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auto motor und sport-Kongress - Diskussion E-Auto-Zukunft

VW: 300.000 Elektro-Fahrzeuge schon 2020

Podiumsdiskussion auto motor und sport-Kongress Foto: Beate Jeske 10 Bilder

VW-Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg, Shai Agassi, Chef von Better Place und Magna-Technik-Vorstand Burkhard Göschel diskutieren auf dem auto motor und sport-Kongress über die Zukunft von Elektroautos und die kommenden Batteriesysteme.

18.04.2010

Hackenberg: 300.000 Elektrofahrzeuge schon 2020

Volkswagen rechnet damit, dass schon in zehn Jahren rund 300.000 Fahrzeuge des VW-Konzerns mit Elektroantrieb in Deutschland fahren werden. VW-Konzern-Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg sagte auf dem auto motor und sport-Kongress am Donnerstag (15.4.) in Stuttgart, das Ziel der Bundesregierung sei realistisch, dass schon 2020 rund eine Million Elektrofahrzeuge in Deutschland fahren werden. „Das heißt für VW: Es werden rund 300.000 Elektrofahrzeuge aus unserem Hause fahren, gemessen an unserem Marktanteil. Wir glauben, dass das realistisch ist.“

Wesentlichen Anteil daran werden der Elektro-Golf und die Elektroversion des künftigen Kleinwagens Up haben. Hackenberg kündigte an, dass die Großserienfertigung des E-Up Ende 2013 startet. „Der E-Up wird mit einer 60 kW-E-Maschine und einer 22 kWh Lithium-Ionen Batterie speziell auf den Einsatz der urbanen Mobilität ausgelegt sein und über eine Reichweite von 150 km verfügen“, so Hackenberg.

Dabei setze VW auf eigene Batteriesysteme und lehne weiterhin das Batteriewechselsystem von Better-Place-Chef Shai Agassi ab – abgesehen von wenigen, speziellen Nutzungssituation, wie etwa dem Taxi-Betrieb. VW wolle für die Zuverlässigkeit der Fahrzeuge garantieren und deshalb die Batterie-Packs selber produzieren, nicht aber die Zellen selbst.

Shai Agassi, Chef von Better Place, hielt in Stuttgart ein leidenschaftliches Plädoyer für die Elektromobilität und das von ihm entwickelte und in Israel und Dänemark gemeinsam mit Renault in Umsetzung befindliche Wechselsystem. Denn das Wechselsystem erlaube, dass die Autofahrer laufend vom technischen Fortschritt der Batterien profitieren können. „Das ist anders, wenn man die Batterie ins Auto einbaut. Dann bleibt man auf dem Stand der Technik stehen“, so Agassi. „Die Batterie im Auto muss so leicht austauschbar sein wie eine Tintenpatrone bei einem Drucker.“ Laut Agassi erlaube das Wechselsystem niedrigere Preise als Benzin-Verbrennungsmotoren. „Wenn das E-Auto sehr teuer wird, wird es nur auf kleine Stückzahlen kommen.“ Der Wechselakku ermögliche große Stückzahlen und könne daher dem E-Auto zum Durchbruch verhelfen.

Agassi rechnet mit dem Durchbruch des Elektroautos schon vor 2015. Die Diskussion in der Autoindustrie, dass Autofahren mit Elektroantrieb ein Stück Emotionalität verliere, stieß bei Agassi auf starken Widerstand. „Sie können jeden Motorsound imitieren, aber die Rettung der Welt und Gesundheit können sich nicht imitieren.“

Für Burkhard Göschel, Technikvorstand des Zulieferers Magna, wird es einen Trend zur Standardisierung in der Batterietechnik geben. Zu Zeit behinderten sich die Hersteller allerdings, weil jeder an eigenen Systemen arbeitet. „Es wird eine gewisse Normierung geben, weil im Moment keiner auf genügend Volumen kommt. Die Hersteller behindern sich gegenseitig. Skaleneffekte gibt es nur, wenn man sich in dem Bereich zusammenschließt.“

Bosch-Chef Peter Tyroller rechnet dagegen in absehbarer Zeit nicht damit, dass es in der Breite einen Standard geben wird. „Es gibt im Packaging zahlreiche Differenzierungsmerkmale, und die sind auch notwendig. Die Batterien werden auf das Fahrzeug ausgerichtet sein.“ Deutschland müsse sich stark anstrengen, um den Anschluss in der Batterietechnik nicht zu verlieren. „Andere Länder strengen sich sehr an in Sachen Batterietechnik. Wir müssen in Europa darauf achten, dass wir unsere begrenzten Mittel gut einsetzen und die Wettbewerbsfähigkeit nicht verlieren.“ Laut Tyroller sind Kooperationen notwendig, um Entwicklungskosten zu reduzieren. „Es ist nicht möglich, dass jeder alles neu entwickelt.“

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