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Viva la Billiglohn

Diese Modelle werden in Mexiko gebaut

VW Käfer , Frontansicht Foto: Hardy Mutschler 37 Bilder

Die Autohersteller setzen auf Mexiko. Das Land ist derzeit besonders begehrt - nicht als Absatzmarkt, sondern Produktionsstätte. Wir zeigen, welche Modelle im Land von Salsa und Tequila gefertigt werden. Und warum.

23.04.2015 Roman Domes 1 Kommentar

Die Meldungen reißen nicht ab. Pro Woche flattert von beinahe jedem Hersteller eine "Wir-bauen-ein-neues-Werk-in-Mexiko"-Info ins Redakteurs-Postfach. Welche Unternehmen bauen eigentlich Autos in Mittelamerika und welche? Und welcher Markt soll damit bedient werden? Und warum avanciert gerade Mexiko zum Autobauer-Mekka?

Für wen wird in Mexiko gebaut?

Ford investiert eine Menge Geld in Mexiko. Insgesamt 2,5 Milliarden US-Dollar (ca. 2,3 Mrd. Euro) fließen in die Bundesstaaten Chihuahua und Guanajuata. In einem wird ein Motorenwerk gebaut, im Anderen eine Fabrik für Getriebe. Doch außer Nord- und Südamerika werden auch noch weitere Märkte bedient. Die europäischen Endmontage-Fabriken, zum Beispiel in Köln, erhalten künftig einen Teil der Teile aus Mexiko.

Fast alle namhaften deutschen Hersteller sind ebenfalls in Mexiko zu finden. BMW und Daimler wollen in Zukunft speziell die Modelle der Kompaktklasse in Mexiko fertigen lassen. Diese Autos sind für die Premiumhersteller schwache Renditebringer. Der Export aus Deutschland wird den Münchnern und Stuttgartern auf Dauer zu teuer. Es lohnt sich daher, in Mexiko direkt zu produzieren – auch für die Märkte Nord- und Südamerika. Momentan plant BMW Gerüchten zu Folge ab 2019 die 3er-, 5er-, 7er- und X5-Reihe in Mexiko zu produzieren, überwiegend für die North American Free Trade Association (NAFTA). Lediglich gepanzerte Fahrzeuge vom Typ X5 finden den Weg über den Atlantik.

Mercedes hat vor, ein neues Modell auf Basis der A-Klasse in Mexiko zu produzieren und in Nord- und Südamerika zu verkaufen. Dieser A-Ableger soll eine Stufenheck-Limousine werden – diese Kompaktklassen-Kategorie ist besonders in den USA gefragt. Nach Deutschland dürfte das Modell den Weg nicht finden; bei uns hat diese Karosserievariante ein Rentner-Image.

Warum gerade Mexiko?

Warum gerade Mexiko als Produktionsstandort gewählt wird, erklärt sich mit dem Blick auf die Bedingungen in dem aufstrebenden Industrieland südlich der USA. Die Löhne sind deutlich billiger als in den Vereinigten Staaten. Nichtsdestotrotz ist Mexiko Teil der nicht unumstrittenen NAFTA.

Autos, die innerhalb der USA, Kanada oder Mexiko produziert werden, können ohne teure Importkosten in die drei Länder eingeführt werden. Auch gegen Währungsschwankungen - etwa einen zu starken Euro - ist man gefeit, wenn man dort baut, wo man verkauft. Kein Wunder, dass die Automobilindustrie derzeit nach Mexiko stürmt.

Im Gegensatz zu den USA und Kanada gibt es dort auch keine derart starke Gewerkschaft wie etwa die United Auto Workers (UAW), sondern nur lose organisierte Zusammenschlüsse. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

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Zum Bildtext 9:

Daimler kooperiert nicht mit DetroitDiesel.

DaimlerChrysler hat 2000 Detroit Diesel gekauft, ist eine 100%-Tochter. Nach dem Auslaufen des in den 1990er Jahren selbstentwickelten DD14 Motors ist Detroit Diesel nur noch ein Markenname (wie Freightliner, Smart, Mercedes-Benz, Setra). Die Lkw-Motoren von Daimler werden in Nordamerika als Detroit Diesel vermarktet.

Berndili 19. Juli 2016, 14:43 Uhr
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