Autohersteller Toyota: Hersteller fährt weiter in Verlustzone

Toyota Prius, 2009, Hybrid

Der weltgrößte Autobauer Toyota leidet weiter stark unter der globalen Nachfrageflaute. Der japanische Branchenprimus rechnet zwar für das Gesamtjahr dank hoher Nachfrage nach seinem erfolgreichen Hybridmodell Prius mit weniger Verlusten als zunächst befürchtet, fuhr jedoch anders als seine heimischen Rivalen Honda und Nissan im zweiten Geschäftsquartal erneut tiefrote Zahlen ein. 

Toyota fährt im dritten Quartal hohe Verluste ein

Der operative Verlust belief sich auf 194,8 Milliarden Yen (derzeit 1,4 Mrd Euro), wie Toyota am Dienstag (4.8.) bekanntgab. Im Vorjahreszeitraum war noch ein Gewinn von 412,5 Milliarden Yen erwirtschaftet worden. Damit fährt der erfolgsverwöhnte Autobauer im dritten Quartal hohe Verluste ein. Der Umsatz der Unternehmensgruppe, zu der auch Daihatsu Motor und Hino Motors gehören, sank im Berichtszeitraum April bis Juni um 38,3 Prozent auf 3,84 Billionen Yen. In sämtlichen Schlüsselmärkten wie Japan, Nordamerika, Europa und anderen Teilen Asiens erlitt Toyota zweistellige Umsatzrückgänge.

Toyota erwartet das schlechteste Ergebnis seiner Unternehmensgeschichte

Der globale Absatz sank um 35,9 Prozent auf 1,4 Millionen Autos. Unter dem Strich fiel ein Verlust von 77,8 Milliarden Yen (571 Mio Euro) an, was allerdings eine deutliche Verbesserung im Vergleich zum Vorquartal ist, als Toyota noch einen Nettoverlust von 765,8 Milliarden Yen (5,62 Mrd Euro) verbuchte. Im Vorjahreszeitraum waren 353,6 Milliarden Yen an Gewinn angefallen. Für das noch bis zum Ende März 2010 laufenden Gesamtgeschäftsjahr rechnet Toyota jetzt mit einem Betriebsverlust von nur noch 750 Milliarden Yen, nachdem man zuletzt noch ein Minus von 850 Milliarden Yen erwartet hatte. Gleichwohl stellt sich der Konzern auf sein schlechtestes Ergebnis seiner Unternehmensgeschichte ein. Die Umsatzerwartung wurde von 16,5 auf 16,8 Billionen Yen angehoben. Auch unter dem Strich rechnet der Branchenprimus jetzt mit einem weniger schlechten Ergebnis als zuvor erwartet: Der Nettoverlust dürfte sich auf 450 Milliarden statt 550 Milliarden Yen belaufen.

Mehr als sechs Monate Wartezeit für den Toyota Prius

Dazu tragen aggressive Kostensenkungen und der Abbau der hohen Lagerbestände bei, aber auch Toyotas Verkaufschlager Toyota Prius (der Toyota Prius im Fahrbericht). Nicht zuletzt dank der hohen Nachfrage nach seinem Benzin-Elektro-Hybrid im Zuge staatlicher Subventionen und Steuerermäßigungen für umweltfreundliche Autos rechnet Toyota erstmals seit fünf Jahren wieder mit einem Absatzzuwachs auf dem seit langem stagnierenden heimischen Markt. Dort gingen bei Toyota seit Verkaufsstart des neuen Toyota Prius-Modells im Mai rund 250.000 Bestellungen ein, was zu Wartezeiten von mehr als sechs Monaten führte, da Toyota mit der Produktion von Lithium-Ionen-Batterien nicht mehr hinterher kam.

Hersteller profitieren von Hybrid-Boom

Global erwartet Toyota einen Absatz von 6,6 Millionen Autos statt wie bisher 6,5 Millionen. Zwar hielt der Autobauer an seinem globalen Produktionsziel von 6,3 Millionen Einheiten fest, schließt eine Änderung der Prognose in Kürze aber nicht aus. Toyota-Präsident Akio Toyoda hofft, sein Unternehmen bis zum März 2011 wieder in die Gewinnzone zurückzuführen. Kürzlich hatte Honda, Japans Nummer Zwei, seine Gewinnprognose fürs Gesamtjahr angehoben und für das zweite Quartal einen Nettoertrag von 7,6 Milliarden Yen verbucht. Auch Honda profitiert von dem Hybrid-Boom mit seinem Modell Honda Insight.

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dpa / ama

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