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Autoabsatzzahlen

Für Südeuropas Autobauer wird es eng

Produktion PSA Peugeot Foto: PSA

Weltweit steigt die Nachfrage nach Autos. Wegen der Schuldenkrise hinkt aber der Teilmarkt Südeuropa weit hinterher. Die Hersteller dort müssen sich ernste Sorgen über ihre Zukunft machen.

05.12.2012 dpa

Aus dem Munde des deutschen Autopräsidenten klingt es noch relativ verträglich. Matthias Wissmann spricht am Dienstag (4.12.2012) von einer "schwierigen Lage in Westeuropa", die "im Mittelpunkt des Interesses" stehe. Im Klartext heißt das: Die Nachfrage nach Autos in Frankreich, Spanien und Italien bricht dramatisch ein.

  

Druck auf Krisenunternehmen wächst

Das zeigen die nackten Zahlen. In Italien werden dieses Jahr etwa 1,4 Millionen Autos neu zugelassen. Das sind 900.000 weniger als im langjährigen Durchschnitt. Nur rund 700.000 Neufahrzeuge rollen bis Jahresende auf Spaniens Straßen. Im vergangenen Jahr waren es gut 800.000, vor fünf Jahren sogar 1,6 Millionen. Frankreich landet 2012 bei rund 1,9 Millionen verkauften Pkw nach 2,2 Millionen im Vorjahr.

Für Westeuropa insgesamt erwartet der Verband der Automobilindustrie (VDA) in diesem Jahr einen Absatzrückgang von neun Prozent und 2013 um weitere drei Prozent auf dann 11,4 Millionen Autos. Vor fünf Jahren waren es noch 14,8 Millionen. Das hinterlässt tiefe Spuren bei jenen europäischen Herstellern, die ihre Abnehmer traditionell in Europa haben und sich keine neuen Märkte in Asien oder Amerika erschlossen haben. PSA Peugeot-Citroën, Renault und Fiat heißen die Leidtragenden. Aber auch Opel, Tochter des US-Konzern General Motors, und Ford in Europa zählen dazu.

Bei diesen Unternehmen wächst der Druck, Überkapazitäten abzubauen. Ford-Vorstandschef Alan Mulally hat schon reagiert. Drei Werke in Belgien und Großbritannien werden geschlossen, 6.200 Arbeitsplätze gestrichen. Peugeot will bei Paris ein Werk mit 3.000 Kollegen dicht machen. Bei Opel steht die Zukunft des Standorts Bochum auf dem Spiel. VDA-Präsident Wissmann drückt sich vorsichtig aus. Muss man jetzt mit Insolvenzen unter Europas Autobauern rechnen? "Ich rechne nicht mit einer Welle", erwidert er bei der Jahrespressekonfernz in Berlin.

Deutsche Autobauer besser aufgestellt

Anders als die Konkurrenten aus Frankreich, Spanien und Italien haben etwa Daimler, BMW oder VW hochpreisigen Edelautos im Angebot, mit denen sie in China und den USA Erfolg haben. Die Deutschen gewannen so in den vergangenen Jahren in den beiden größten Teilmärkten der Erde stetig Marktanteile hinzu. Inzwischen werden 40 Prozent aller Autos in den USA und China verkauft - 27,5 Millionen der rund 68 Millionen in diesem Jahr.

Cheflobbyist Wissmann macht sich deshalb keine allzu großen Sorgen. "Im Winter 2008/2009 standen wir vor einem tiefen Absturz. Ein solcher Absturz ist derzeit nicht in Sicht", sagt er. Wie sich das Autojahr 2013 wirklich entwickelt, werde sich wohl schon im Januar/Februar zeigen. Vielleicht ziehe da die weltweite Konjunktur wieder an, macht Wissmann Hoffnung. Dann werde es auch für die deutsche Autoindustrie wieder deutlich aufwärtsgehen. Wenn nicht? "Auch im schwächeren Weltmarkt gewinnen wir Marktanteile", das habe die jüngere Vergangenheit bewiesen.

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