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Autoindustrie

Auftragsbestand auf niedrigstem Stand seit Ende der 80er

Foto: dpa

Der Auftragsbestand der deutschen Autohersteller ist nach Aussage von VDA-Präsident Matthias Wissmann auf den niedrigsten Stand der letzten 20 Jahre gesunken. Auch wenn die Absatzzahlen im Dezember weniger stark eingebrochen sind als befürchtet, könne von "einer Entspannung keine Rede sein", so Wissmann im Gespräch mit auto motor und sport.

11.01.2009 Jens Katemann

"Das Dezember-Ergebnis bei den Neuzulassungen wird dadurch verzerrt, dass es in diesem Monat zwei Arbeitstage mehr gab als im Vorjahreszeitraum. Die Inlandsbestellungen der deutschen Hersteller lagen um 21 Prozent unter dem Vorjahresniveau und waren damit im vierten Quartal um 20 Prozent im Minus. Deshalb macht uns auch der Auftragsbestand große Sorgen", so Wissmann. "Er liegt um elf Prozent unter dem Vorjahreswert und damit auf dem niedrigsten Niveau seit Ende der 80er Jahre.“

Autohersteller stützen Zulieferer

Um die Lieferkette aufrecht zu erhalten, seien die Autohersteller inzwischen dazu übergangen, die Liquidität der Zulieferer durch Millionenzahlungen zu stützen. "Dutzende von kleinen und mittleren Zuliefererbetrieben, die eigentlich gesund und zukunftsfähig sind, stehen vor Liquiditätsproblemen aufgrund der unzureichenden Kreditvergabe", kritisiert Wissmann die zurückhaltende Rolle der Banken. "Es kann nicht sein, dass die Banken bei Sonnenwetter einen Schirm ausgeben und ihn beim ersten Regen wieder einziehen. Und zurzeit regnet es nicht nur, es hagelt.

So mancher Hersteller unterstützt derzeit seine Zulieferer, um die Wertschöpfungskette aufrecht zu erhalten - und das mit zum Teil nennenswerten Beiträgen." Einzelne Unternehmen würden Zulieferer "mit Beträgen in Millionenhöhe" stützen.

Es könne jedoch nicht die Rolle der Autoindustrie sein, die Aufgabe der Banken zu übernehmen. "Die Kreditinstitute sind hier genauso in der Pflicht wie der Staat mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Denn eines ist doch klar, die deutsche Automobilindustrie hat von ihrer technischen Kompetenz und Innovationskraft her beste Chancen, nach der Krise stärker zu sein als zuvor."

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