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auto motor und sport-Kongress 2014

Peking ist dicht, Oslo fährt elektrisch

Jan Harry Svendsen, Chefredakteur von auto motor og sport (Norwegen), und Wu Zheng, Herausgeber von auto motor und sport China Foto: Dino Eisele

Beim auto motor und sport-Kongress 2014 berichteten Chefredakteure aus Norwegen und China über die Mobilitätsproblematik in ihrer Heimat. Jan Harry Svendsen und Wu Zheng gaben Insider-Einblicke in das Verkehrsgeschehen von Oslo und Peking.

10.04.2014 Axel Mörer-Funk

Wu Zheng weiß, was es bedeutet, wenn eine Stadt am Verkehr erstickt. Peking liegt schon so häufig unter einer schrecklichen Dunstglocke, dass die Medien nur noch berichten, wenn es ganz besonders schlimm ist. „Es gibt Menschen, die laufen schon mit Gasmaske durch die Stadt“, berichtete Zheng, der die chinesische Ausgabe der auto motor und sport herausgibt. Und seine Schilderungen waren Welten entfernt von dem, was sein Kollege Jan Harry Svendsen aus Oslo berichtete.

In Peking mit seinen 21 Millionen Einwohnern kann man erkunden, was es bedeutet, wenn zu viele Autos in einer Stadt unterwegs sind. 250 Autos kommen auf 1.000 Einwohner. Und obwohl die Autodichte damit nur halb so hoch liegt wie in Deutschland, erstickt Peking.

5,3 Millionen Autos bedeuten, dass die Berufspendler jeden Tag eine Stunde und 55 Minuten im Stau stehen. Die Luftverschmutzung ist kaum noch erträglich, ebenso der Lärm. Ein Zustand, der die Stadt nun zu drastischen Maßnahmen greifen lässt, schilderte Zheng. Schon heute kann nicht jeder Pekinger einfach ein Auto kaufen und zulassen. Er muss vielmehr an einer Lotterie teilnehmen und Glück haben. Denn den Zuwachs an Autos hat die Stadt nun reglementiert. Nur die Gewinner der Lotterie dürfen Auto fahren.

Peking baut das öffentliche Netz aus

Zugleich wird ein Mautsystem für Autos eingeführt. Bis 2017 will Peking 132 Kilometer Busspuren einführen, damit wenigstens der Busverkehr wieder fließen kann und eine Alternative zum Auto bietet. Hinzu kommt der Ausbau des U-Bahn-Netzes.

Und in Oslo? Auch die norwegische Hauptstadt ist eine Autostadt, schilderte Harry Svendson, Herausgeber der auto motor und sport Norwegens. Die Autodichte ist enorm: 427 Autos kommen auf 1.000 Einwohner. 4,3 Millionen Norweger fahren Auto, nur 200.000 nutzen den Zug.

Wie also die Belastung der Hauptstadt senken? Norwegen setzt auf Elektroautos und hat deshalb alle Register gezogen, um einen regelrechten Boom auszulösen. Im gesamten Land gibt es nicht nur 3.500 Ladestationen. Dort können Elektroautos auch noch kostenlos „volltanken“. Der Kauf von E-Autos wird hoch subventioniert.

E-Autos in Oslo lohnen sich

Die Stromer werden bevorzugt, wo immer es geht. Sie parken selbst im verstopften Oslo gratis und dürfen die Busspuren benutzen. Für sie gilt auch keine Citymaut. Für Elektroautos zahlen die Halter keine Kfz-Steuer und keine Mehrwertsteuer.

„Elektrautos sind in Norwegen billig“, so Svendson. Und das hat Folgen. Die Zulassungsrate ist eine der höchsten in Europa. Und Norwegen ist wohl das einzige Land, auf der sogar Busse auf der Busspur im Stau stehen. „Es gibt so viele Elektroautos, dass sie jetzt die Busspuren verstopfen“, schmunzelt Svendson. Ein Privileg, das jetzt wohl abgeschafft wird.

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