Autobahn-Unfälle: Rüttelstreifen senken Unfallrisiko

Schwere Autobahn-Unfälle können mit Hilfe von sogenannten Rüttelstreifen deutlich verringert werden. Das ist das Ergebnis einer mehrjährigen Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) zusammen mit dem Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg (LS).

Wie die Bundesanstalt am Montag (19.1.) in Bergisch Gladbach bei Köln berichtete, sank die Zahl der Unfälle mit Getöteten und Schwerverletzten im Vergleich drei Jahre vor und drei Jahre nach Realisierung der Rüttelstreifen um 15 Prozent. Unfälle, bei denen Autos nach rechts von der Fahrbahn abkamen, gingen sogar um 43 Prozent zurück.

Akustische und fühlbare Warnung

Getestet wurde auf einer 35 Kilometer langen Strecke auf der A24 in Fahrtrichtung Berlin, zwischen den Anschlussstellen Herzsprung und Fehrbellin in Brandenburg. Dort waren die rund 40 Zentimeter breiten Begrenzungsstreifen im Herbst 2003 in den Asphalt eingefräst worden. Wird dieser Bereich überfahren, so macht sich ein akustisches und auch körperlich spürbares Signal beim Fahrer bemerkbar, das ihn warnt und seine Aufmerksamkeit erhöht.

In Deutschland ereignen sich den Angaben zufolge jährlich insgesamt fast 50.000 Unfälle mit Personenschaden, weil Fahrzeuge von der Fahrbahn abkommen. Gut 7.000 Unfälle davon passieren auf den Autobahnen. "Ein großer Teil dieser Unfälle wird durch Unaufmerksamkeit, Ablenkung oder Müdigkeit verursacht", heißt es. Hier könnten Streifen durch "Wachrütteln" Abhilfe schaffe.

Besonders wirksam bei Brummis

Wichtig sei, dass die Rüttel-Signale auch in Lastwagen gespürt werden. Berufskraftfahrer gelten mit Blick auf Einschlafunfälle als besonders gefährdet, wie die Bundesanstalt betonte. Die Pilotstudie habe einen Rückgang bei den Lastwagen-Unfällen um 40 Prozent ermittelt.

Auch auf Landstraßen testen

Der LS Brandenburg und die Bundesanstalt empfehlen, besonders an Autobahn-Abschnitten mit überdurchschnittlich vielen Unfällen nach einem Abdriften von der Fahrbahn, die "Rüttelstreifen" einzufräsen. In Nordamerika und Skandinavien gehöre dies seit einigen Jahren zum Standard. Auch die Unfallkosten ließen sich damit reduzieren: Auf der Untersuchungsstrecke hätten sich die volkswirtschaftlichen Verluste um 690.000 Euro pro Jahr verringert. Die Installation der dauerhaft haltbaren Streifen habe dagegen nur 170.000 Euro gekostet. Die BASt will nun noch untersuchen, ob die Streifen auch die Sicherheit auf Landesstraßen erhöhen können.

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dpa

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