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Autobahn A8 wird ausgebaut

Sechsspurig von Ulm nach Augsburg

Foto: dpa

Über die A8 zwischen Augsburg und Ulm rollen jeden Tag etwa 90 000 Autos - auf zwei Spuren pro Richtung. Nach einem zähen rechtlichen Streit soll die Autobahn nun ausgebaut werden. An diesem Mittwoch gibt Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) den Startschuss.

02.08.2011 dpa

Staus, stockender Verkehr und Behinderungen gehören auf der A8 zwischen Augsburg und Ulm zum Alltag. Auf zumeist zwei Spuren pro Richtung fahren hier bis zu 90.000 Autos am Tag. In dieser Woche fällt der Startschuss für den sechsspurigen Ausbau der 60 Jahre alten Strecke. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) werden an diesem Mittwoch zum ersten Spatenstich am Burgauer See zwischen Augsburg und Ulm erwartet.

Ausbau bis 2015 beendet

Die 58 Kilometer lange Strecke liegt beinahe ausschließlich in Bayern, drei Kilometer führen durch Baden-Württemberg. Laut Plan wird die Fahrbahn zwischen Günzburg und der Anschlussstelle Augsburg-West bei fließendem Verkehr auf 41 Kilometern ausgebaut - die restlichen 17 Kilometer sind bereits auf sechs Spuren erweitert. Bis Ende September 2015 soll das Projekt abgeschlossen sein.
 
Der Ausbau der A8 ist nicht nur für Bayern von großer Bedeutung - die Autobahn ist eine der wichtigsten Verbindungen in Süddeutschland und verläuft von Karlsruhe über Stuttgart, Ulm, Augsburg und München bis nach Salzburg. Zudem ist sie Teil des transeuropäischen Netzes.
Die vierspurigen Abschnitte der wichtigen Autobahn werden seit Jahren nach und nach verbreitert. Zuletzt wurde der 37 Kilometer lange und stark befahrene Abschnitt München-Augsburg bis Ende 2010 sechsspurig ausgebaut. Auf dem ehemals "längsten Parkplatz Deutschlands" fahren laut Autobahndirektion Südbayern bis zu 100.000 Fahrzeuge pro Tag.
 
Die Verbreiterung der Strecke wurde damals als sogenannte Öffentlich-Private Partnerschaft (ÖPP) realisiert - und war damit der erste privat finanzierte Autobahnausbau Deutschlands, der fertiggestellt wurde. Bei ÖPP-Projekten übernehmen Privatunternehmen im öffentlichen Auftrag Bau, Betrieb und Finanzierung von Infrastrukturprojekten. Im Gegenzug erhält das private Konsortium 30 Jahre lang die anfallende Maut für den Schwerverkehr als Refinanzierung plus eine Anschubfinanzierung. Auch der Abschnitt zwischen Augsburg und Ulm ist als öffentlich-privates Vorhaben geplant. Zudem ist es das erste Projekt der zweiten ÖPP-Projektstaffel des Bundesverkehrsministeriums mit einem Volumen von insgesamt 1,5 Milliarden Euro.

Rechtstreit um Auftragsvergabe

Vor dem Startschuss an diesem Mittwoch hatte es im Zusammenhang mit der Vergabe an die Bietergemeinschaft Hochtief-Strabag heftige Querelen um die Rechtmäßigkeit der Entscheidung gegeben. Mitbewerber "A8 mobil" fühlte sich ungerecht behandelt und reichte nach einem gescheiterten Nachprüfungsantrag Beschwerde beim Oberlandesgericht München (OLG) ein. Die Bietergemeinschaft war davon überzeugt, dass ihr Angebot von der Autobahndirektion Süd falsch beurteilt worden war und der Konkurrent den Zuschlag für das 410-Millionen-Euro-Projekt - unter anderem wegen fehlender Erklärungen - zu Unrecht erhalten hatte.
 
Das OLG entschied jedoch erneut gegen die Mitbewerber. Die Wertung der Angebote sei ordnungsgemäß und vergaberechtskonform erfolgt, hieß es in der Begründung des Gerichts. Das 27-monatige Vergabeverfahren wurde abgeschlossen, im April ging der Zuschlag an Hochtief-Strabag. Insgesamt hatte sich das Projekt bis dahin um mehrere Monate verzögert.
 
Aber nicht nur die Probleme bei der Vergabe standen dem öffentlich-privaten Projekt im Wege: Der Bundesrechnungshof meldete darüber hinaus Zweifel an der Kosteneffizienz des Vorhabens an, nachdem Ramsauer die Freigabe der 90-Millionen-Anschubfinanzierung für die Strecke angefragt hatte. "Wir sehen keinen wirtschaftlichen Vorteil für den Bund, die Autobahnstrecke mit einem ÖPP-Projekt auszubauen", schrieben die Regierungskontrolleure Ende November 2010 an das Verkehrsministerium. Der Minister gab trotz der Bedenken grünes Licht für den Ausbau.
 
Die Vorbereitungen für den Ausbau sind derweil längst getroffen: Bereits im Winter 2009/2010 wurden im Auftrag der Autobahndirektion Südbayern Bäume an der Ausbaustrecke gefällt. Im Juli wurde der Boden zudem auf mögliche archäologische Funde oder Sprengkörper hin untersucht, das Baufeld vorbreitet und die Baustellenverkehrsführung provisorisch eingerichtet. Im September sollen schließlich die Bagger anrollen. Dann beginnen die Erdbauarbeiten entlang der A8 zwischen Augsburg und Ulm.

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