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Auto-Experten

Russland bald wieder Wachstumsmarkt

MajorCity Foto: press-inform 10 Bilder

Nach dem beispiellosen Absatzeinbruch in diesem Jahr wird der russische Automarkt nach Expertenmeinung bald wieder zu den dynamischsten der Welt zählen.

25.09.2009

"Die aktuellen Zahlen sind dramatisch. Sie ändern aber nichts an dem Grundsatz, dass Russland zu den größten Wachstumsmärkten der Zukunft gehören wird", sagte der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft, Klaus Mangold, am Freitag (25.9.) auf der IAA in Frankfurt.

Nachfrage übersteigt russische Kapazitäten

Nach Schätzungen der Unternehmensberatung Roland Berger wird sich der Autoabsatz bis zum Ende des kommenden Jahrzehnts auf 3,6 Millionen Stück mehr als verdoppeln. Für 2009 erwarten Branchenkenner ein Marktvolumen von lediglich 1,4 Millionen Fahrzeugen, 2008 waren in Russland 2,9 Millionen Neuwagen verkauft worden. Die wichtige strategische Nachricht für die deutschen Hersteller sei, dass die Automobilnachfrage die Kapazitäten russischer Autobauer von etwa 1,7 Millionen Fahrzeugen weit übersteigen werde, betonte Ralf Kalmbach von Roland Berger.
 
Zudem seien die Produktionsstrukturen bei Awtowas (Lada) oder Gaz völlig veraltet, und der Mut zur Erneuerung fehle den Beteiligten bislang. Hoffnung gibt auch die geringe "Autodichte" von 200 Autos pro 1.000 Menschen in Russland. In Deutschland kommen auf 1.000 Menschen 566 Autos.

Deutsche Hersteller wollen vom Boom profitieren
 
Von dem erwarteten Wachstum wollen auch die europäischen und deutschen Hersteller profitieren. So setzt die designierte Opel-Mutter Magna mit ihren russischen Partnern Sberbank und Gaz darauf, den Marktanteil Opels in Russland deutlich auszubauen. Dazu soll der marode Autobauer Gaz sowohl Fertigungskapazitäten als auch sein umfassendes Vertriebsnetz zur Verfügung stellen.
 
Im laufenden Jahr litten die deutschen Hersteller allerdings überdurchschnittlich unter dem Absatzeinbruch in Russland. Nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) gingen die deutschen Autoexporte dorthin im ersten Halbjahr um 80 Prozent, die Nutzfahrzeugausfuhren um 87 Prozent zurück. "Wir können heute noch nicht sagen, wann der Wendepunkt erreicht wird", sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann. Kein anderes Land habe einen derart dramatischen Absatzeinbruch erlebt. Der zweite große Wachstumsmarkt China legte sogar etwas zu.
 
"Deshalb begrüßen wir die Überlegungen der Regierung, Rahmenbedingungen für eine Belebung des russischen Marktes zu schaffen", sagte Wissmann. Er warnte die "russischen Freunde" aber eindringlich vor der Umsetzung einer Abwrackprämie, die nur die Anschaffung von in Russland hergestellten Neuwagen begünstigt. Auch Mangold appellierte an Moskau: "Ich kann nur modernisieren, wenn ich den Druck des internationalen Wettbewerbs habe."

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