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Automarkt

Kein Schock durch Mehrwertsteuer

Foto: dpa

Entgegen den Befürchtungen diverser Wirtschaftsinstitute sieht der Autoforscher Ferdinand Dudenhöfer keine belastenden Effekte durch die höhere Mehrwertsteuer im Jahr 2007 für den Autoabsatz.

05.12.2005

Mit verhaltenem Optimismus blickt Dudenhöfer auf die Entwicklung am Automarkt für die Jahre 2006 und 2007. Allerdings speist sich die insgesamt positive Erwartungshaltung nicht aus einem gesamtwirtschaftlichen Wachstum, sondern bezieht der prognostizierte Aufwärtstrend seine Kraft aus Sondereffekten. So soll es im kommenden Jahr ausgerechnet die ab Januar 2007 drohende Mehrwertsteuererhöhung auf 19 Prozent richten. Durch diese erwartet das von Dudenhöfer geleitete Prognoseinstitut B & D Forecast ein Vorziehen vor allem privater Autokäufe in Größenordnung von etwa 50.000 Einheiten.
Im Gegensatz zum Verband der deutschen Automobilhersteller (VDA) rechnen die Experten aber nicht damit, dass der durch einen Vorzieheffekt erzielte Absatzaufschwung 2007 wieder verpuffen wird. Die Hoffnung stützt sich auf das extrem hohe Auto-Durchschnittsalter von 8,4 Jahren, das 2007 erreicht werden wird und das die Experten zur Annahme verleitet, dass es dann zu einem nicht unerheblichen Auswechseleffekt bei alten Pkw kommen wird.

Autos im Durchschnitt 8,4 Jahre alt

Dieses Hoffnung wird von den Propheten der Branche inzwischen seit vier Jahren geschürt. Was für B&D-Forecast spricht: Je länger das Fahrzeugalter als Aufschwungargument in die Waagschale geworfen wird, umso wahrscheinlicher ist, dass die Auguren irgendwann Recht haben werden. Ob es 2007 soweit sein wird?


Die Aufschwunghoffnung gründet sich aber nicht nur auf die Flucht vor der höheren Steuer, respektive das Methusalemalters des deutschen Autobestandes. Ganz handfest ist die Erwartung, dass 2006 eine gute Saison für Selbstzünder wird, nachdem die Engpässe bei der Ausrüstung mit Dieselpartikelfiltern spätestens im kommenden Frühjahr ausgeräumt sein dürften. In Summe rechnet B&D-Forecast mit einem Absatz von 3,4 Millionen Neufahrzeugen 2006 in Deutschland und 2007 mit 3,45 Millionen.

Was die Verbraucher freuen wird, den Handel aber eher bekümmern: Aufgrund des schmalbrüstigen Aufschwungs wird es zumindest im ersten Halbjahr 2006 keine Abkehr in Sachen Rabattpolitik geben. Derzeit liegt der durchschnittliche Preisnachlass bei 14 Prozent.

Internationale Märkte gemischt

Ein ähnliches Wachstumszenario wie für den deutschen Markt sieht das Prognoseinstitut für Westeuropa. Dagegen wird für den US-Markt eine Nachfrageabschwächung gesehen. Die deutschen Hersteller dürfte das aber weniger treffen: Der für die USA erwartete leichte Rückgang von 17 Millionen Einheiten (2005) auf 16,9 Millionen begründet sich schon alleine aus den Produktionskürzungen bei den ums Überleben kämpfenden US-Autobauern Ford und General Motors.

Pkw-Neuzulassungen in Deutschland

JahrZulassungen
19993.802 Mio.
20003.379 Mio.
20013.342 Mio.
20023.253 Mio.
20033.233 Mio.
20043.267 Mio.
20053.310 Mio.*
20063.400 Mio.*
20073.450 Mio.*


*prognostiziert

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