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Autonis 2015 Gesamtergebnis

Das sind Ihre Design-Favoriten

Opel Adam S Foto: Hersteller 51 Bilder

Bei unserer Wahl "autonis - Beste Design-Neuheit 2015" haben mehr als 17.000 Leser über die neuen Modelle abgestimmt. Hier alle Sieger-Typen aus zehn Kategorien.

30.08.2015 Malte Jürgens

Wir müssen hier etwas weiter ausholen, aber es lohnt sich: Bereits 1852 formulierte der amerikanische Bildhauer und Architekt Harold Greenough seinen mitunter missverstandenen Satz: "Form follows function", die Form folgt der Funktion. Daraus wird gerne abgeleitet, dass es pro definierter Funktion auch nur eine optimale Formgestaltung der Maschine oder des Automobils gebe. Die Natur lehrt das Gegenteil: Etwa 30.000 Fischarten müssen als mobile Wasserbewohner mit ihrer Schwimmfunktion klarkommen – und tun dies auf mehr als 30.000 ganz verschiedene, deutlich unterscheidbare Weisen.

Kreativität und strenge Regeln

Ähnliches gilt für die Formgestaltung von Automobilen. Sehen sich manche Modelle auch relativ ähnlich, gleichen sie sich doch nicht aufs Haar. Den Designern eröffnet sich damit ein weites Feld der Kreativität, das allerdings vom Formempfindender Betrachter modifiziert wird. Keilförmige, gezackte, scharfe und spitze Formen werden häufig als aggressiv empfunden, während runde Formen und stromlinienförmige Verläufe das genaue Gegenteil signalisieren.

Autonis Aufmacher
Autonis 2015 - Die schönsten Autos 51 Sek.

Die Aufgabe des Designers wird damit kompliziert: Er muss in aller Regel beim Entwerfen eines Autos aus beiden Feldern Elemente kombinieren, die dann auch noch – und das ist entscheidend – nach dem technischen Paket unter dem Blech der Karosserie gestaltet sein wollen. Ferner müssen etwa die Glasflächen, Türen und Hauben, Dachlinien, Zierelemente und Radausschnitte so ausbalanciert werden, dass hinterher ein Auto im Studio steht, von dem der unvoreingenommene Betrachter spontan sagt: "Der sieht ja klasse aus." Dazu gilt es, traditionelle Design-Merkmale der Marke mit in den neuen Entwurf zu übernehmen.

Da es keine feste Formel gibt, die man nur anwenden müsste, um stets ein gefälliges Resultat zu erreichen, ist jeder neue Design-Jahrgang immer auch ein bisschen von der Methode Versuch und Irrtum geprägt: Wie kommt das theoretisch perfekt designte Auto letztlich beim künftigen Kunden an? Signalisiert es auf elegante Art die Leichtigkeit des Auto-Seins, oder wirkt es mehr wie ein klobiger Klotz? Steht hier ein Top oder ein Flop?

Die Regeln der Wahl

Genau hier setzt die autonis-Leserwahl für den Jahrgang 2015 an. Mit ihr gibt ein wichtiger Teil der großen Zielgruppe aller Hersteller seine Meinung ab – zum Design der Neuerscheinungen dieses Jahres. Es sind die Leser von auto motor und sport, sie wählten ihre Favoriten online. Die Besonderheit: Jeder Teilnehmer erhält vier Wahlmöglichkeiten, zwei für positive und zwei für negative Bewertungen. Daraus ergibt sich die Bilanz. Stimmen etwa 20 Prozent aller Teilnehmer für das Modell A als Design-Top und 5 Prozent als Flop, bekommt A die Bilanzzahl 15. Dieser Wert legt den Rang fest, auf dem das Modell A landet.

Erhält ein Auto mehr ablehnende als positive Stimmen, kann es auch zu einer negativen Bilanzzahl kommen. Beispiel: 5 Prozent positiv und 20 Prozent negativ ergeben die Bilanzzahl –15. Nach dieser Wertungsmodalität entstanden die Resultate der autonis-Wahl.

Designmarke des Jahres

Eine wichtige Zusatzdisziplin bei der autonis-Leserwahl ist das Küren der Designmarke des Jahres. Hier wird nicht nach einzelnen Modellen gefragt, sondern nach dem Gesamteindruck, den eine Automarke in den zurückliegenden zwölf Monaten hinterlassen hat. Mit mehr als doppelt so vielen Leserstimmen platzierte sich für 2015 mit 29,1 Prozent Mercedes an der Spitze vor Jaguar und BMW (11,8 und 11,3 Prozent). Ebenfalls neu waren innerhalb der autonis-Wahl ein paar Fragen, die tieferen Einblick in Vorlieben und Ablehnungen des aktuellen Auto-Designs gewähren. Die Frage "In welchen Fahrzeugklassen hat sich beim Design in letzter Zeit am meisten getan?" beantworteten 48 Prozent der Befragten mit "Bei kompakten Geländewagen und SUV". Erstaunlich dagegen die Wahrnehmung bei Cabrios und den Vertretern der Luxusklasse: Nur 7 beziehungsweise 8 Prozent der Wähler sahen hier deutliche Fortschritte im Design.

Sorge bekundeten mehr als die Hälfte der Leser wegen des sich immer ähnlicher werdenden Designs vieler Modelle, auch von unterschiedlichen Herstellern: 55 Prozent der Aktionsteilnehmer sind der Ansicht, dass diese Tendenz zutrifft. "Was wird sich Ihrer Meinung nach in Zukunft beim Auto-Design durchsetzen?", wollten wir ebenfalls wissen. Den Spitzenplatz nehmen hier mit 63 Prozent die Bedienkonzepte der Smartphone-Welt ein. Mit 56 Prozent dichtauf folgen das Touchscreen-Display im Cockpit und das Einspiegeln von Informationen in die Frontscheibe.

43 Prozent der Teilnehmer sind der Meinung, dass sich einfache Bedienung durchsetzen wird, und für Laser-Scheinwerfer stimmten noch 37 Prozent. Auffällig, dass offenbar Bildschirme und Kamerasysteme einige klassische Qualitäten nicht völlig zu Nebensächlichkeiten degradieren: Nur 14 Prozent der Befragten meinten zwar, dass gute Rundumsicht ein vorrangiges Designziel der Zukunft werden könnte, aber 41 Prozent nennen eben "gute Rundumsicht" als einen Faktor, der ihnen in den letzten zehn Jahren beim Auto immer wichtiger geworden ist.

Immerhin 31 Prozent sehen in der Entwicklung eines variablen Interieur-Designs einen verstärkten Zukunftstrend. Einen besonderen Stellenwert nimmt dabei erneut die einfache Bedienung ein. Mit 63 Prozent liegt sie auf der Design-Wunschliste unangefochten auf Platz eins. Dazu passt auch, dass der Wunsch nach funktionellem Innendesign mit 59 Prozent klar vor Eleganz (47 Prozent), Sportlichkeit (44 Prozent), Klassik (14 Prozent) und futuristischem Design (8 Prozent) liegt. Merke: Was eine Studie auf den großen Bühnen der internationalen Autoshows schmückt, ist im Alltag nicht unbedingt tauglich.

Kernwerte des Designs

"Woran denken Sie, wenn Sie den Begriff ,Automobil-Design‘ hören?", lautete eine weitere Frage. 62 Prozent wählten Schönheit und Eleganz auf Rang eins, dicht gefolgt von Ästhetik im Allgemeinen. Schon weit abgeschlagen die Aussage "An Ikonen der Vergangenheit". Gab es in den zehn Fahrzeugkategorien klare Sieger und Besiegte, schlichtete auch die Zusatzbefragung ein altes Streitthema nicht: Sollte man Modellreihen bauen mit hoher Familienähnlichkeit oder ganz unterschiedlicher Optik? Das Ergebnis lautet 50 zu 47 Prozent − also ein klares Unentschieden zwischen Einheitslook und wilder Varianz. Wichtig aber ist: Jeder zweite Leser kauft ein Auto unter anderem wegen seines Designs. Das ist die schönste Botschaft überhaupt.

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