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auto motor und sport-Kongress 2013

Visionen einer modernen Stadt

Eric Höweler

Seine Bilder und Visionen beeindruckten die 400 Manager des auto motor und sport-Kongresses: Straßen, deren Oberflächen sich umklappen lassen.

12.04.2013 Axel Mörer-Funk

Morgens rollt der Verkehr über eine Fahrbahn, später verwandeln sich die Panele in Spazierwege und grüne Parkflächen. Und wenn die Sonne vom Himmel knallt, dann wird die Panelenseite mit den Solarmodulen nach oben geklappt.

Städte, in denen der Verkehr vernetzt ist und sich jeder an jedem Ort online informieren kann, wie er jetzt am schnellsten von A nach B kommt. Oder ein neues Terminal direkt am Meer, in dem man vom Schiff auf den Zug, vom Flugzeug auf den Bus oder das private Auto umsteigen kann. Gebäude, deren Oberflächen visualisieren, wie viel Energie auf ihrem Dach erzeugt wird. Alles Ideen, mit denen Höweler das 750 km lange Städteband von Boston über New York, Philadelphia, Baltimore bis Washington D.C. an der Ostküste vor dem Kollaps retten will. 53 Millionen Menschen leben hier, rund 15% der US-Bevölkerung auf nur 3% der Staatsfläche. Die Region hat einen Namen: Boswash. Zusammen gesetzt aus den beiden Städten, die den Endpunkt setzen: Boston und Washington.

Verkehrskollaps in der Boswash-Region

Die Region erstickt im Verkehr, die Straßen sind fast zu jeder Tageszeit völlig überfüllt, die Infrastruktur ist dem Verkehr nicht mehr gewachsen und zudem marode. Highspeed-Züge, Car- und Bikesharing, House-Sharing, vor allem aber die bessere Vernetzung privaten und öffentlichen Verkehrs – das sind die Stichworte, die Höweler auf dem auto motor und sport-Kongress erläuterte.

„Diese Megacity-Region, geprägt durch ein wucherndes Netz von Randgebieten, Außenbezirken und dicht besiedelten Innenstadtbereichen, explodierte von sechs auf 53 Millionen Einwohner, Jahrzehnte bevor ihre Existenz wahrgenommen wurde“, beschreibt Eric Höweler den Status Quo.

Die Städtebauentwicklung hat sich „typisch amerikanisch“ entwickelt. Millionen leben im Einfamilienhaus mit Doppelgarage und Vorgarten in einem idyllischen Vorort, kombiniert mit einem guten Job in der City. Die Wege von und zum Arbeitsplatz werden mit dem Auto zurückgelegt. Jeder Weg ist lang. Brötchen holen, einkaufen, Eis essen: Für alles wird das Auto benötigt.

Flugzeug als Standard-Verkehrsmittel in den USA

Auch das Fliegen gehört für viele Amerikaner wie selbstverständlich zur Mobilität. „Kurzstreckenflüge sind zu einem amerikanischen Verkaufsschlager geworden“, berichtet Höweler und sieht als Ursache die praktisch ständig verstopften Straßen und die Ineffizienz des Schienenverkehrs. „Ganz Amerika scheint durch ein Mobilitätsmodell strukturiert worden zu sein, das wir uns finanziell, ökologisch und sozial nicht mehr leisten können.“ Ein Modell, das weltweit exportiert wurde.

Eine zentrale Rolle in dem neuen Verkehrskonzept für Boswash spielt der bisherige Highway Interstate 95, dessen modifizierte Trasse im Architektenplan zur Mobilitäts-Hauptschlagader der Region wird. Sie soll öffentliche wie individuelle Verkehrsträger bündeln. So könnten auf einer solchen Trasse auch Hochgeschwindigkeitszüge mit 320 km/h verkehren und damit die Kurzstreckenflüge ausstechen.

Gute Chancen für Höwelers Vision

Diese Idee hat sogar eine Chance auf Realisierung. Die Obama-Regierung will Milliarden Dollar in die Entwicklung von Hochgeschwindigkeitszügen und deren Infrastruktur stecken. Und deshalb konterte Höweler auf dem Kongress die Frage nach der Finanzierung ganz selbstbewusst: „Das Land muss Prioritäten setzen. Das Konzept der modernen Stadt muss eine nationale Priorität bekommen wie die Verteidigung des Landes.“

Eric Höweler wurde für seine Boswash-Idee mit dem Audi Urban Future Award 2012 ausgezeichnet.

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