Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows

Auto-Leasing

10 Fragen und Antworten

Autoleasing Foto: Reinhard Schmid, Keystone, Vario-Images

Das Autoleasing wird immer populärer, da es mit günstigen Monatsraten lockt. Doch abgerechnet wird am Schluss, denn bei Vertragsende gibt es oft Probleme, wenn Kunden Nachzahlungen leisten sollen. Worauf ist dabei zu achten?

08.03.2009 Henning Busse

Wem gehört das Leasingauto?
Das Fahrzeug gehört der Leasinggesellschaft, sie stellt es dem Kunden nur in einer Art Mietverhältnis zur Verfügung. Nach Vertragsablauf ist das Auto wieder abzugeben. Wer es am Ende kaufen möchte, sollte das im Vorfeld am besten schriftlich klären - niemals nur auf mündliche Zusagen vertrauen.

Was ist bei der Autorückgabe am Leasingende zu beachten?
Wichtig ist, dass die Autofahrer einen neutralen Zeugen zum Rückgabetermin des Fahrzeuges mitnehmen. Alle beanstandeten Schäden müssen zudem im so genannten Rücknahmeprotokoll aufgenommen und möglichst konkret bezeichnet werden. Ist der Kunde mit den festgestellten Schäden oder der Kostenberechnung nicht einverstanden, ist dies deutlich bei den entsprechenden Punkten im Protokoll zu vermerken. Werden Auseinandersetzungen mit der Leasinggesellschaft oder dem Autohändler bezüglich der Höhe des Fahrzeugwertes befürchtet, sollten die Kunden vor dem Rückgabetermin zum Beispiel bei einer Sachverständigenorganisation eine genaue Gebrauchtwagenprüfung durchführen lassen.

Haftet der Kunde beim Leasing immer für den Autorestwert?
Nein. Nur bei Verträgen auf Basis der Restwertabrechnung ist das der Fall. Ist der zu Beginn kalkulierte Marktwert am Vertragsende zu niedrig, muss der Kunde die Differenz ausgleichen.

Wie kann man sich vor Nachzahlungen schützen?
Wenn der kalkulierte Fahrzeugwert bei Restwertverträgen aufgrund des Marktgeschehens nicht erzielt wird, kommt man um eine Nachzahlung kaum herum. Auch bei Mängeln, die über den normalen Verschleiß gehen, ist nachzuzahlen - das gilt ebenfalls für Leasing auf Kilometerbasis. Was darunter zu verstehen ist, müssen oft Gerichte klären. Es existieren aber bereits Urteile, die leichte Lackkratzer sowie Beulen als typische Gebrauchsspuren einstufen und sie somit als vertragsgemäße Abnutzung ansehen. Außerdem trägt der Leasinggeber die Beweislast für übermäßige Abnutzung. Nach Auffassung einiger Gerichte kann er bei Überbeanspruchung des Autos lediglich den Minderwert verlangen, nicht aber die Zahlung der zur Behebung der Mängel erforderlichen Reparaturen.

Sind Inspektionen auch nach der Autoabgabe zu zahlen?
Der Kunde muss nach Rückgabe des Autos in der Regel nicht die Wartungskosten für bald anfallende Inspektionen übernehmen. Einige Leasinggeber oder Händler versuchen aber, dies auf den Kunden abzuwälzen. Man zahlt auch nicht die Fahrzeugaufbereitung, die für einen Wiederverkauf durchgeführt wird - das ist Sache der Leasinggesellschaft. Und sind die Reifen wegen übermäßiger Abnutzung noch zu ersetzen, haben die Leasingnehmer Anspruch auf einen Abzug "neu für alt".

Was ist unter Verträgen mit Andienungsrecht zu verstehen? 
Autofahrer sollten von Leasingverträgen mit Andienungsrecht die Finger lassen. Ist das Auto am Ende weniger wert als zu Vertragsbeginn kalkuliert, kann der Leasinggeber vom Kunden den Fahrzeugkauf verlangen. Der Leasingnehmer seinerseits hat aber kein Erwerbsrecht. Ist das Fahrzeug mehr wert als der kalkulierte Restwert, verwertet die Gesellschaft es selbst - oder bietet das Auto dem Kunden zum tatsächlichen höheren Wert an. Man muss dann aber nicht kaufen.

Was ist, wenn der Restwert am Ende höher ist als kalkuliert?
In diesem Fall wird der Kunde am Mehrerlös zu 75 Prozent beteiligt. Das gilt beim Restwertleasing. Beim Kilometerleasing ist das nicht vorgesehen, da der Autofahrer nur für die Laufleistung haftet. Hier wartet eine Rückerstattung, wenn man weniger fährt, als zu Vertragsbeginn veranschlagt. Achtung: Die vereinbarten Mehr- und Minderkilometersätze sollten gleich hoch sein. Zudem ist darauf zu achten, dass eine Minderkilometersatz-Vereinbarung bei Vertragsunterschrift nicht ganz unter den Tisch fällt, sonst geht man bei Kilometerunterschreitung leer aus.

Ist ein vorzeitiger Ausstieg aus Leasingverträgen möglich?
Leasing ist laufzeitgebunden. Das bedeutet: Eine vorzeitige Vertragsauflösung ist häufig gar nicht oder nur zu ungünstigen Konditionen möglich. Selbst wenn das Auto wegen eines Totalschadens verloren geht, endet das Leasing nicht - in diesem Fall muss der Vertrag gekündigt werden. Wer vorzeitig aus dem Leasingvertrag will, kann versuchen, einen Nachfolger dafür zu finden. Allerdings muss die Bank dem zustimmen. Und ob sich diese Möglichkeit lohnt oder man jemanden findet, der sich darauf einlässt, ist fraglich. Einige Leasingfirmen lassen sich das teuer bezahlen, indem sie die Raten hochsetzen mit der Begründung, ein weiterer Haltereintrag im Kfz-Brief beeinträchtige den Wertverlust negativ. Und noch etwas: Bei einem gestohlenen Fahrzeug sollte man den Vertrag erst einen Monat nach dem Diebstahl aufheben. Denn der Kunde ist verpflichtet, ein geklautes Fahrzeug wieder zurückzunehmen, wenn es innerhalb eines Monats aufgefunden wird.

Was ist bei Totalschaden oder Diebstahl zu beachten?
Nach Diebstahl oder Totalschaden eines Autos zahlen die Versicherungen oft nur den Wiederbeschaffungswert. Dieser Betrag deckt sich aber sehr oft nicht mit dem, was laut Leasingvertrag noch zu leisten ist. Somit entsteht eine Lücke, die vom Kunden zu füllen ist. Bei einigen Leasinggesellschaften oder Kfz- Versicherungen gibt es mittlerweile im Vertrag die so genannte GAP-Deckung, die solche Lücken ausgleicht. Darauf sollte man achten.

Gibt es im Leasing beim Montagsauto auch die Wandlung?
Dieses Recht besteht. Bleiben Nachbesserungen von Mängeln erfolglos, kann man vom Kaufvertrag zurücktreten. Ist der Händler mit der Forderung einverstanden, gilt der Rücktritt als vollzogen. Der Leasinggeber ist hieran gebunden. Der Kunde gibt das Fahrzeug an den Händler zurück und bezahlt für die gefahrenen Kilometer eine Nutzungsentschädigung. Vom Leasinggeber bekommt er die geleistete Sonderzahlung und die Leasingraten zurück. Auch eine Kaufpreisminderung ist möglich. Wenn der Kunde diese beim Händler durchdrücken kann, müssen die Leasingentgelte entsprechend angepasst werden.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
Autokredit berechnen
Anzeige
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden