Genfer Autosalon 2011: Ein Blick hinter die Messe-Kulissen

Autosalon Genf 2011 Rundgang

Der 81. Genfer Autosalon wird in wenigen Stunden eröffnet, und auf den Ständen geht es noch Drunter und Drüber. auto-motor-und-sport.de hat sich auf der wichtigsten Frühjahrsmesse des Jahres bereits umgeschaut.

Wer den Genfer Autosalon vor dem offiziellen Start besucht, braucht ein gutes Trommelfell. Riesige Kräne brummen laut vor sich hin, Pressekonferenzen werden an nahezu allen Ständen gleichzeitig geprobt und dabei Teppiche ausgerollt, Autos hineingefahren und aufwändige Standinszenierungen in Szene gesetzt.

Modells baumeln von der Decke - Jeep im Ikea-Stil

Carl-Peter Forster, Chef der Tata-Autodivision, wird auf dem Genfer Autosalon gleich an verschiedenen Ständen gefordert. Er übt seinen Text bei Jaguar, Landrover und Tata. Wolfgang Dürheimer, vormaliger Porsche-Entwicklungschef und seit 1. Febraur neuer Bentley- Chef, hat es da leichter. Er lässt sich von seinen neuen Mitarbeitern die Modelle Continental GT und Mulsanne erläutern. Dazwischen schweben lautlos Modells von den Decken, die Choreographien einstudieren und räumen Reinigungsmitarbeiter den Bauschutt aus den Ecken. Bei Seat wird noch gespachtelt, bei Mansory ist noch kein einziges Auto zu sehen und auf dem Jeep-Stand sind noch provisorische Regale aufgebaut, die auch aus dem Ikea-Lager stammen könnten. Gute Nerven sind hier also gefragt.

BMW enthüllt Vision Connected Drive in Genf

Bei Rolls-Royce herrscht auf dem Genfer Autosalon hingegen Gelassenheit. Das Symbolfigur der Marke, die Emily, ragt aus einem weißen Tuch hervor, das das gesamte Auto überdeckt - und als die Mitarbeiter merken, dass sie fotografiert wird, rücken sie die Schutzhülle noch kunstvoll in Szene und putzen kleine Flecken heraus.

Der Star auf dem BMW-Stand, die Studie Vision Connected Drive, fristet dagegen noch ein trostloses Dasein in der Ecke - allerdings streng bewacht von Sicherheitsmännern, die beobachten, wie der spektakuläre Zweisitzer für seinen großen Showauftritt auf dem Genfer Autosalon langsam Form annimmt.

VW und Pagani spielen Verstecken

Auf dem VW-Stand ist dagegen noch gar nichts zu sehen: Riesige schwarze Vorhänge verhüllen die gesamten Konzernneuheiten bis hin zum VW Golf Cabrio. Nicht anders sieht es auf dem Genfer Autosalon bei Pagani aus: Der Huayra versteckt sich unter goldfarbenen Abdeckungen. Mit guten Worten lässt sich dafür Morgan locken, den Threewheeler freizulegen, wobei: Die Informationslage ist noch dürftig, bis auf die Tatsache, dass das motorradähnliche Modell 495 Kilogramm schwer ist, 82 kW leistet und in der Schweiz 60.800 Franken kosten soll.

Der koreanische Hersteller Kia ist auf dem Genfer Autosalon dagegen viel freizügiger: Die Nachfolger von Rio und Picanto sind schon ohne Schutzhülle zu sehen, allerdings noch umlagert von Putzutensilien und Batterien, die den Showcars Leben einhauchen sollen. Den 4,05 Meter langen Rio gibt es ab August als VW Polo-Konkurrenten, der Picanto ist bereits ab August als Zwei- und Viertürer lieferbar.

Mercedes zeigt C-Coupé und SLK auf dem Genfer Autosalon

Bei Mercedes ziert zunächst nur ein giftgrüner SLS E-Cell die Bühne, während der neue Mercedes SLK und das C-Coupé als weitere Messeneuheiten wie Staffage darum herum garniert werden. Vom C 63 AMG ist dagegen noch nichts zu sehen, er wird erst auf einer Abendveranstaltung dem Publikum gezeigt.

Die italienischen Hersteller sehen hier spannenden Zeiten entgegen, schließlich rollen sie auf dem Genfer Autosalon erstmals das auf Chrysler-Basis beruhende Produktprogramm aus. So basiert der Fiat Freemont auf dem siebensitzigen Dodge Journey, der Lancia Grand Voyager ersetzt den alten Phedra und das Cabrio Lancia Flavia nutzt die Technik des Chrysler 200 - auf die Reaktionen des Publikums darf man da durchaus gespannt sein.

Premiere des Lamborghini Aventador auf dem Genfer Autosalon

Wie in den Jahren zuvor wird der Genfer Autosalon auch durch viele Exoten geprägt: Lumma-Design, Koenigsegg und FAB-Design zeigen hier ausgefallene Sportwagenkonzepte, Aston Martin präsentiert unter anderem den V8 Vantage als neue Sportvariante mit 436 PS. Immer mit dabei: Der kleine Cygnet auf Toyota IQ-Basis, den es beim Kauf eines großen Aston mit dazu gibt.

Noch dauert es ein paar Stunden, bis die Stars wie der Renault Captur, Smart Forspeed, Ferrari FF und Lamborghini Aventador auf dem Genfer Autosalon enthüllt werden. Und so viel steht trotz des Chaos in den Hallen bereits fest: Zur Eröffnung erstrahlt alles in einem glänzenden Licht, sind alle Teppiche gereinigt und alle Baukräne herausgefahren - auch wenn es jetzt noch nicht danach aussieht.

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Birgit Priemer

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