Abschied nehmen fällt nie leicht. Zumal nicht, wenn es sich um einen automobilen Weggefährten aus Blech und Stahl handelt. Viele Bundesbürger mussten diese Erfahrung im vergangenen Jahr machen, als die staatliche Abwrackprämie sie förmlich dazu zwang, ihr altes Fahrzeug in die Schrottpresse zu schicken.
Adieu Mercedes SLR McLaren - Hallo Porsche Boxster Spyder
Zur Strafe durchzuckten bei dem Ein oder Anderen dann auch Phantomschmerzen den ganzen Körper, als sich der unbarmherzige Todeskoloss über den ausgedienten Abwrack-Oldie senkte, um ihn in einen handlichen Blech-Quader zu formen.
Sei es drum. Ein neues Jahrzehnt steht uns ins Haus. Mit vielen automobilen Neuheiten - aber auch mit vielen Fahrzeugen, deren Produktionszyklus 2009 zu Ende ging. Bei einigen, wie etwa dem Mercedes SLR McLaren, blutet schon ein wenig das Herz. Bei anderen, wie dem Opel Signum oder dem Pontiac Solstice, fällt der Abschied dann schon weniger schwer. Aber entscheiden Sie selbst. Wir haben für Sie alle Autos zusammengefasst, die 2009 von uns gingen. Wir sagen leise Servus.
Gar nicht leise, sondern mit einem lauten Hallo begrüßen wir hingegen einen Neuankömmling auf dem Auto-Planeten Erde. Mit dem Boxster Spyder präsentiert Porsche die radikalste Art, Boxster zu fahren. Leichter ist er, stärker und auch schneller als alle übrigen Boxster-Modelle. Sein Design mit den beiden Hutzen auf dem Heckdeckel erinnert an den Carrera GT, sein Fahrer muss sich zum Zwecke gesteigerter Fahrdynamik in Verzicht üben: Keine Klimaanalage, kein elektrisches Faltdach und statt der gewohnten Türöffner gibt es simple Türschlaufen. Herrlich einfach. Einfach zu haben ist der 320 PS starke Sportler aus Zuffenhausen aber - wie könnte es bei einem Porsche auch anders sein- leider nicht. Denn Verzicht geht bei Porsche nicht etwa einher mit einem geringeren Grundpreis. Im Gegenteil: Der 1.275 Kilogramm leichte Boxster Spyder kostet rund 7.000 Euro mehr als der Boxster S. Ein teurer Spaß.
Böse Überraschung bei den Unterhaltskosten
Der Spaß vergeht vielen Autofahrern, wenn der Silverster-Kater auskuriert und die Straße von den letzten Resten der Neujahrs-Knallerei gereinigt ist. Spätestens dann, wenn die Autoversicherung zum Jahresbeginn den fälligen Beitrag für Haftpflicht, Teil- oder gar Vollkasko einfordert und Vater Staat vielleicht sogar zeitgleich beide Hände zum Scheffeln der Kfz-Steuer aufhält, spätestens dann rückt die Freude über das neue Jahr ganz weit in den Hintergrund. Wer sich im vergangenen Jahr noch über die Abwrackprämie freute und im Zuge der Begeisterung über den 2.500 Euro-Zuschuss beim Kauf eines Neuwagens die laufenden Kosten vernachlässigte, wird jetzt eiskalt und eisenhart auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.
Wir haben für Sie die Rechnung gemacht und neben Steuer und Versicherung auch die Kosten für Kraftstoff und Werkstattaufenthalte sowie den Wertverlust berücksichtigt. Da kann das vermeintliche Schnäppchen ganz schnell zur Kostenfalle werden. Und im schlimmsten Falle droht dann die Scheidung vom liebgewonnenen, neuen Gefährten. Tränenreich und herzzerreißend. Abschied nehmen fällt nie leicht.






