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Autogas-Umrüstung im Fachbetrieb

Ein Leserauto wird umgebaut

VW Golf 1.4, Werstatt, Anna Matuschek Foto: Dino Eisele 10 Bilder

Ab Werk gibt es noch keine Autogas-Direkteinspritzer - aber jetzt zum Nachrüsten. Wir haben mit Blue for Green eine Umrüstung für TSI-Motoren verlost und den Umbau begleitet.

19.09.2012 Anna Matuschek Powered by

Bei den Ottomotoren geht der Trend klar zu aufgeladenen Direkteinspritzern. Doch bei den wenigen Benzinern, die ab Werk mit gegenüber Superkraftstoff rund 50 Prozent günstigerem Autogas (LPG) betrieben werden können, handelt es sich durchweg um wenig attraktive Saugmotoren.

Abhilfe bieten nun professionelle Nachrüster wie beispielsweise die Firma Blue for Green GmbH in Bad Kreuznach (blue-for-green.de), die zusammen mit uns eine Autogas-Anlage verlost hat. Denn vor dem Sparen an der Tankstelle müssen LPG-Interessenten erst einmal tief in die Tasche greifen: 3.550 Euro hätte der Einbau in den Golf 1.4 TSI der Gewinner-Familie Wenzelburger normalerweise gekostet. Dafür gibt Blue for Green jedoch drei Jahre Garantie auf die Einbauteile, bietet einen Hol- und Bring-Service zu einem der bundesweit acht Einbaustandorte und eine TÜV-zertifizierte Anlage mit Eintragung in die Fahrzeugpapiere – in der Branche keine Selbstverständlichkeit.

Gemeinsame Einspritzdüse ist das Problem

Aber wo liegt eigentlich die Problematik bei der Nachrüstung von direkteinspritzenden Benzinern? Im Gegensatz zu klassischen Saugmotoren, bei denen der Kraftstoff in den Ansaugkrümmer vor dem Einlassventil eingespritzt wird, muss bei Direkteinspritzern Benzin und Autogas über eine "gemeinsame" Einspritzdüse in den Brennraum eingebracht werden. Die Kraftstoff-Injektoren liegen im Zylinderkopf, wo die Temperaturen sehr hoch sind.

Damit sie im Autogasbetrieb nicht überhitzen, muss zur Kühlung ein kleiner Teil Benzin beigemischt werden. Das erfordert neben einem erhöhten konstruktiven Aufwand auch eine umfangreiche Abstimmungsarbeit auf dem Prüfstand. Bei Blue for Green ist dafür der technische Leiter Antonio Spada zuständig. "In Deutschland sind die Kunden sehr anspruchsvoll. In meinem Heimatland ist es hingegen völlig normal, dass ein Motor im Autogasbetrieb auch einmal ruckelt", erklärt der Italiener. Sicherheit wird großgeschrieben, Explosionen wie in Hollywood-Filmen sind unmöglich. Sollte das System tatsächlich undicht sein, blockiert das Steuersystem den Autogas-Betrieb. Im Ernstfall entleert sich der Tank nach unten.

Innenraum nach Autogas-Umrüstung fast unverändert

Spada benötigt für den Einbau der kompletten Anlage etwa 20 Stunden. Der 52 Liter fassende Autogas-Zusatztank findet in der Ersatzradmulde Platz. Im nächsten Schritt montiert er den LPG-Tankstutzen neben der originalen Benzin-Einfüllöffnung unter die gemeinsame Tankklappe. Beim Befüllen mit Autogas muss der Kunde lediglich noch ein Adapterstück aufschrauben.

Im Innenraum unterscheidet sich der Golf nach dem Gasumbau nur durch die unauffällig in die Mittelkonsole integrierte Füllstandsanzeige für den LPG-Betrieb. Der Rest der Anlage versteckt sich am Unterboden und im Motorraum. Die Schläuche vom Tank zum Motor müssen in sicherer Entfernung vom Auspuff verlegt werden und münden schließlich im Verdampfer. Dieser erhitzt das Gas und leitet es schließlich durch einen Filter an die auf diesen Motoren-Typ angepasste Verteiler-Rail weiter.

Eine der wichtigsten Aufgaben ist die Anpassung des Motormanagements auf dem Prüfstand. Was bei Techniker Spada dank seiner Erfahrung so leicht aussieht, ist für einen Laien nicht machbar. Familie Wenzelburger ist mit der Blue for Green-Autogas-Anlage auf der sicheren Seite. Lediglich der Filter (etwa 15 Euro) sollte alle 35.000 Kilometer ersetzt werden.

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