsentierte auf der IAA 1989 den neuen Calibra.

Opel Calibra leistete bis zu 204 PS

Das 2+2-sitzige Sportcoupé ging 1990 in den Handel und beerbte den sehr erfolgreichen Opel Manta, dessen Produktion bereits zwei Jahre zuvor eingestellt wurde. Da der Opel Calibra auf dem Vectra basierte, wurde er nicht wie der Manta über die Hinterräder, sondern über die Vorderachse angetrieben. Ein allradgetriebenes Modell mit Visco-Kupplung kam aber noch im selben Jahr auf den Markt.

Befeuert wurde der Opel Calibra zunächst von einem Zweiliter-Vierzylinderbenziner, der in zwei Leistungsstufen angeboten wurde. Das Basistriebwerk stammte aus dem Vectra und leistete 116 PS. Die zweite Version mit 16 Ventilen und obenliegenden Nockenwellen brachte es auf 150 Pferdestärken. Das Turbo-Aggregat mit 204 PS und 280 Nm wurde ab 1992 angeboten, war allerdings ausschließlich dem Allrad-Calibra vorbehalten. Ein Jahr später ergänzte Opel die Motorenpalette um einen V6-Benziner mit 170 PS.

Zusammen mit der aufwendig konstruierten Schräglenkerachse mit Teleskopstoßdämpfern (die Vectra-Basis hatte nur eine einfachere Verbundlenkerachse zu bieten), mutierte der Opel Calibra zum agilen Alltagsbegleiter. Bereits die Basisversion beschleunigte in rund 10 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h und ließ sich flink in Kurven schmeißen. Auf der Autobahn war eine Spitzengeschwindigkeit von knapp über 200 km/h möglich. Schnellstes Modell war der Calibra Turbo, der dank seines Allradantriebs in unter sieben Sekunden auf Tempo 100 raste und bis zu 245 km/h schnell wurde.

Opel Calibra mit Bestwert beim Luftwiderstand

Neben den (zu der damaligen Zeit) leistungsstarken Motoren und den tollen Fahrwerten hatte der Opel Calibra aber noch weit mehr zu bieten. Zum Beispiel das (auch heute noch) moderne Karosseriedesign. Seine Schießscharten-artigen Scheinwerfer waren nur sieben Zentimeter hoch und verpassten dem Coupé schon deshalb einen bösen Blick. Die Gürtellinie steigt flach nach hinten an und endet in muskulösen Schulterpartien oberhalb der Hinterräder. Das Heck darf durchaus als bullig bezeichnet werden.

Geschneidert wurde der Anzug des Calibra von Erhard Schnell, der dem Coupé nicht nur eine dynamische Hülle sondern auch einen spektakulären cW-Wert von 0,26 bescherte - 1990 eine Bestmarke, 2013 immer noch ein Topwert.

Auch die Ausstattung des Opel Calibra konnte sich sehen lassen. Eine Servolenkung, Sportsitze, Leichtmetallfelgen und getönte Scheiben waren serienmäßig an Bord, Airbags für Fahrer und Beifahrer wurden ab 1993 zum Standard. Angeboten wurde der Opel Calibra zu Preisen ab 36.900 D-Mark. Das Top-Modell, der Turbo 4x4 wurde 1993 für knapp unter 50.000 D-Mark verkauft.

Auch auf der Rennstrecke erfolgreich

Aufgrund der moderaten Preise erfreute sich der Opel Calibra großer Beliebtheit. Zudem unterstützten sportliche Erfolge im Rallye-Sport und der DTM den Hype um das schnittige Sportcoupé aus Rüsselsheim. Über den gesamten Produktionszeitraum von 1990 bis 1997 baute Opel knapp 240.000 Exemplare des Calibra (teilweise auch beim finnischen Auftragsfertiger Valmet) mehr als 100.000 davon gingen an deutsche Kunden. Angeboten wurde der Calibra aber auch in Australien (Holden Calibra), in Großbritannien (Vauxhall Calibra) und in Südafrika (Chevrolet Calibra).

Zu den Raritäten der Straße gehört der Opel Calibra hierzulande mit Sicherheit nicht. Gut erhaltene Fahrzeuge im Originalzustand werden aber immer seltener, was vor allem daran liegt, dass viele Exemplare im Tuning-Wahn aufs Abenteuerlichste verbaut worden sind.

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