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Autokrise

EIB erhöht Finanzhilfen für Autobranche

Foto: dpa

Die Europäische Investitionsbank (EIB) erhöht ihre Finanzhilfen für die angeschlagene Autoindustrie massiv. Bis Ende Juni würden wahrscheinlich sieben Milliarden Euro Kredithilfen genehmigt, teilte EIB-Präsident Philippe Maystadt am Montag (9.3.) in Brüssel mit.

09.03.2009

Bislang  waren vier Milliarden Euro vorgesehen. "Das ist signifikant, wenn man bedenkt, dass sich die gesamten Forschungsausgaben des Sektors auf 20 Milliarden Euro belaufen", sagte Maystadt. Der größte Teil der sieben Milliarden solle in die Entwicklung umweltschonenderer Autos fließen.

Maximal 400 Millionen Euro pro Unternehmen

Die Obergrenze je Unternehmen für einen EIB-Kredit liegt bei 400 Millionen Euro im Jahr. "Wir sind eine EU-Institution und ich denke, wir sollten Ausgewogenheit anstreben", sagte Maystadt. In Deutschland hatte die EIB im Januar mit Volkswagen ein 400-Millionen-Euro-Darlehen unterzeichnet. Die Bank mit Sitz in Luxemburg ist ein Finanzierungsinstrument der EU und gehört den Mitgliedstaaten. In der aktuellen Wirtschaftskrise ist sie nach dem weitgehenden Ausfall der
Geschäftsbanken einer der wichtigsten Kreditgeber. Die EIB kann sich wegen ihrer guten Bonität günstig Geld auf den Kapitalmärkten leihen und verleiht dieses dann weiter.

Autoindustrie will noch mehr Geld

2008 erhöhte die EIB angesichts der Finanzkrise ihr Kreditvolumen um 21 Prozent auf 57 Milliarden Euro. Mit dem Geld sollen drei langfristige Ziele gefördert werden: Der Kampf gegen den Klimawandel und die Förderung von kleinen und mittleren Betrieben (KMU) sowie von
ärmeren Regionen (Konvergenz). "Wir haben schnell reagiert, gleichzeitig aber unsere technischen, wirtschaftlichen und umweltpolitischen Standards eingehalten", betonte Maystadt.

Im Dezember hatte der EIB-Vorstand beschlossen, der Industrie zusätzliche Kredite in Höhe von 15 Milliarden Euro im Jahr zur Verfügung zu stellen. Für die Auto-Industrie wurden damals vier Milliarden Euro zur Entwicklung umweltfreundlicher Technologien eingeplant. Einige Mitgliedstaaten hatten nach EIB-Angaben verlangt, die vier Milliarden auf zehn Milliarden Euro aufzustocken. Die Industrie selbst verlangt 40 Milliarden.

EIB hat keinen Rettungsauftrag

Maystadt machte klar, dass mit 7 Milliarden die Obergrenze nun so gut wie erreicht ist. "Es gibt Grenzen, weil wir uns selbst erst Geld leihen müssen, bevor wir es verleihen können", sagte der Belgier. Mehr Mittel für die Autobauer bedeuteten zwangsläufig Kürzungen bei anderen Projekten, beispielsweise der Gebäudeisolierung. Die Förderung von Energieeffizienz oder erneuerbaren Energien sei jedoch eine "Priorität" der EIB. "Nur wegen der Wirtschaftskrise
verschwindet der Klimawandel nicht."

Die EIB biete nur langfristige Finanzierung. "Wir können keine Unternehmen retten, das ist nicht unsere Aufgabe", betonte Maystadt. Für 2008 wies die EIB einen vorläufigen Gewinn von 1,65 Milliarden Euro aus.

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