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Autopreise fahren Gehältern davon

Immer länger arbeiten für einen Neuwagen

Autokauf Foto: glp/Pro Motor

Die Neuwagenpreise sind in den vergangenen 20 Jahren etwa doppelt so stark gestiegen wie die Einkommen in Deutschland. Die Betriebskosten sind sogar explodiert. Das ergab eine Auswertung der Zeitschrift auto motor und sport.

10.06.2015 auto motor und sport

Demnach erklärt sich der seit Jahren zurückgehende Anteil von Privatkäufern bei Neuwagen, der von Januar bis April nach Angabe des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) auf nur noch 33 Prozent gefallen ist. Vor 15 Jahren ging noch etwa die Hälfte der Neuwagenkäufe auf das Konto von Privatkunden.

Privatkunden kaufen eher Gebrauchte

Der auto-motor-und-sport-Analyse zufolge stiegen in den vergangenen 20 Jahren die Neuwagenpreise um 60 Prozent, die Betriebskosten sogar zum Teil um 130 Prozent. Der Durchschnittslohn legte dagegen nur um 33 Prozent zu. Ein Beschäftigter muss heute, könnte er sein gesamtes Einkommen sparen, rund 16 Monate für einen Neuwagen arbeiten – 1994 waren es drei Monate weniger. Die Folge: Immer mehr Privatkunden weichen auf Gebrauchte aus. Markenhändler haben laut DAT allein in den vergangenen fünf Jahren rund 800.000 Kunden an den Gebrauchtwagenmarkt verloren.

Kein Wunder: Dort war die Preisentwicklung ausgesprochen moderat und hat sich an der Einkommensentwicklung orientiert. So stiegen die durchschnittlich gezahlten Gebrauchtwagenpreise in den vergangenen 20 Jahren um 32 Prozent und entsprechen damit der Gehaltsentwicklung. Damals wie heute muss ein Beschäftigter nur rund sechs Monate für einen Gebrauchten arbeiten.

Auf diesen dauerhaften Zusammenbruch des Privatkundenmarktes reagieren die Hersteller jedoch nicht mit moderateren Neuwagenpreisen, sondern mit hohen Listenpreisen, auf die noch höhere Rabatte gewährt werden. Die Auswertung der aktuellen Rabatte zeigt, dass das Niveau weiter gestiegen ist. Ende 2014 lag der Durchschnittsrabatt bei 23 Prozent, im ersten Quartal 2015 ist er auf 25 Prozent gestiegen.

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