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ams-Kongress 2016

Ein Auto kann mich nicht lieb haben

ams-Kongress 2016, Alexander Mankowsky, Daimler AG Foto: Hans-Dieter Seufert

Hat mich ein Auto lieb? Kann es mich verstehen? Und passt das Auto etwa auf mich auf? Nein. Auch ein autonomes Auto ist kein Freund. Es ist eine Maschine. Das Schlussinterview mit Daimlers Zukunftsforscher Alexander Mankowsky war ein Höhepunkt des 7. auto motor und sport-Kongresses.

01.04.2016 Axel Mörer-Funk

Mankowsky stellt vor allem Fragen. Fragen, die in der Autobranche nur wenige stellen. Und noch seltener beantwortet werden. Was ist ein autonomes Auto? Ein Automat. Und zu dem soll der Mensch Vertrauen haben?

Auch das autonom fahrende Auto, das mich zum Ziel bringt und auch das Schulkind bemerkt, das zwischen parkenden Autos steht, ist nur eine Maschine voller Sensoren. Maschinen machen keine Fehler? Vielleicht nicht so viele wie ein Mensch. Aber auch Maschinen sind nicht ohne Fehl und Tadel.

Und doch soll der Mensch Vertrauen haben zum autonomen Auto. Oder zum Hersteller? Oder zur Marke? Sind autonome Autos von Mercedes besser als von VW? Oder umgekehrt?

ams-Kongress 2016
Die Zukunft der Mobilität ist schon da 5:05 Min.

Der Mensch im Mittelpunkt?

Alexander Mankowsky machte es sichtlich Spaß, zum Ende des Kongresses noch einmal überraschende Punkte zu setzen. Der Mensch zum Beispiel, der kam ihm zu kurz. „Wenn man Leute fragt, was sie machen wollen, wenn das Auto selbstständig fährt, dann wissen viele gar nicht, was sie tun sollen?“, wundert sich Mankowsky. „Manche sagen: Sie tun nichts. Die sind wenigstens ehrlich.“ Der ganze Aufwand dafür, dass Leute während der Fahrt nichts tun?

Und das autonom fahrende Auto wirft noch andere Fragen auf. Denn mit seinen Funktionen verlangt es nicht nur Vertrauen, es löst auch Reaktionen aus. Vielleicht sogar Gefühle. „Man sollte nicht einfach sagen: Das autonome Auto ist Dein Freund“, warnt Mankowsky. „Das Auto fährt mir einfach über den Fuß, und es liebt mich auch nicht.“

Das autonome Auto ist vergleichbar einem abgerichteten Hund

Der Zukunftsforscher vergleicht das autonome Auto eher mit einem domestizierten Tier, etwa einem abgerichteten Hund. „Der ist sehr nützlich, kann auch helfen, aber er versteht mich trotzdem nicht.“ Mankowsky legt die Unterschiede frei. „Maschinelle und menschliche Intelligenz sind völlig unterschiedlich.“

Und auch der Vergleich, ein modernes Auto sei wie ein Smartphone auf Rädern, gefällt ihm nicht. „Ein Smartphone kann ich in die Tasche stecken, ein Auto nicht. Und ein Smartphone mit Rädern kann mich nicht überfahren.“

Das musste zum Abschluss noch mal gesagt werden.

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