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AvD-Histo-Monte 2010

Ein Rennen gegen Väterchen Frost

Impressionen AvD-Histo-Monte 2010 Foto: Frank Herzog 62 Bilder

Während sich das Gros der Oldtimerfahrer derzeit in tiefem Winterschlaf befindet, montierten rund 50 winterharte Rallyefahrer munter grobstollige Reifen auf ihre Klassiker, legten Schneeketten, Abschleppseil und Schlafsack (für alle Fälle) in den Kofferraum und machten sich auf den Weg vom hessischen Hanau nach Monte-Carlo an die Côte d'Azur.

10.02.2010 Hans-Jörg Götzl Powered by

Was gewöhnlichen Automobilisten schon vor Antritt einer größeren Reise im Winter trotz Eiseskälte Schweißperlen auf die Stirn treiben würde, entlockt den Teilnehmern der 16. AvD-Histo-Monte nur ein verzücktes Lächeln voller Vorfreude: Bereits einen Tag vor Beginn der Rallye mussten die ersten Wertungsprüfungen wegen zu viel Schnee und und Eis abgesagt werden

Der Schnee machte bei der AvD-Histo-Monte 2010 Probleme

Pünktlich zum Start im hessischen Hanau setzte dann zwar Tauwetter ein, doch auch Temperaturen bis zu zehn Grad plus konnten die Schneemassen und Eisschichten auf den höher gelegenen Straßen im Odenwald, Pfälzerwald und später in den nördlichen Vogesen nicht signifikant abschmelzen.
 
Vor allem die Sonderprüfungen hatten es von Beginn an in sich: Gefahren wird zwar nach dem Gleichmäßigkeitsprinzip, doch ein Schnitt von knapp 50 km/h auf einer zum Teil verschneiten und immer kurvenreichen Bergstrecke sorgt auch bei erfahrenen Rallyepiloten immer wieder für das, was die Engländer als "charakterbildende Momente" bezeichnen. Insgesamt 28 solcher Prüfungen verzeichnet das 162 Seiten starke Roadbook auf den 1.740 Kilometern bis in den Hafen von Monte-Carlo, und bei den meisten Prüfungen weiß das Team an Bord nicht, wo genau gemessen wird.

Damit bleibt der Besatzung im Prinzip nichts anderes übrig, als permanent den Schnitt zu kontrollieren und im Zweifel in den Kurven das Gas stehen zu lassen, weil vielleicht genau da gemessen wird. Dazu kommt die Navigation anhand von Chinesenzeichen, so dass der Fahrer zwar am Abend mehr Muskelkater von ständigen Lenken und Gegenlenken haben mag, der Beifahrer aber über den Erfolg entscheidet.

Ein Vater-Tochter-Gespann holte sich den Sieg bei der AvD-Histo-Monte 2010
 
Das wiederum machte diesmal unter den rund 50 Teams mit Klassikern von 1958 (Porsche 356 A Cabrio) bis 1989 (BMW 318i) niemand besser als die junge Österreicherin Doris Huemer, die ihren Vater Reinhard Huemer in dessen 50 PS-VW Käfer mit unwahrscheinlicher Präzision durch die unerbittlichen Lichtschranken leitete und somit bei der Siegerehrung im noblen Meridien Beach Plaza zu Monaco (zu der auch Rennfahrerlegende Jochen Mass erschien) ganz oben auf dem Treppchen stand. Bis zuletzt indes musste das Vater-Tochter-Team zittern, weil ihnen die Wiesbadener Norbert Drexel und Franz-Josef Bielefeld im Opel Manta B GTE zum Schluss immer näher kamen, sich aber schließlich doch mit Rang zwei begnügen mussten vor Horst und Jörg Friedrichs aus Niederzissen im Opel Ascona A.
 
Wobei sich grundsätzlich alle Fahrer, die es durch das Schneechaos im französischen Jura und den Seealpen einigermassen heil an die Côte d'Azur geschafft hatten, als Sieger fühlen konnten. Und wenn man die Schneehöhe und -menge als Gradmesser für die Güte einer Winterrallye nimmt, dann war diese 16. Histo-Monte eine der besten in ihrer Geschichte.

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