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Autos um 27.000 Euro

SUV, Sportler, Van - alles geht

Heinrich Lingner Foto: Dino Eisele 38 Bilder

Der Autokäufer in Deutschland gibt für seinen Neuwagen durchschnittlich etwa 27.000 Euro aus. Was er dafür bekommt, ist alles andere als Durchschnitt, wie unsere individuelle Typ-Kaufberatung beweist.

10.06.2013

Der Genießer: Er verlangt kein hallenartiges Platzangebot, er mag es gediegen und komfortabel, gern auch mit offenem Dach.

Opel Cascada: Mittelklasse-Cabrio zum Kompaktpreis

Ein offenes Auto darf hier nicht fehlen, Autofahren an der frischen Luft ist trotz der diversen Cabrio-Booms der letzten Jahrzehnte immer noch eine weithin unterschätzte Freizeitbeschäftigung. Bei Opel gibt es für genau 27.000 Euro einen Cascada mit 140 Turbo-PS, freilich in der spartanischeren Edition-Ausstattung. Auf eines muss dennoch nicht verzichtet werden: den Bedienknopf, mit dem das elektrohydraulische Verdeck sogar während der Fahrt aufgeklappt werden kann. In nur 17 Sekunden verwandelt sich der Cascada in eine Sonnenterrasse für vier. Es darf allerdings nicht verschwiegen werden, dass das Platzangebot im Fond coupéhaft knapp ausfällt. Für Großgewachsene wird es schnell eng. Wenn noch etwas Geld übrig sein sollte, empfiehlt sich übrigens das adaptive Flexride-Fahrwerk für 980 Euro. Damit wird der Cascada vollends zum komfortablen Gleiter für die kleinen Fluchten aus dem Alltag, einer, in dem sich die B 43 von Rüsselsheim nach Kelsterbach nicht viel anders anfühlt als die Route 66 zwischen Needles und Barstow.

Toyota Prius: Ausgereift, fortschrittlich, nervenschonend

Eine ganz andere Art des Genießens entfaltet sich im Hybrid-Toyota, den es für genau 26.800 Euro zu kaufen gibt, in aktuellen Aktionen ist er sogar nochmals rund 2.000 Euro billiger. Das fast lautlose Gleiten mit Elektro-Kraft, die unmerklichen Schaltvorgänge des mit dem Elektroantrieb verzahnten Planetenrad-Getriebes, das entkoppelte Fahren mit dem kleinen Lenkrad und dem Fahrpedal – das ist Autofahren wie in einem Science-Fiction-Film. Die passende Musik kommt über den iPod in den Prius, denn das CD-Radio mit externen Anschlüssen gehört neben vielen anderen nützlichen Details wie dem Farbmonitor samt Rückfahrkamera oder dem Multimedia-System bereits zur Serienausstattung der einfachsten Version. Dass der Prius zudem enorm sparsam ist und den Ruf genießt, ebenso langlebig wie zuverlässig zu sein, macht ihn zum idealen Genuss-Auto für Leute, denen die nicht-automobilen Genüsse im Leben wichtiger sind.

Audi A4: Gediegene Limousine zu bezahlbaren Konditionen

Zugegeben, der Audi A4 ist vermutlich nicht das erste Fahrzeug, das einem einfällt, wenn es um Genießer-Autos geht. Vernunfts-Limousine, Vertreter-Express, ja, das schon eher. Dabei spricht einiges für den Mittelklasse-Audi. Für genau 27.750 Euro ist der A4 mit dem 120 PS starken TFSI-Benziner der perfekte Einstieg in die Premiumwelt mit dem Wohlfühlaroma der teureren Modelle. Freilich gibt es zu diesem Preis nur die nüchterne Attraction-Ausstattung, die ihm aber nichts wirklich Wichtiges vorenthält. 16-Zoll-Stahlräder muss man sich selbstbewusst leisten, dafür sind Klimaautomatik, Funkschlüssel und Stoffbezüge aufpreisfrei dabei. Das Fahrgefühl im Basis-A4 unterscheidet sich ohnehin nur unwesentlich von dem einer doppelt so teuren Sechszylinder-Variante. Denn der 1,8-Liter läuft kultiviert, hängt gut am Gas, die Fahrleistungen sind völlig zufriedenstellend – für Genießer, die wissen, dass genug immer besser ist als zuviel.

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Kaufberatung Autos um 27 000 Euro Wie viel Auto gibt’s für 27 000 Euro?
auto motor und sport 11/2013
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Der Familienvater: Diese drei Modelle verbinden tolles Platzangebot mit hoher Praxistauglichkeit und feinem Komfort.

Mercedes B 180: Komfortabler, handlicher Familientyp

Wer hätte gedacht, dass für unter 27.000 Euro schon ein vollwertiger Mercedes in den Carport huscht? Konkret: der B 180 mit einem 122 PS starken 1,6-Liter-Benziner. Für familienadäquates Fortkommen reichen dessen 200 Newtonmeter locker aus, selbst wenn Jochen – unserem Sportler – angesichts der beschaulichen Längsdynamik die Lider schwer werden dürften. Andererseits hat die B-Klasse seit der Umstellung vom Sandwichboden auf ein konventionelles Chassis an ihren Handlingqualitäten gefeilt und kurvt inzwischen talentiert um die Ecken. Lenkung und Handling entsprechen Kompaktklasse-Level, weit entfernt von Van-Geschaukel. Wer es hingegen so variabel wie beim Vorgänger mag, muss das Easy-Vario-Plus-Paket ordern. Damit lassen sich die Rücksitze verschieben und die Beifahrersitzlehne umlegen. Auch ohne Tricks bietet die B-Klasse ein ansehnliches Platzangebot samt ordentlichem Kofferraum sowie eine hohe Alltagstauglichkeit. Und wer bereit ist, noch etwas mehr auszugeben, bekommt auch stärkere Motoren. Nicht umsonst hat mittlerweile so mancher Mercedes-Mitarbeiter von seinem C-Klasse T-Modell auf die B-Klasse abgerüstet.

Ford Galaxy 2.0: Geräumiger Siebensitzer mit feinem Fahrwerk

Wenn neben den Steppkes auch noch das rote Gummipferd und mehr mit auf Reisen geht, ist Platz gefragt. Bleibt die Frage, ob Familiengondeln automatisch Trauer tragen müssen. Nö, haben sich die Jungs von Ford gedacht. Einfach galaktisch, wie viel Innenraum man auf 4,82 Meter Außenlänge unterbringen kann, obwohl sich der Armaturenträger breit macht – der einzige Kritikpunkt am Galaxy, der präzise lenkt und gekonnt federt. Seine Handlingqualitäten übersteigen das, was die Mitfahrermägen vertragen, der Kofferraum das, was Organisierte mitnehmen. Wenn fünf an Bord sind, bleibt noch eine Menge Gepäckraum übrig, und selbst Menschen auf der letzten Bank fühlen sich nicht strafversetzt. Okay, der Zweiliter-Benziner entfaltet seine 145 PS eher gleichmütig, aber einen Tribut muss man für die günstigen 26.740 Euro Grundpreis schließlich zahlen.

Hyundai i40 Kombi 1.7 CRDi: Gut ausgestatteter, preiswerter Kombi

Hyundai pirscht sich mit Riesenschritten an das technische Niveau der eingesessenen Mitbewerber heran, ganz gleich, ob diese aus Deutschland (Opel Insignia, Ford Mondeo, VW Passat), Frankreich (Citroën C5, Peugeot 508) oder Japan (Mazda 6, Honda Accord) stammen. Wobei Design und Entwicklung des 4,77-Meter-Kombis größtenteils in Europa stattfanden. Das bedeutet problemlose Bedienung inklusive einem überzeugenden Infotainment mit sehr guter Grafik, sicheres Handling sowie insgesamt saubere Verarbeitung. Okay, an die Handling- und Komfortqualitäten der besten Mitbewerber kommt der Hyundai noch nicht ganz heran, für ein "Befriedigend" genügt es aber. Die Saugbenziner überzeugen eher weniger, doch der 116 PS starke Diesel passt ebenfalls noch ins Budget. Ausreichend kultiviert und mit 260 Newtonmetern angemessen muskulös, wuchtet er die ganze Familie samt Gepäck (bei voller Besetzung maximal 553 Liter) zügig und komfortabel durch die Lande.

Die Technikerin: Die inneren Werte zählen – und ein großer Kofferraum.

Mini Clubman Cooper SD: Knackig und handlich

Nein, ganz bestimmt gehöre ich nicht zu den Mädels, die den Mini total süß finden und sich ganz nebenbei mit Retro-Optik und guter Technik anfreunden. Everybody’s Darling muss mich als ganz normales Auto überzeugen – mehr noch, er muss sich beweisen. Und trotz meiner Vorbehalte hat er es geschafft. Überhaupt nicht retromäßig ist die kleine, zur Fahrtrichtung öffnende Fondtür rechts, aber ein hübsches Gimmick, das auf- und gefällt. Wer sich einen klar vorzuziehenden Platz in der vorderen Reihe ergattert, sitzt prima – besonders auf dem Fahrersitz und mit dem Finger auf dem Startknopf. Richtig old school nagelt der Diesel vor sich hin, doch das Fahren macht auch einem Anti-Mini-Menschen total Spaß: Die Lenkung – direkt. Einen Tipp aufs Gaspedal – Durchzug. Eine Zehenspitze auf die Bremse – Stopp. Der Funke ist übergesprungen. Auch wer die Retro-Optik des Mini nicht mag, muss zugeben, dass Fahrwerk und Motor überzeugen.

Mazda CX-5 2.2 D: Unauffälligkeit muss kein Manko sein

Optisch ist der CX-5 weder Brandstifter noch Biedermann, aber man sitzt wirklich gut und leicht abgehoben in der ersten Reihe. Und das schon in der üppig mit schwarzem Kunststoff ausgekleideten Basisausstattung. Auf den Allradantrieb kann man verzichten, aber die 1.800 Euro für die Sechsstufen-Automatik sind gut angelegt. Sie legt weich und treffsicher den passenden Gang ein, kein Rupfen oder Stauchen, weder unnötige Hektik noch lähmende Lethargie stören das entspannte Fahren. Dabei hilft der gleichermaßen kultivierte wie kräftige 2,2-Liter-Diesel unter der Motorhaube, der leise wie ein fein abgestimmter und üppig verpackter Benziner für Vortrieb sorgt. Beim Überholvorgang sprintet er dank 150 PS und 380 Newtonmeter Drehmoment zügig und völlig mühelos voran, lässt bei den Insassen keinerlei Hektik aufkommen. Der kultivierte Diesel überzeugt eingefleischte Benziner-Fans, das schmucke Interieur SUV-Skeptiker.

Land Rover Defender: Der Große mit dem ganz gemütlichen Gemüt

Einen hübsch dekorierten Innenraum mit bunten Lichtlein oder dimmbarer Beleuchtung wie sein Landsmann Mini hat der Defender, den es als Softtop und Station Wagon gibt, nicht zu bieten. Auch ein serviles Wesen sucht man vergeblich. Es braucht einige Anläufe, bis der linke Fuß das schwergängige, sehr weit links sitzende Kupplungspedal trifft, und die Gangwechsel erfordern gleichermaßen Feingefühl wie Knochenarbeit. Rollt die große Karosse jedoch erst einmal, stellt sich so etwas wie Fahrvergnügen ein. Der raue 2,2-Liter-Diesel mit 122 PS strengt sich schwer an, die Masse in Schwung zu bekommen, aber haben Sie schon einmal einen Defender auf der Überholspur gesehen? Schließlich steht ihm der Sinn ohnehin nach Geröll, Kies und Schotter, ohne bei der Anschaffung viel davon zu fordern. Der Landy verlangt seinem Fahrer viel ab. Dafür gibtes eine coole Optik und echtes Geländetalent.

Der Sportler: Fahrspaß und Dynamik – wenn vor allem das zählt

BMW 118d: Der 1er mixt Fahrspaß mit Nutzwert

Vernunft, Praxisnutzen, Komfort – alles schön und gut. Aber wo bleibt denn da die Sportlichkeit? Am besten mit den klassisch konstruktiven Werten, also mit dem Motor vorne und dem Antrieb hinten, verpackt in eine kompakte Karosserie. Für 26.500 Euro lockt ein 118d. Und der bietet sogar Fahrspaß mit Sparpotenzial, weil er sich auch bei f lotterer Fahrweise mit rund sechs Liter Diesel pro 100 Kilometer begnügt. Zugegeben, dafür gibt’s statt Sportsound aufdringliches Selbstzünder-Nageln, jedoch ab dem Drehzahlkeller ordentlich Druck für hochzuckende Augenbrauen. Die 320 Newtonmeter und 143 PS schieben den Zweitürer in rund neun Sekunden auf 100 km/h. Den richtigen Sportdress streift sich der Hecktriebler dann auf kurvigen Landstraßen über. Da zieht er mit seiner direkten Lenkung ebenso fidel wie leichtfüßig seine Bahnen. Mit dem ausgewogenen Standardfahrwerk kann der 1er auch Komfort bieten. Und für den Praxisnutzen liefern die Rückbank sowie der Kofferraum zumindest für eine Kleinfamilie durchaus ausreichende Argumente.

VW Beetle Cabrio 2.0 TDI: Solide, ausgefeilte Technik und ein starkes Herz

Auf geht’s, weil sich Fahrspaß offen noch mal so gut genießen lässt. Wenn das Wetter mitspielt, streift das Beetle Cabrio sein prima dämmendes Stoffdach innerhalb von 9,5 Sekunden nach hinten. Dann wird’s wild wie in den Sechzigern – zumindest sieht die Frisur in null Komma nichts danach aus. Ein Cabrio mit Stil, Charme und Sturmgarantie. Soll das Windschott doch im knappen Kofferraum bleiben. Einfach mal die Sinne freiblasen, egoistisch die Freiheit erfahren. Der 2.0 TDI unter der knubbeligen Haube zeichnet dem Lenker das gleiche Grinsen ins Gesicht, wie es die fröhliche Beetle-Front selbst zur Schau trägt. Der leise Diesel tritt kräftig an, dreht locker hoch. 140 PS? Das reicht, um mal eben einen kurvigen Pass niederzubügeln. Locker fließen die sechs Gänge durch die Gassen. Dazu ein Fahrwerk mit Reserven, eine Lenkung mit Niveau. Soll sich Jörn ruhig an Variabilität und Zuladung ergötzen. Er nimmt’s bestimmt sportlich, dass ich derweil lieber noch eine volle Ladung Sonne nehme und die freundlichen Blicke der Weiblichkeit genieße ...

Peugeot RCZ THP 155: Knackiger Sportler mit exklusiven Details

Wahre Sportlichkeit gibt es nur in Coupé-Form? Zugegeben, aber für 27.000 Euro wird’s eng. Drücken wir ein Auge zu und legen 1.150 Euro drauf. Dafür gibt es dann nämlich den frisch gelifteten Peugeot RCZ THP 155 mit wahrlich coolem Design samt einer betörenden Dachlinie plus Double-Bubble-Wölbungen, die sogar in der großen Heckscheibe auslaufen. Der wohlgerundete Fronttriebler zieht seinen Fahrer förmlich hinein in den maßgeschneiderten Innenraum. Federungskomfort? Warum? Hier geht’s sportlich zur Sache, mit einem kernig klingenden, drehfreudigen 1,6-Liter-Turbo, der mit 156 PS und 240 Newtonmeter Drehmoment ausreichend Leistung generiert. Der Kofferraum bietet großzügigen Platz für einen gediegenen Urlaubs-Trip nach Le Mans inklusive sportlicher Co-Pilotin. Die hinteren Sitze taugen bei einem wahren Coupé selbst für Kinder nur im Notfall.

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