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Autohandel

Lage spitzt sich zu

Foto: dpa

Die stark steigende Zahl von Händlerzulassungen hat im ersten Halbjahr einen noch stärkeren Einbruch des Autoabsatzes verhindert. Wie das Center of Automotive Research der Fachhochschule Gelsenkirchen in einer unveröffentlichten Studie schreibt, die auto motor und sport exklusiv vorliegt, haben die Händler von Januar bis Juni 482.339 Neuwagen zugelassen.

24.07.2007

Das waren 11,0 Prozent oder 47.904 mehr als im Vorjahreszeitraum. Dagegen ging die Zahl der Privatkäufe im Jahresvergleich von 807.421 auf nur noch 592.538 zurück. Das entspricht einem Einbruch der Privatverkäufe im ersten Halbjahr um 26,6 Prozent.

Die Zunahme der Händlerzulassungen sieht Instituts-Chef Professor Ferdinand Dudenhöffer mit Sorge. "Diese Tendenz ist deshalb sehr bedrohlich, weil ein Großteil dieser Hersteller- und Händlerzulassungen nach kurzer Zeit als Aktionszulassungen - entweder als Tageszulassungen, gebrauchte Vorführwagen oder Dienstwagen - mit hohen Rabatten in den Markt kommen. Knapp 48.000 zusätzliche Aktionszulassungen und knapp 215.000 weniger Privatkundenzulassungen zeigen, wie schwer das Autogeschäft für Händler und Hersteller in den ersten Monaten war." Gleichzeitig hat die FH Gelsenkirchen beobachtet, dass die Zahl derRabattaktionen, mit denen zusätzlich Fahrzeuge in den Markt gedrücktwerden, auf einem Spitzenwert liegt.

Verstärkte Insolvenzwelle erwartet

Auch im Juni sei der deutsche Automarkt laut Dudenhöffer "auf seinem historisch hohen Rabatt-Niveau von mindestens 17 Prozent" geblieben. Das Institut habe "im Monat Juni 225 offene Aktionen der Autohersteller erfasst und ausgewertet. Erneut ist dies ein Spitzenwert an Aktionen." Dudenhöffer: "Die Lage im deutschen Automarkt hat sich damit im Juni weiter zugespitzt. Wir rechnen aufgrund der hohen Zahl von Aktionszulassungen mit einer verstärkten Insolvenzwelle im Handel, die sich im nächsten Jahr abzeichnen wird - trotz Konjunktur."

Gewinner der anspannten Lage sei der Kunde: "Historische Rabatte, die jetzt sogar in der Spitze bis 36 Prozent bei Citroën gehen. Das gab es - soweit wir die Autoindustrie in Deutschland kennen - wirklich noch nie", so Dudenhöffer.

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