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Auto-Emotion

Neue Opel-Modelle

Foto: Nextline 10 Bilder

Neue Kleinwagen, zwei Coupé-Cabrios, ein Roadster, ein SUV als Frontera-Ersatz und Crossover-Tourer wie der Insignia sollen Opel bis 2007 wieder auf die Erfolgsspur führen. Die Gene des nächsten Vectra werden sich unter anderem bei Saab, Saturn, Chevrolet und Cadillac wiederfinden.

07.12.2004

Trotz massivem Arbeitsplatzabbau und drohendem Verlust der Selbstständigkeit unter GM-Diktat wird es auch weiterhin Opel-Automobile geben - und die Zukunft sieht gar nicht mal so schlecht aus.

Schon nächstes Jahr steht mit der Erneuerung des Zafira ein wichtiger Modellwechsel an, außerdem werden 2005 der Astra GTC und die facegelifteten Versionen von Vectra und Signum eingeführt.

2006 geht es Schlag auf Schlag: Gleich zum Jahresanfang bringt Opel das Astra Coupé-Cabrio. Sein dreiteiliges Falt-Hardtop wird vom Dachsystem-Zulieferer CTS beigesteuert. Durch eine ausgeklügelte Kinematik beansprucht es in geöffnetem Zustand nur wenig Platz im Heck, so dass die Karosserie-Proportionen nicht verschandelt werden.

Zweite Neuheit für 2006 ist ab Sommer der Frontera-Nachfolger. Er basiert auf der in Paris gezeigten Studie Chevrolet S3X (Theta-Plattform) und wird wie der zeitgleich eingeführte Chevy in Korea bei Daewoo gebaut, wo das Auto auch komplett entwickelt wurde. Im Gegensatz zum siebensitzigen Chevrolet ist der kürzere Opel bei gleichem Radstand als Fünfsitzer ausgelegt und weist ein etwas weicheres, weniger macho-haftes Styling auf. Der Opel-SUV verfügt über permanenten Allradantrieb und wird mit drei Motor-Varianten angeboten: 2,8-Liter-Twin-Turbo-V6-Benziner, 2,2 Liter-Vierzylinder-Benziner und Zweiliter-Turbodiesel.

Dieser Turbodiesel sorgte für schwere atmosphärische Störungen innerhalb des Antriebs-Jointventures zwischen GM und Fiat. Denn eigentlich haben beide Partner mit dem 1.9 JTD von Fiat einen idealen Motor für diesen Geländewagen. Da aber die Fiat-Auto-Spitze Daewoo als direkten Konkurrenten sieht, wurde die Abgabe dieses Triebwerks von den Italienern verweigert. Die Folge: Dem Jointventure entgegen bei einem Auftragsvolumen von jährlich 250.000 Motoren, die auch in anderen Daewoo/Chevrolet-Baureihen verwendet werden sollen, 150 Millionen Euro per annum, und GMmuss in Entwicklung und Produktion einer komplett neuen Turbodiesel-Motorenfamilie (1,5 bis zwei Liter Hubraum) mindestens eine halbe Milliarde Euro zusätzlich investieren.

Ein Zulassungstrick ermöglicht den Roadster-Transfer von Pontiac zu Opel

Eine zweite Kooperation klappt anscheinend besser. 2006 kommt auch die Neuauflage des Corsa, der technisch eng mit dem bereits 2005 debütierenden neuen Fiat Punto verwandt ist und dessen Basisentwicklung unter deutscher Regie in Turin erfolgte. Beide Modelle teilen sich rund 60 Prozent aller kostenintensiven Bau-Elemente, was die Fertigung um bis zu 30 Prozent günstiger machen soll.

Das 2006er-Neuheiten-Quartett von Opel vervollständigt im letzten Quartal ein Roadster als Nachfolger des Speedster. Der Zweisitzer basiert auf der sogenannten Kappa-Plattform des Pontiac Solstice/Saturn Sky, hat ein Stoffverdeck und soll unter 30.000 Euro angeboten werden. Eigentlich eignet sich diese hinterradgetriebene Plattform nicht für Europa, weil sich damit nicht die ab 2006 gültigen Fußgängerschutz-Bestimmungen erfüllen lassen. Doch diese Hürde umgeht Opel mit einem Zulassungstrick. Denn wenn bereits 2005 einige Solstice in Europa eingeführt werden, zählt der Opel Roadster als Derivat des Pontiac und fällt somit nicht unter die neue Vorschrift.

2007 dann läuft die Neuauflage des Agila an, wieder in Kooperation mit Suzuki (Wagon R) – allerdings mit breiterer Spur, niedrigerer Karosserie und höherwertiger Qualitätsanmutung. Die Studie Trixx hingegen lässt sich nicht so einfach realisieren, weil die Kürze des Autos keinen brauchbaren Fondraum und keine sichere Tankanordnung erlaubt.

Nächster Vectra unter anderem als Coupé-Cabrio und Crossover

Im gleichen Jahr wie der Agila ist auch der Nachfolger des Vectra fällig. Weil klassische Limousinen in diesem Segment auf dem Rückzug sind, denkt auch Opel über alternative Karosseriekonzepte nach: Definitiv angegangen werden ein Vectra Coupé-Cabrio mit elektrohydraulischem Stahl-Klappdach sowie ein Crossover-Modell als Mischung zwischen Kombi und SUV.

Die zweite Generation der Vectra-Plattform (Epsilon) ist so ausgelegt, dass alle Derivate von GM, Saab und Opel weltweit produziert werden können. Schwestermodelle werden beispielsweise der nächste Saab 9-3, der Chevy Malibu, ein Mittelklasse-Saturn und der kleine frontegriebene Cadillac (Debüt 2010) sein.

Noch in der Schwebe ist die Zukunft des Insignia. Ein erster Business-Plan – angenommen wurden 30.000 Einheiten jährlich zu Preisen zwischen 35.000 (1.9 DTi) und 45.000 Euro (V8) – erwies sich als nicht haltbar. Jetzt erfolgt eine Neuberechnung unter Einbeziehung der Marke Saab, wo der Nachfolger des 9-5 auf die gleiche Hinterradantriebs-Plattform mit Option auf Allradantrieb gestellt werden könnte. Formal schwebt den Opel-Mannen beim Insignia aber keine Limousine mehr vor, sondern eher ein Tourer im Crossover-Look.

Mal sehen, ob´s wirklich was wird. Beim obersten GM-Entwickler Bob Lutz schwingt Skepsis mit: "Mit großen Autos hat sich Opel immer schwer getan. Jede Marke hat eben ihre Grenzen. Es wird Zeit, dass Opel seine Grenzen akzeptiert.“

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