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Barcelona International Motorshow 2009

Barbie spielt in Katalonien

Messe Barcelona 2009 Foto: press-inform 61 Bilder

Es gibt wichtigere Automessen als die Barcelona Motorshow. Doch dieses Jahr kommt der größten Show auf der iberischen Halbinsel besondere Bedeutung zu. Denn so schlecht wie in Spanien geht es der Autobranche derzeit nirgends sonst. Wie schlägt sich ein Automobilland mit dem Rücken zur Wand?

07.05.2009

Wer an Barcelona denkt, dem kommen zunächst die Olympischen Spiele 1992, Gaudis unvollendete Kathedrale, überfüllte Ramblas oder der Industriehafen in den Sinn.

Barcelona Motor Show in der dritten Reihe

Barcelona gilt seit Jahrzehnten auch als das Zentrum der spanischen Autoindustrie. Und die Barcelona International Motorshow war auf dem Sprung, zu einer der größten Veranstaltungen ihrer Art in Europa zu werden. Doch die schwächelnde Industrie und immer mehr Messeuntergänge ließen sie ins dritte Glied der automobilen Großveranstaltungen rücken.

Spanien bis zum Hals in der Krise

 
In diesem Jahr hat die Barcelona International Motorshow im sehenswerten Montjuïc Exhibition Centre unterhalb des Museums für katalanische Kunst für die meisten Hersteller eine besondere Bedeutung. Spanien und der ebenfalls stark mitgenommene Nachbarstaat Portugal stecken bis zum Hals in einer Immobilien- und Wirtschaftskrise. Der Autohandel ist innerhalb der letzten zwölf Monate massiv eingebrochen. Die Messe soll 90 Jahre nach ihrer ersten Auflage in schwersten Zeiten zugleich Signal und Impulsgeber sein. Nach der Messe soll es wieder aufwärts gehen mit der spanischen Autoindustrie. Die Hoffnung, dass sich das Aufbruchssignal ausgehend von der 4,5-Millionen-Region Barcelona durch ganz Europa ziehen soll, ist größer denn je.

Keine echte Aufbruchstimmung

"Diese 35. Autoshow feiert 2009 nicht nur ihren 90. Geburtstag, sondern präsentiert sich spektakulärer denn je", versucht Enrique Lacalle als Präsident des Messekomitees Zuversicht zu verbreiten, "wir hatte noch nie derart viele Automarken bei dieser Veranstaltung. Das sehen wir als großartiges Zeichen in wirtschaftlich schweren Zeiten. Alle haben hier an einem Strang gezogen."

Doch auf dem sehenswerten Messegelände rund um Parkanlagen und Springbrunnen ist von echter Aufbruchsstimmung nicht viel zu spüren. Als die Messe ihre Tore eröffnet, hat Barcelona mitten in der Woche eine berauschende Ballnacht hinter sich. Der heiß geliebte Fußballclub FC Barcelona schaltete Chelsea im Halbfinale der Champions League aus und sicherte sich den Einzug ins Finale. Zehntausende begeisterter Fußballfans machten die Innenstadt mit Autos, Rollern und Hup-Orgien zur Partymeile. Besser könnten die Vorzeichen für einen Neuanfang kaum sein. Schließlich macht parallel zur Automesse auch der Formel-1-Zirkus Station in der turbulenten nordspanischen Hafenstadt. Das automobile Spanien hat in diesem Mai die Chance, sich wieder einmal in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken.

Nissan, Honda, Hummer und Co: Die IAA-Absager fehlen hier nicht

Die üppig dimensionierten Messehallen an der Gran Via de les Corts Catalanes sind bei der 35. Auflage gut gefüllt. Kaum ein Hersteller will es sich erlauben, beim Aufbruch in eine bessere Zeit zu fehlen. Durch den Einsatz der lokalen Händlerorganisationen gibt es mit Nissan, Honda, SsangYong, Hummer oder Cadillac auch Marken zu bestaunen, die zukünftig bei den meisten internationalen Events fehlen dürften. Ansonsten ist das Herstellerkartenspiel überraschend komplett. Einige Hersteller haben mit Blick auf die schwierige Situation in Spanien nachgelegt, andere profitieren von vergünstigten Standmieten und langfristigen Zahlungszielen. Audi, BMW, Mini, Mercedes oder Chrysler präsentieren sich ebenso auf der iberischen Leistungsschau wie die Fahrzeuge von Volvo, Mazda, Suzuki, Volkswagen oder Fiat. Sogar Nobelmarken wie Maserati, Ferrari, Bentley, Lamborghini oder Maybach wollen den spanischen Markt auch in schwierigen Zeiten nicht an sich vorbeiziehen sehen. 

Insgesamt 55 Hersteller haben sich angemeldet
 
Dabei will die Barcelona International Autoshow 2009 den Spaniern insbesondere durch PS-starke, sportliche und emotionale Autos wieder Lust auf neue Fahrzeuge machen. In diesen Zeiten ist mit wenig emotionalen Ökomodellen kaum Appetit zu machen. Daher geht es in Barcelona in diesem Jahr besonders dynamisch zu. "Wir sind überzeigt, dass die Show auch dieses Mal ihr Potenzial als Verkaufs- und Innovationsplattform der Automobilindustrie in Spanien zeigen wird", blickt Ricard Zapatero, Verkaufsdirektor der Messe Barcelona,  erwartungsfroh in die Zukunft. Den Gedanken an das Pfeifen im Walde kann jedoch kaum jemand unterdrücken.
 
Insgesamt 55 Autohersteller haben sich in der katalanischen Hauptstadt angemeldet. Sportliche Weltpremieren stehen dabei im Vordergrund. Neben dem 325 PS starken Top-Modell Opel Insignia OPC kommt der Heimmannschaft von Seat eine besondere Bedeutung zu. Die in Martorell nahe Barcelona beheimateten VW-Ableger trumpfen mit dem PS-starken Ibiza-Doppel aus FR und Bocanegra sowie dem noch kraftvolleren Topmodell Leon Cupra (240 PS) besonders selbstbewusst auf. Kein Wunder. Die Verkaufsgerüchte von Seat sind vom Tisch und die Spanier freuen sich über die Produktionsvergabe des neuen Audi Q3 nach Martorell ab dem Jahre 2011. So ist der Prototyp des Audi Q3 auch in der zweitgrößten spanischen Stadt zu bestaunen. Zu einer Weltpremiere hat es für die Luxusmodelle Range Rover, Range Rover Sport, Land Rover Discovery und Mercedes S-Klasse nicht gereicht. Alle drei Fahrzeuge feierten bereits bei den Großveranstaltungen in New York und Shanghai im letzten Monat ihre Publikumspremieren; sind in Barcelona jedoch erstmals auf europäischem Boden zu bestaunen.

Fiat Barbie 500: der Hingucker auf der Messe

 
Für Aufsehen sorgt in Barcelona der Fiat Barbie 500, ein pink lackiertes Sondermodell anlässlich des 50. Geburtstags des plastinen Showgirls. Die nordspanische Metropole ist eben eine Stadt der Mode. Von dem schmucken 500er, der gemeinsam vom Centro Stile Fiat und Barbie kreiert wurde, wird es nur fünf Fahrzeuge geben. Jedes der Barbie-Mobile mit Strasssteinen und Lacksitzen kostet stattliche 100.000 Euro. Auch ein Zeichen in wirtschaftlichen schweren Zeiten. Wenn dadurch der Motor nicht anspringt, wann dann?

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