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Auto & Uhr - TAG Heuer

150 Jahre Tradition und Sportverbundenheit

Tag Heuer Foto: Tag Heuer 6 Bilder

Kaum eine Uhrenmarke steht so sehr für Sport wie TAG Heuer. Traditionell ist die Schweizer Marke, die dieses Jahr ihren 150. Geburtstag feiert, vor allem mit dem Motorsport und damit dem Auto liiert. Zum Jubiläum wird deshalb der Autofahrer-Chronograph "Silverstone" wieder aufgelegt.

18.04.2010 Martin Häußermann

TAG Heuer ist vom Start weg dem Sport verbunden, insbesondere der Sportzeitmessung. Reitsport, Leichtathletik, Skirennen - sportliche Höchstleistungen mit größter Präzision messbar zu machen, gehört seit Gründung des Unternehmens im Jahre 1860 zu den Kernkompetenzen des Schweizer Uhrenbauers, der in der breiten Öffentlichkeit als Spezialist für Chronographen und Sportuhren angesehen wird. Vor allem aber ist Heuer - und später TAG Heuer - nah dran am Thema Motorsport.

TAG Heuer präsentiert sich als sportliche Marke

Ein Image, das die Schweizer gerade in der Kommunikation konsequent pflegen. Schließlich hat der Markterfolg auch mit klugem Marketing zu tun. So positioniert sich das Unternehmen - erst recht nach der Umfirmierung in TAG Heuer - als sportliche Marke mit Auftritten, die in der Szene Furore machten. Für Aufsehen sorgte beispielsweise die Kampagne "Success, it’s a mind game" (1995), deren Protagonisten Sportler sind, die unter extremem Druck Erfolge feiern. Ein typisches Motiv: ein Schwimmer, der von einem Hai verfolgt, aber nicht gefressen wird. Mentale Stärke und das Streben nach Perfektion sind die Kernbotschaften, die schon bei "Don’t crack under pressure" in den frühen neunziger Jahren transportiert wurden. Dabei spielten die Rennfahrerlegenden Ayrton Senna und Michael Schumacher zentrale Rollen.

Derzeit ist TAG Heuer Uhrenpartner von McLaren

Stets gehören bei den Schweizern namhafte Rennfahrer zu den Werbeträgern - gerne als Markenbotschafter bezeichnet. Derzeit ist TAG Heuer offizieller Uhrenpartner des Formel-Rennstalls von McLaren. Das Rennsportsponsering beginnt Jack W. Heuer, Urenkel des Gründers Edouard Heuer im Jahr 1971, indem er die Scuderia Ferrari als offizieller Zeitnehmer unterstützt und die Fahrer mit Heuer-Chronographen ausstaffiert. Selbstverständlich tragen diese Fahrer auch das Heuer-Logo auf dem Rennoverall - allen voran Schweizer Piloten wie Clay Regazzoni oder Jo Siffert, den der Schauspieler Steve McQueen als Vorbild für sein Rennfahrer-Epos "Le Mans" wählte. So kommt die Uhrenmarke zum Film, der ihr eine Prise Prestige verleiht. Eine willkommene Entwicklung, die konsequent weiter betrieben wird. Deshalb spielt in der aktuellen Kampagne "What are you made of?" nicht nur Formel 1-Champion Lewis Hamilton eine Rolle, sondern auch Hollywood-Größen wie Uma Thurman oder Leonardo Di Caprio.

Bereits 1887 erfindet Heuer den so genannten Schwingtrieb

Den Erfolg von TAG Heuer ausschließlich auf gutes Marketing und pfiffige Werbung zurückzuführen, wäre allerdings deutlich zu kurz gesprungen. Schließlich verfügen die Schweizer traditionell über umfangreiches technisches Know-how, was ein Blick in die Technikgeschichte des Hauses unterstreicht. Bereits 1887 erfindet Heuer den so genannten Schwingtrieb, eine genial einfache Chronographenkupplung, die auch patentiert wurde. 1916 folgt der von Charles-August Heuer konstruierte Mikrograph, der mit 360.000 Halbschwingungen pro Stunde (A/h) schwingt und damit die Zeit aufs Hundertstel genau misst. Das kann auch die 2005 vorgestellte Carrera Calibre 360. Der Chronograph ist mit zwei Uhrwerken ausgestattet, die zwar miteinander verbunden sind, aber unabhängig voneinander arbeiten.

Konzeptuhren als technische Kompetenzbeweise

Die Uhrzeit wird von einem chronometergenauen Automatikuhrwerk angezeigt, das mit einer Unruhfrequenz von 28.000 A/h tickt, während die Kurzzeitmessung ein Stoppuhrwerk besorgt, das wie sein Urahn von 1916 aufs Hundertstel genau misst, aber deutlich kleiner ist. Das Chronographenwerk kann 100 Minuten lang zur Zeitnahme genutzt werden, erst dann muss der Zeitmesser von Hand aufgezogen werden. Technische Feinheit: Bei beiden geschieht das über eine Krone. Solche technischen Kompetenzbeweise rangieren im TAG Heuer-Sortiment unter dem Kapitel "Konzeptuhren", dem auch die Monaco 360 LS - mit derselben Uhrwerkskombination wie die Carrera Calibre 360 -, die Monaco V4 mit Zahnriemenantrieb oder der SLR Chronograph zugeschlagen wird. Letzterer entstand in einer Kooperation mit der Daimler AG und verfügt als kleine technische Feinheit über Chronographendrücker, die von oben bedient werden. Die erste Version dieses Modells ist ausschließlich für die Käufer des Mercedes-Supersportwagens SLR gedacht und erhält die Fahrgestellnummer des jeweiligen Autos in den Boden eingraviert. Inzwischen hat TAG Heuer weitere SLR-Versionen aufgelegt, die frei verkäuflich sind.

TAG Heuer bringt im Jubiläumsjahr das Modell Silverstone zurück

Die autoaffine Kundschaft greift ansonsten bei den Modellreihen Monaco, Carrera oder Grand Carrera zu, die sich gestalterisch an erfolgreichen Heuer-Klassikern orientieren. Diese sind ständige Bestandteile der TAG Heuer-Kollektion, die immer wieder um Interpretationen alter Erfolgsmodelle ergänzt wird. 2003 beispielsweise präsentierte man die Replik des Chronographen Autavia (Automobil/Aviation), der deshalb so heißt, weil er zum Auto wie zum Flugzeugcockpit passt. In der Autavia tickt das neue Calibre 11, ein Chronographenwerk, bei dem die Krone nach alter Tradition bei neun Uhr positioniert ist. Diese Neukonstruktion von Dubois-Dépraz basiert auf dem ETA 2894, was in gewisser Hinsicht ebenfalls Tradition ist. Schließlich war Dubois-Dépraz schon bei der Konstruktion des ursprünglichen Kalibers 11 mit von der Partie, das 1969 vorgestellt wurde. So verwundert es wenig, dass TAG Heuer im Jubiläumsjahr wieder eine Uhr mit dem Calibre 11 präsentiert: das sportlich-elegante Modell Silverstone, einst der Favorit von Clay Regazzoni.

Automatikuhren mit Stahlgehäuse für unter 2.000 Euro

Angetrieben werden mechanische TAG Heuer-Chronographen und -Uhren in aller Regel von modifizierten ETA-Großserienuhrwerken. Was für die Kundschaft insofern erfreulich ist, als dass hier Prestige noch zu halbwegs vernünftigen Preisen angeboten wird. So sind Automatikuhren mit Stahlgehäuse und -band für unter 2.000 Euro zu haben, ein Chronograph mit dem modifizierten ETA 7750 (Valjoux) kostet rund 3.000 Euro. Etwas tiefer in die Tasche müssen die Freunde des Hauses greifen, wenn sie einen Chronographen mit der Zusatzbezeichnung Calibre 36 erwerben. In diesen Zeitmessern arbeitet das aufwendigere und damit teurere El-Primero-Chronographenwerk der Konzernschwester Zenith. Schließlich präsentieren die Schweizer auf der Messe Baselworld 2010 einen Chronographen mit eigenem Uhrwerk, das in Zusammenarbeit mit Seiko entstand. Es hört auf den Namen Calibre 1887 und erinnert damit an die Erfindung des erwähnten Schwingtriebs, das im neuen Uhrwerk ebenfalls zum Einsatz kommt.

Auch bei Quarzuhren kompetent

Bei diesem großen Angebot an mechanischen Uhren gerät leicht in Vergessenheit, dass TAG Heuer traditionell auch bei Quarzuhren über eine große technische Kompetenz verfügt. Jack W. Heuer, Urenkel des Firmengründers und von 1958 an 20 Jahre lang verantwortlich im Unternehmen tätig, baute 1966 das erste kompakte elektronische Zeitmessgerät mit der Genauigkeit von einer Tausendstelsekunde. Der patentierte Mikrotimer aus den Sechzigern diente als Vorbild und Namensgeber für einen avantgardistischen digitalen Armbandchronographen, der sich bei Formel 1-Fans nach wie vor großer Beliebtheit erfreut. Und die jugendliche Einsteigerkollektion "Formula 1", für die speziell der vom Formel- ins Rallyeauto gewechselte Kimi Räikkönen wirbt, wird ausschließlich von einem Quarz gesteuert.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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