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auto motor und sport-Kongress 2013

Biosprit und Nahrungsmittel keine Konkurrenz

E10 Kraftstoff, Biosprit Foto: dpa

Sie haben es immer noch schwer, die alternativen Kraftstoffe. „Um E10 machen die Autofahrer immer noch einen großen Bogen“, stellte auto motor und sport-Chefredakteur Jens Katemann zu Beginn des zweiten Panels über den Stand alternativer Kraftstoffe fest.

11.04.2013

„Wir dachten, wir wären heute schon viel weiter mit Elektroautos, Gasautos, mit der Brennstoffzelle. Und jetzt kommt auch noch Fracking – die aufwändige und umstrittene Form der Öl- und Gasförderung aus tiefen Gesteinsschichten. Das sind keine einfachen Aussichten“, blickte Katemann in Runde.

Shell-Chefwissenschaftler Wolfgang Warnecke, BMW-Manager Tobias Brunner und Helmut Lamp, Vorsitzender Bundesverband Bioenergie, halten alternative Antriebe und Treibstoffe natürlich für die Zukunft. Dabei sieht Shell-Manager Warnecke Kraftstoffe wie Gas und grüne Energieträger auf dem Vormarsch. Sollte aber der Trend zunehmen, dass lokale Emissionen in den Großstädten gesenkt werden sollen, dann bleibe nur die Elektromobilität. Denn auch Autos, die mit Biokraftstoffen fahren, stoßen Emissionen aus, selbst wenn sie das Klima entlasten.

Kritik an landwirtschaftlichen Biokraftstoffen unangebracht

Wenig Verständnis für die Kritik an Biokraftstoffen aus der Landwirtschaft zeigte Helmut Lamp, Vorsitzender Bundesverband Bioenergie und selbst Landwirt. Bioenergie sei nicht für den Hunger auf der Welt verantwortlich ist. Es gebe gar keine Konkurrenz um Flächen. „Nur ein Prozent des Palmöls wird energetisch genutzt. Es gibt weltweit Flächen ohne Ende, die nicht genutzt werden für den Anbau von Nahrungsmitteln.“ Als Landwirt habe er Getreide schon zu Ramschpreisen verkaufen müssen. Die Weizenpreise seien derzeit die gleichen wie vor 40 Jahren. „Heute muss ich fünf Tonnen Weizen verkaufen, um ein Barrel Öl kaufen zu können.“

Weder mangelnde Flächen noch die Konkurrenz mit dem Anbau von Nahrungsmitteln sprächen gegen den Ausbau von Bioenergie. Der Hunger in der Welt sei in den vergangenen Jahrzehnten trotz wachsender Weltbevölkerung zurückgegangen.

Tobias Brunner, Leiter Wasserstoff-Brennstoffzelle bei BMW, hält die Brennstoffzelle für eine gute Ergänzung zur Technik des Elektroautos. Das Elektroauto habe immer noch das Problem, dass die Batterie teuer ist, noch zu geringe Kapazität hat und das Laden zu lange dauert. Hier könne die Brennstoffzelle einspringen.

Keine Prognosen zur Brennstoffzelle

Skepsis in Sachen Elektromobilität zeigte Helmut Lamp. „Schon 1992 hatte mich BMW eingeladen, in Bonn ein Elektroauto zu fahren.“ Damals fuhr Lamp mit einem Prototyp von BMW durch die damalige Bundeshauptstadt. „Das ist 20 Jahre her. Die Quantensprünge sind seitdem allerdings ausgeblieben.“ Er habe seitdem viele Prognosen gehört, die nicht eingetroffen seien.

Entsprechend vage blieb Brunner, wann BMW die Brennstoffzelle auf die Straße bringen wird. „Sie werden von mir auch heute keine Prognose hören.“

Ergebnisse der Panelabstimmungen

Und wie stimmten die Experten über die Zukunft alternativer Rohstoffe ab? 64 Prozent des Plenums glauben, dass der Ölpreis trotz Fracking weiter steigen wird. Damit dürften die Preisrückgänge in den USA von vorübergehender Natur sein.

Dass sich Gasautos nach dem Ende des Ölzeitalters flächendeckend durchsetzen, erwarten immerhin 33 Prozent, 47 Prozent glauben das nicht. Als Grund für die mangelnde Akzeptanz nannten 38 Prozent der Kongressteilnehmer das nicht ausreichende Tankstellennetz, 25 Prozent halten die Zahl der angebotenen Automodelle mit Gasantrieb für zu gering.

Und dass sich die Brennstoffzelle durchsetzt, erwarten die wenigsten. 43 Prozent der Kongressteilnehmer gehen davon aus, dass die Brennstoffzelle erst in 30 Jahren einen Marktanteil von gerade mal zehn Prozent erreichen wird.

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