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Auto-Patriarch Piëch regelt sein Erbe

Piëch überträgt Imperium auf Stiftungen

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Ferdinand Piëch regelt sein Erbe. Der Autofürst will damit Nachlassstreitigkeiten vermeiden. Was zunächst wie eine Familienangelegenheit klingt, ist ein entscheidender Faktor für den neuen Autogiganten Volkswagen-Porsche.

20.09.2010

Auto-Patriarch Ferdinand Piëch will sein Imperium, die milliardenschweren Beteiligungen an Porsche und damit indirekt auch an Volkswagen, über seinen Tod hinaus sichern. Er hat seine Anteile an zwei Holdings laut einem "Focus"-Bericht auf zwei österreichische Privatstiftungen übertragen. Piëch wolle damit vermeiden, dass die Erben später Teile des Firmenvermögens verkaufen.

Zukunft des Unternehmens sichern

Der 73-Jährige gilt als einer der mächtigsten und reichsten Automanager der Welt. Der Sportwagenhersteller Porsche soll nach einem verlorenen Übernahmekampf schrittweise in den VW-Konzern integriert werden. Der neue Autoriese bekommt nun durch Piëchs Schritt ein Stück Stabilität zugesichert.
 
Piëch ist dem Bericht zufolge mit knapp sieben Prozent an der Porsche Automobil Holding beteiligt, die wiederum die Mehrheit an den Autoherstellern Porsche und Volkswagen innehat. Außerdem hält Piëch eine zehnprozentige Beteiligung an der Salzburger Porsche Holding, Europas größtem Autohändler. Dieser Vertriebsarm soll ebenso wie Porsche in den Volkswagen-Konzern integriert werden. VW will bis 2018 Toyota überholen und zum größten Autobauer der Welt aufsteigen.
 
"Mir liegt die gesicherte Zukunft unserer Unternehmen am Herzen", bestätigte Piëch dem "Focus". Deswegen habe er sich für eine Stiftung entschieden. Er sei davon überzeugt, mit seinem Konstrukt eine stabile Lösung gefunden zu haben, bei der er die Mehrheit seiner Erben hinter sich wisse. Vorbild sei die Stiftungsregelung beim Autozulieferer und Industriekonzern Bosch. Lob erhielt er vom einflussreichen VW-Betriebsrat: "Für die Arbeitnehmer ist dies ein positives Signal der nachhaltigen Stabilität", sagte Volkswagen- Betriebsratschef Bernd Osterloh dem "Handelsblatt".

Kinder prüfen angeblich rechtliche Schritte

Nach Informationen des "Focus" sind jedoch nicht alle der zwölf Kinder, die Piëch mit vier Frauen hat, begeistert vom letzten Willen des Vaters. Angeblich prüfen einige juristische Schritte, weil sie nicht ohne weiteres an das Erbe herankommen würden.
 
Piëch ist der Enkel von Autopionier Ferdinand Porsche (1875-1951). Die Geschicke des Stuttgarter Sportwagenherstellers lenken als Eigentümer die Familien Porsche und Piëch, jedoch üben sie seit Jahrzehnten dort keine operativen Funktionen mehr aus. Von 1993 bis 2002 war Ferdinand Piëch Vorstandschef von Volkswagen, seither leitet er den Aufsichtsrat des Wolfsburger Konzerns.
 
Vor allem ein Verkauf der Porsche-Anteile wird durch das Stiftungsstatut nahezu unmöglich gemacht. Nur wenn Vorstand und Beirat der Stiftung dafür votieren sowie mindestens neun der zwölf Piëch-Kinder zustimmen, kann der Nachlass veräußert werden. In der Stiftung haben zudem die Kinder nicht die gleichen Rechte: Die ehelichen werden laut Stiftungsurkunde besser gestellt.

Ehefrau Ursula mit starker Stellung

Solange Piëch lebt, hat in den Privatstiftungen Ferdinand Karl Alpha und Ferdinand Karl Beta laut dem "Focus"-Bericht nur er selbst das Sagen. Die Stiftungsurkunden regeln, wie mit den Beteiligungen umgegangen werden soll. Ehefrau Ursula spielt dabei eine überragende Rolle. Die 19 Jahre Jüngere soll das Vermächtnis bewahren, mit einer einzigen Einschränkung: Trennt sich das Ehepaar oder heiratet Ursula nach Piëchs Tod wieder, verliert die einstige Kindergärtnerin alles - ihre Stellung als Stifterin und den Sitz im Stiftungsbeirat.

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