auto motor und sport Kongress: Das Auto wird zur Applikation

Jürgen Mayer H.

Städte ohne parkende Autos, Autofahrer, die ein Auto nur für eine halbe Stunden ausleihen, die nicht mehr selber fahren, sondern aus dem Fenster schauen, Autos als Arbeits- und Erlebnisraum, als Internet-Café und Applikation sozialer Netzwerke. Es waren faszinierende Bilder von Architekt und Städteplaner Jürgen Mayer H. über den Verkehr in den Mega-Citys der Welt im Jahr 2030.

Die Stadt der Zukunft ist für Mayer ein elastischer Raum. Dialoge entstehen zwischen Menschen und Stadt, Autos kommunizieren, damit der Mensch Zeit hat, selbst zu kommunizieren. Das Auto, das selbst und vernetzt durch die Stadt fließt, wird zum Teil der modernen Facebook- und iPhone-Kommunikation. Die Windschutzscheibe ist ein Touchscreen, der den Blick auf die Stadt so freigibt, wie man sich das wünscht. Wer das Grün der Stadt sehen will, der sieht nur noch Grün, die Stadt ist ausgeblendet. Wer ein Büro sucht, sieht nur noch die Häuser und Flächen, die zu mieten sind.

Das Auto wird zum virtuellen Flirtroom

Autos werden damit zu Kommunikationsmaschinen, werden Teil von Applikationen. Dass das heute schon so ist, zeigte Mayer mit einem Filmbeitrag aus dem Iran. Da sitzen Jugendliche in Teheran nachts mangels anderer Treffpunkte im Auto, um sich zu treffen und von einem Auto zum anderen wird per Handy oder Facebook kommuniziert. Das Auto wird zum Flirtroom, Internetcafé, Nachtclub.

Das sind Visionen, die Audi-Marketingvorstand Peter Schwarzenbauer überhaupt keine Angst machen. Auch in der Stadt der Zukunft werde das Auto seinen Platz haben, aber neue Funktionen bekommen. Es sei ein fruchtbarer Diskussionsprozess durch den Architektenpreis "Audi Urban Future Award" in Gang gekommen, deren erster Preisträger Jürgen Mayer H. ist.

Auto der Zukunft könnte alleine fahren

"Wir haben gedacht, wir bewegen uns mal in einer ganz anderen Welt", sagte Schwarzenbauer im Gespräch mit Ralph Alex, dem stellvertretenden Chefredakteur von auto motor und sport. Und dem Audi-Vorstand ist schon klar, dass sich das Auto stark verändern muss, wenn es eine Zukunft haben will. Schwarzenbauer: "Wir sind gewöhnt, dass das Auto die Städte prägt. In Zukunft wird es umgekehrt sein."

Schwarzenbauer kann dem Gedanken sehr viel abgewinnen, dass das Auto der Zukunft alleine fährt. "Wem gefällt es denn, jeden Tag nutzlos im Stau zu stehen?" Es sei eine tolle Idee, dass man auf dem Weg zur Arbeit die Zeit nutzen könne. "Man kann E-Mails schreiben, mit anderen kommunizieren oder schon erste Arbeiten erledigen." Trotz Stau gewinne man Zeit, und das erhöhe doch den Fahrspaß auf eine ganz andere, neue Art.

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ams

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