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ams-Kongress 2016

Mexico City: Stadt des Staus

ams-Kongress 2016, Jose Castillo, Harvard University Foto: Hans-Dieter Seufert

Gegen die Staus von Mexiko City sind die Blechlawinen von Berlin, Köln und Stuttgart allenfalls Schneebällchen. Das Szenario, das der Harvard-Forscher José Castillo am Nachmittag präsentierte, zeigte eindrucksvoll, was den Metropolen blüht, wenn die Mobilität der Zukunft ein Flop wird.

01.04.2016 Axel Mörer-Funk

Ganz unaufgeregt schilderte José Castillo, Professor an der Harvard Universität, die Zustände des Verkehrs in Mexiko. Umso mehr beeindruckten die bloßen Fakten. Drei Stunden brauchen die Beschäftigten täglich für den Weg zur Arbeit. Die Staus kosten 30 Prozent des Einkommens. Die durchschnittliche Geschwindigkeit in der Stadt mit dem Auto beträgt im Schnitt nur noch 6 km/h. Kann man da ein Auto eigentlich noch automobil nennen?

Und trotzdem leisten sich die mexikanischen Autofahrer den Luxus von nur 1,2 Personen pro Auto. Praktisch besteht der Dauerstau in Mexiko City aus lauter Autos mit nur einer Person drin. Und noch so eine unglaubliche Tatsache: Rein rechnerisch steht jeder mexikanische Autofahrer 26 Tage pro Jahr im Stau.

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Die Zukunft der Mobilität ist schon da 5:05 Min.

Gründe für das Auto in Mexico City

Und warum fahren die Bewohner der Hauptstadt trotzdem Auto? Castillo hat vier Faktoren herausgefunden, die für die Wahl des Verkehrsmittel entscheidend sind: Kosten, Zeit, Sicherheit, Komfort. Angesichts von Straßenräubern, überfüllten Bahnen in schlechtem Zustand und mangelhaften Komfort fällt also die Wahl trotzdem aufs Auto.

Zudem spendieren viele mexikanische Firmen ihren Mitarbeitern ein Auto. Aber wie lässt sich so ein Stau auflösen? Indem die Daten des Verkehrs zentral gesammelt und veröffentlicht werden. Castillo glaubt, das die Pendler ihre Verkehrsdaten über eine Webseite und per App mit anderen teilen können.

Nicht aber, um Fahrgemeinschaften zu gründen, sondern um ihre Fahrten in die Zeiten umzulenken, in denen der Verkehr noch fließt. Die Pendler sollen so in die Lage versetzt werden, den Verkehr zu beeinflussen. Sie können je nach Tageszeit das Verkehrsmittel wählen, das sie am besten und schnellsten zum Ziel bringt.

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