Autojahr 2011: Italien-Neuheiten vom Kleinwagen bis Supersportler

Dodge Journey Eco+

So sieht das Autojahr 2011 aus der Sicht der Italiener aus: Die Neuheitenflut reicht von neuen Kleinwagen von Fiat und Lancia über adaptierte US-Modelle bis hin zu neuen, schlagkräftigen Supersportlern von Lamborghini, Ferrari und Pagani.

Die deutschen Hersteller bringen im kommenden Jahr mehr als drei Dutzend Neuheiten auf den Markt, die Japaner mehr als zwei Dutzend, die Franzosen immerhin zehn - da wollen die Italiener nicht hinten anstehen.

Fiat ist mit 25 Prozent an Chrysler beteiligt. Damit wird die Zukunft der Italiener und des drittgrößten US-Autobauers eine gemeinsame sein. Masse machen, ist das Credo von Firmenboss Sergio Marchionne. Denn seiner Einschätzung nach werden langfristig nur die Autobauer überleben, die auf rund sechs Millionen Verkäufe im Jahr kommen. Auch deshalb baut er Chrysler rigoros um.

In Europa wird die Marke Chrysler komplett vom Markt verschwinden. Und Fahrzeuge wie der Nachfolger des Chrysler 300C werden einfach unter Lancia-Logo vertrieben. Deutlich runder gezeichnet als der Vorgänger tritt der Chrysler 300 dann ab der IAA die Nachfolge des glücklosen Lancia Thesis an. Basistriebwerk ist der neue 3,6-Liter-Pentastar-V6, der es auf  286 PS und 354 Nm Drehmoment bringt. Top-Motor ist ein 5,7-Liter-V8 mit 360 PS und 528 Nm Drehmoment. Für Europa kommt noch ein neuer Dreiliter-V6-Turbodiesel mit Vierventiltechnik dazu, der bei italienischen Motorenspezialisten VM Motori entwickelt wurde. Dieser leistet 250 PS und kommt auf ein maximales Drehmoment von 550 Nm.

Als dritter im Bunde darf ab der IAA auch der Chrysler Grand Voyager dieseits des Atlantiks als Lancia wirken. Er wird leicht modifiziert die Nachfolge des angestaubten Vans Lancia Phedra antreten. Der Kleinwagen Lancia Ypsilon bleibt dagegen bei seinen italienischen Wurzeln, wird aber komplett neu entwickelt ab dem Frühjahr zu haben sein.

Gleiches Schicksal ereilt die US-Marke Dodge, die - in Europa - zuletzt ohnehin eine Zwei-Produkt-Marke war. Der Dodge Caliber wird eingestellt, der Nachfolger des SUV Journey kommt 2011 als Fiat Freemont nach einem Jahr Pause wieder in den Handel. Premiere feiert dieser auf dem Genfer Autosalon. Das Design wird ein wenig aufgefrischt, der Innenraum überarbeitet. Die hinterste der drei Sitzreihen kann künftig komplett im Wagenboden versenkt werden. Unter der Haube sollen zum Start zwei Common-Rail-Diesel mit etwa 140 PS und 170 PS verfügbar sein. Später folgt ein V6-Benziner mit 3,6 Litern Hubraum und 276 PS. Diesen Motor und den stärkeren Diesel bietet Fiat auch zusammen mit Allradantrieb an. Neu kommen soll gegen Ende 2011 auch der Panda, dem laut Business-Plan auch eine Van-Version zur Seite gestellt werden soll..

Ebenfalls mit US-Genen wird der künftige Lancia Flavia antreten. In den USA als Chrysler 200 am Start werden vermutlich Limousine und Cabrio als Lancia auch in Deutschland angeboten. Unter der Motorhaube des Chrysler 200 Cabrio verrichtet ein Vierzylinder seinen Dienst, der aus 2,4 Litern Hubraum 173 PS und 225 Nm mobilisiert. Wem das nicht genügt, der kann zum neuen 3,6 Liter-V6-Motor mit 283 PS und 352 Newtonmeter greifen.

Echte italienische Highlights sind dagegen der neue Ferrari FF und der Ferrari 458 Spider. Der Ferrari FF als 612 Scaglietti-Nachfolger debütiert bereits auf dem Genfer Autosalon. Der Viersitzer mit dem Shooting Brake-Heck wird zudem als erster Ferrari einen Allradantrieb tragen. Neben dem neuen 660 PS starken 6,3 Liter-V12-Motor bietet der FF auch eine Kofferraum mit 800 Liter Stauraum. Damit können Golfbags künftig in 3,7 Sekunden von Null auf 100 km/h beschleunigt und mit bis zu 335 km/h transportiert werden. Die Serienversion des HY-Kers-Systems wird den Ferrari FF zudem später zum ersten Ferrari-Hybrid-Modell machen.

Tradition haben bei Ferrari Cabrios. So wird auch der 458 zur IAA seines festen Dachs beraubt und als 458 Spider antreten. Technisch wird der 570 PS starke Mittelmotorsportler sich nicht vom Coupé unterscheiden.

Noch schärfer geht mit dem Pagani Huayra ein weiterer Supersportler aus Italien an den Start. Die neue Kohlefaserflunder trägt einen Sechsliter-Biturbo-V12-Motor vom AMG im Heck. Dieser steuert 700 PS und 1.000 Nm Drehmoment bei. Gepaart mit einem Gewicht von nur 1.350 Kilogramm bleiben dem Huayra kaum Gegner.

Es sei denn, er heißt Aventador und kommt dem Lamborghini-Stall. Auch dieser setzt mit hohem Kohlefasereinsatz auf extremen Leichtbau. Der neue 6,5-Liter-V12 leistet ebenfalls 700 PS, die er permanent auf alle vier Räder verteilt. Premiere feiert der neue Super-Stier auf der IAA im September.

Alle Details zum Autojahr 2011 aus italienischer Sicht finden Sie wie immer in der großen Fotoshow.

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Uli Baumann

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