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Autos, die man nicht vergisst (7)

Dornier Delta - Glashütte

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Seit 40 Jahren schreibt Klaus Westrup über Autos in auto motor und sport. Für Motor Klassik erinnert er sich nun - diesmal an den Dornier Delta, ein Auto für die Stadt.

13.07.2007 Klaus Westrup Powered by

Claudius Dornier, Chef der berühmten Flugzeugfabrik am Bodensee, überbringt das fluguntaugliche Objekt persönlich. Es ist der Versuch eines Stadtwagens, eines Objekts, nach dem Mahner in der Autowüste immer wieder mal gerufen haben.

Selbst die Isetta ist länger

Dornier spricht mit leiser Stimme und wirkt überaus bescheiden. Das kleine Glück scheint es ihm angetan zu haben. Sein Segelboot, das in Kirchberg am Bodensee vor Anker liegt, ist mit einer Länge von drei Metern auch nicht besonders groß. Doch der Delta, wie er das winzige Automobil genannt hat, misst nur 2,20 Meter - bei einem Radstand von 1,30. Selbst die BMW Isetta aus den Fünfzigern ist ein paar Zentimeter länger, der erste Smart Fortwo übertrifft den Dornier-Zwerg um glatte 30 Zentimeter, der aktuelle Nachfolger liegt gar einen halben Meter darüber.

Ein Kasten mit Rädern dran

Das Auto hat eine ordentliche Straßenzulassung mit Münchner Nummer und TÜV-Plakette. Eine Form im klassischen Sinn hat es dagegen nicht. Der Delta ist einfach ein Kasten mit Rädern dran, kleinen Zehn-Zöllern, wie sie auch der im direkten Vergleich riesige Mini mit seinen drei Metern Länge trägt. Oberhalb der Taille ist der Kasten so üppig verglast wie ein Papst-Auto und gewährt seinen maximal zwei Passagieren exzellenten Überblick, zumal die Sitzposition recht hoch ist. Unten trägt der Kasten eine unsichtbare Bodenplatte aus wasserfest verleimtem Sperrholz, den kantigen Aufbau übernehmen Stahlprofilrahmen mit Kunststoff-Füllungen.

Das Raumgefühl ist gut

Konsequenterweise hat der Kasten Schiebetüren, Ein- und Ausstieg sind das reine Vergnügen. Das Raumgefühl in der Glaskanzel ist erstaunlich gut und zeigt fast drei Jahrzehnte vor dem Smart-Debüt, wie wenig Auto zwei Personen eigentlich brauchen. Was die passive Sicherheit angeht, ist man in jenen Jahren noch unerschrocken. Es gibt nicht einmal Gurte, ein eventueller Aufprall wäre schon bei kleinsten Kollisionsgeschwindigkeiten fatal.

Das Lederlenkrad stammt aus dem Zubehörladen und liegt ungewöhnlich flach, die Pedale sind ganz altmodisch stehend angeordnet, der Mittelschalthebel befehligt ein Vierganggetriebe. Samt Motor sitzt es unterhalb eines kleinen Kofferabteils im Wagenheck, womit der Delta konzeptionell mit dem Smart enge Verwandtschaft zeigt.

Im  Heck sitzt ein Zwei-Zylinder-Boxer mit 23 PS

Doch der Heckmotor hat nicht drei Zylinder, sondern nur zwei. Kennern ist er aus dem kleinen Steyr-Puch vertraut, der 650 Kubikzentimeter große Boxer, der im Delta 23 Pferdestärken auf die hintere schraubengefederte Pendelachse entlädt.

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