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Auto-Film "Fast & Furious Five"

Crash im Kasten für Action-Movie

Fast & Furious Five, Paul Walker (links) und Vin Diesel Foto: Universal Pictures 30 Bilder

Mit "Fast & Furious Five“ kommt am 28. April 2011 der fünfte Teil des Auto-Films in die deutschen Kinos. Wir stellen die Fahrzeuge vor und sprechen mit Dennis McCarthy, dem Car Coordinator.

28.04.2011 Powered by

Wenn Hollywood einen Auto-Streifen dreht, ruft man Dennis McCarthy. Der Muscle Car-Fan hat auch den Fuhrpark für den fünften "Fast & Furious"-Film besorgt und die heißen Boliden für die spektakulären Stunt-Szenen aufgerüstet. Kaum ein Auto überlebte bis zum Ende der Dreharbeiten.

Auto-Film "Fast & Furious Five": Crash im Kasten für Action-Movie 2:14 Min.
Mr. McCarthy, wie viele Autos haben Sie als Kind im Sandkasten zerstört?

Dennis McCarthy: Unzählige, das kann ich Ihnen sagen!

Der neue Fast & Furious-Film ist schon der fünfte in der Reihe. Wie viele Autos gibt es diesmal?

Dennis McCarthy: Wir hatten 340 Fahrzeuge auf unserer Liste, insgesamt dürften im Film aber mehr als 500 Autos zu sehen sein. Am Ende der Dreharbeiten waren noch ungefähr 50 oder 60 Autos übrig.

Welcher Wagen war der teuerste?

Dennis McCarthy: Der Koenigsegg CCX Carbon Fibre Edition, er kostet mehr als zwei Millionen Dollar. Wir hatten auch einen Lexus LFA, der um die 500.000 Dollar kostet - ich weiß gar nicht, ob der schon auf dem Markt ist.

Sie verwenden auch den Gurkha F5, einen Panzerwagen aus Kanada - war es schwer, an den heran zu kommen?

Dennis McCarthy: Die Firma hatte einen Wagen verfügbar, den wir uns zum Glück gleich sichern konnten. Diesen Wagen haben wir gemietet, man hat für uns aber auch zwei leichtere Kopien des Wagens produziert. Sie sahen identisch aus, hatten aber ein anderes Chassis und nicht die komplette Panzerung.

In Fast & Furious Five gibt es zahlreiche Klassiker und Muscle Cars. Wo bekommen Sie die eigentlich her?

Dennis McCarthy: Im Lauf der Jahre habe ich mir ein großes Netzwerk aus Kontaktpersonen aufgebaut. Manche sind auf japanische Klassiker wie den Nissan Skyline spezialisiert, andere auf absolute Exoten. Manchmal kann es allerdings mehrere Wochen dauern, bis man bestimmte Autos aufgestöbert hat.

Viele der Autos hauchen ja auf der Leinwand ihr Leben aus. Bekommen Sie negative Reaktionen, zum Beispiel von Muscle Car-Sammlern?

Dennis McCarthy: Ich bekomme in der Tat Hass-Mails, weil wir so viele Chargers gecrasht haben! Aber wir kaufen für diese Szenen natürlich keine perfekt restaurierten Autos im Originalzustand. Wir kaufen eher komplette Rostlauben, die ohnehin niemand mehr restaurieren würde, und bauen sie für den Film so auf, wie wir sie brauchen. Ich glaube wenn die Sammler diese Autos sehen würden, wie sie vor den Filmaufnahmen aussahen, wären sie nicht mehr so sauer auf uns.

Wie werden die alten Autos für den Film modifiziert?

Dennis McCarthy: Wir bauen sie von Grund auf neu zusammen. Sie bekommen neue Motoren und Getriebe, viele Teile kommen von Rennfahrzeugen. Die neuen 2011er Dodge Charger, die wir für den Film benutzt haben, kamen allerdings mehr oder weniger so aus dem Laden. An denen haben wir nicht mehr viel gemacht außer ein Sperrdifferenzial einzubauen und die Lenkung zu modifizieren. Wir hatten auch Ingenieure von Dodge dabei, die für uns die Motorsteuerung oder die Traktionskontrolle umprogrammiert haben.

Warum sind die Leute heute eigentlich noch so fasziniert von Muscle Cars - gerade in den USA, wo schon immer die strengsten Tempolimits galten?

Dennis McCarthy: Die Autos aus den späten 60ern und frühen 70ern markieren das Ende einer Ära. Auch heute gibt es wieder Dodge Charger und Challenger, aber die Leute vermissen wohl trotzdem die alten Zeiten.

Welche Szene war die schwierigste in diesem Film?

Dennis McCarthy: Das war die Actionszene mit einem Zug in Arizona. Wir hatten Temperaturen von mehr als 40 Grad, sind durch trockene Flussbetten gefahren. Da haben die Autos definitiv am meisten gelitten. In Südamerika hatten wir das Glück, dass uns die Behörden sehr unterstützt haben. Wir konnten zum Beispiel eine Szene auf dem Highway im echten Verkehr drehen.

Mittlerweile gibt es fünf Filme. Ist es nicht schwer, das Publikum immer wieder mit neuen, gewaltigeren Actionszenen zufriedenzustellen?

Dennis McCarthy: Mit jedem Film werden die Stunts besser, die Autos, die Action. Auch das Budget wird größer, weil die Filme immer erfolgreicher wurden. Damit konnten wir uns auch bei der Zahl der Autos und der Qualität der Actionszenen weiter steigern.

Wie hoch ist der Anteil von digitalen Effekten im Film, und was ist noch handgemacht?

Dennis McCarthy: Die Stunt-Szenen sind zu 95% real. Jedesmal wenn Sie ein Auto irgendwo hineinfahren oder sich überschlagen sehen, wurde das auch wirklich mit echten Autos gedreht. CGI-Effekte haben wir vor allem dazu benutzt, Hintergründe zu ändern oder bestimmte Charaktere digital in die Autos zu platzieren. Dass fast alle Stunts echt sind, unterscheidet uns auch von anderen Auto-Filmen wie zum Beispiel Speed Racer.

Haben auch Schauspieler ihre eigenen Stunts gemacht?

Dennis McCarthy: Wir haben ja verschiedene Drehteams - zum Beispiel First Unit und Second Unit - und die Schauspieler sind zu 99% bei der First Unit dabei, wo keine Actions-Szenen gedreht werden. Aber manchmal gibt es das schon. Vin Diesel zum Beispiel hat ein paar Auto-Stunts in Puerto Rico selbst gemacht, Paul Walker ebenfalls. Als fähiger und enthusiastischer Rennfahrer kann er das auch.

Es kommen im Film abgesehen von einem Porsche übrigens kaum deutsche Autos vor.

Dennis McCarthy: Wir hatten einige VW Touareg mit Dieselmotoren, die man ursprünglich für das Pikes Peak-Bergrennen gebaut hatte. Wir hätten eigentlich gerne einen Mercedes-Geländewagen gehabt, aber der hätte uns ungefähr das 2,5-fache gekostet. Wenn man von einem Fahrzeug 15 Stück kaufen muss, ist das natürlich eine Menge Geld.

Wenn Sie ein Auto aus der gesamten Fast and the Furious-Reihe behalten können, welches wäre das?

Dennis McCarthy: Mein Lieblingsauto ist der Chevrolet Monte Carlo aus der Eröffnungssequenz von "Tokio Drift". Natürlich sind auch die Chargers klasse, aber ich bin eher ein Chevy-Typ als ein Dodge-Typ.

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