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Autobauer

Ingenieure verzweifelt gesucht

Ob Maschinenbau oder Elektrotechnik: Ingenieure werden derzeit in allen Branchen gesucht. Doch besonders groß ist die Nachfrage in der Automobilindustrie.

13.10.2008

Die Situation wird sich wegen der Notwendigkeit von Innovationen mit Blick auf Umweltschutz und Kraftstoffsparen nach Expertenmeinung sogar noch verschärfen. Gute Chancen also für Nachwuchs-Ingenieure - allerdings ist ein Studienabschluss allein kein Garant für einen guten Job.

"Es gibt einen großen Bedarf an qualifizierten Fachkräften", sagt Sven Renkel, Sprecher des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) in Düsseldorf. Zwar bestehe grundsätzlich die Gefahr, dass weniger Autos gekauft werden. "Es gibt aber auch den gegenläufigen Trend, möglichst antriebsarme Autos zu bauen", sagt Renkel. Insgesamt seien im Maschinen- und Fahrzeugbau derzeit mindestens 3.000 Stellen offen.

Die deutsche Autoindustrie hat nach Angaben von Ferdinand Dudenhöffer, Professor für Automobilwirtschaft an der Fachhochschule Gelsenkirchen, großen Nachholbedarf im Bereich umweltfreundlicher Fahrzeuge: "Das Know-How ist in Japan und Korea." In Deutschland gebe es bei Herstellern und Zulieferindustrie nur in Ansätzen Forschung zu den neuen Technologien wie etwa Batterien für Elektroautos. Auch in Zukunft werde es mehr Bedarf an Fachkräften in der Entwicklung und Forschung geben. "Die Arbeitsplätze in der Produktion werden hingegen von derzeit rund 750.000 um etwa 100.000 zurückgehen."

Auch der Automobilhersteller BMW in München ist derzeit auf der Suche nach neuen Fachkräften, wie Unternehmenssprecher Michael Rebstock bestätigt. Alle Autohersteller stehen unter dem Druck, möglichst sparsame und umweltschonende Wagen anzubieten. BMW versucht mit seinen "Efficient-Dynamics"-Technik auf diesen Zug aufzuspringen. Für diese neuen Antriebstechniken seien Ingenieure mit ganz bestimmten Qualifikationen erforderlich: "Die gibt es zwar am Markt, aber eben nur sehr begrenzt."

Vielfältige Ausbildung gefragt

Die Verknüpfung verschiedener, bislang getrennter Disziplinen gilt unter Experten als unerlässlich für den Bau innovativer Öko-Autos. "Die Schnittmengen zwischen den Studiengängen werden größer", sagt VDI-Sprecher Renkel. Es seien Fachkräfte gefragt, die nicht nur den klassischen Fahrzeugbau beherrschen, sondern sich auch mit Elektrotechnik und Informatik auskennen. Unter anderem bei Hybrid-Antrieben, die Elektro- und konventionellen Antrieb verbinden, spiele die Elektronik eine wichtige Rolle. Allein BMW sucht derzeit mehrere hundert solcher Experten. Und dieser Trend wird nach Angaben von Unternehmenssprecher Rebstock auch weiter anhalten.

Trotz des großen Fachkräftemangels ist ein Studienabschluss in einem Ingenieurstudiengang aber noch kein Garant für einen Job bei einem der großen Autobauer. "Es ist nach wie vor nicht so, dass jeder, der sich bewirbt, eine Stelle bekommt", erklärt Rebstock. Vor allem "Young Professionals", also junge Einsteiger mit zwei bis drei Jahren Berufserfahrung, würden von dem Unternehmen gesucht.

VDI-Sprecher Sven Renkel rät Studenten, die von dem Boom im Fahrzeugbau profitieren möchten, daher, schon während des Studiums bei Praktika in die Automobilunternehmen hineinzuschnuppern. Er empfiehlt außerdem interdisziplinäre Studiengänge, die schon jetzt auf die Zukunftstechnologien vorbereiten. Ein gewisses Faible für Technik sei allerdings unerlässlich, um beim Studium motiviert dabei zu bleiben, weiß der VDI-Experte: "Man sollte nicht nur wegen der guten Berufsaussichten ein Studium aufnehmen."

Hohe Einstiegsgehälter für Auto-Ingenieure

Die große Nachfrage nach Ingenieuren speziell in der Autoindustrie schlägt sich auch im Gehalt nieder. Das Brutto-Einstiegsgehalt in diesem Bereich liegt laut einer Studie des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) zwischen 36.000 und 43.800 Euro im Jahr. Damit liegen Fahrzeugbau-Ingenieure an der Spitze aller Fachrichtungen. Im Maschinenbau liegt das Einstiegsgehalt zwischen 33.800 und 42.000 Euro, Bauingenieure bekommen zwischen 27.600 und 35.600 Euro.

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