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VW-Konzern

Bei VW droht Konflikt zwischen Vorstand und Betriebsrat

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Bei Volkswagen droht ein Konflikt zwischen Vorstand und Betriebsrat. Die VW-Spitze verlangt als Gegenleistung für eine vom Betriebsrat geforderte neue Jobgarantie über das Jahr 2011 hinaus, neben den Fabriken auch in Verwaltung, Vertrieb und Entwicklung die Produktivität deutlich zu steigern.

30.11.2009

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh begrüßte dies zwar grundsätzlich. Er attackierte aber zugleich das derzeitige Vorgehen des Vorstands und warf der VW-Führung wegen Sparvorgaben eine "Rasenmäher-Methode" vor. Es dürfe nicht zu einem Stellenabbau kommen.

Vorgabe: Pauschal drei Prozent Personal einsparen

"Es gibt eine pauschale Vorgabe, dass drei Prozent Personal pro Abteilung einzusparen ist. Das hat nichts mit Augenmaß zu tun", sagte Osterloh am Sonntag in Wolfsburg der Deutschen Presse-Agentur dpa. Der Gesamtbetriebsrat habe nichts dagegen, wenn durch eine Steigerung der Produktivität in den sogenannten indirekten Bereichen - dazu zählen etwa Verwaltung, Entwicklung und Vertrieb - Beschäftigte für wichtige Zukunftsprojekte frei würden. "Aber wir sehen, dass einige die drei Prozent Vorgabe des Vorstands zur Personalreduzierung missbrauchen wollen."

VW-Personalvorstand Horst Neumann hatte zuvor in einem dpa-Interview gesagt, Volkswagen wolle ab Anfang nächsten Jahres mit Betriebsrat und IG Metall über eine Beschäftigungssicherung über das Jahr 2011 hinaus verhandeln. "Wir haben keine Zeit zu verlieren. Angesichts der Branchenkrise stehen wir vor großen Herausforderungen, haben andererseits aber auch große Chancen."

Bei VW gilt bislang eine Beschäftigungssicherung bis 2011. Betriebsratschef Osterloh hatte in einem dpa-Gespräch eine Verlängerung dieser Jobgarantie für die rund 90.000 Mitarbeiter in den westdeutschen Werken gefordert.

Neumann sagte, auch der Vorstand habe das Ziel, die Beschäftigung zu sichern, auch über 2011 hinaus. Als Gegenleistung habe VW das Ziel, neben den Fabriken auch Entwicklung, Vertrieb und Verwaltung effizienter aufzustellen.

Produktivität in allen Bereichen steigern

"Wir wollen bei der Produktivität auch im indirekten Bereich im weltweiten Vergleich aufs Treppchen", sagte Neumann. "Da können wir noch flexibler, schneller und wirtschaftlicher werden. Hier ist ein großes Potenzial, denn Entwicklung, Vertrieb und die anderen indirekten Bereiche machen die Hälfte der Belegschaft aus. Wir wollen die Produktivität in den nächsten Jahren jährlich um zehn Prozent steigern. Bislang liegen wir eher bei fünf Prozent."

Umstrukturierungen bedeuteten aber nicht, dass VW in der Verwaltung Stellen abbaue. "Es geht darum, die Arbeit besser zu organisieren, Abläufe zu vereinfachen und zu vereinheitlichen", sagte Neumann. "Damit können Mitarbeiter für neue Aufgaben freigespielt werden. Wir haben viele solcher neuen Aufgaben. Technologien wie Leichtbau und Elektrotraktion erfordern weitere Kapazitäten in Forschung und Entwicklung. In den USA, Russland, China und Indien bauen wir Werke, durch die auch in Deutschland zusätzliche Aufgaben entstehen."

Das Thema Beschäftigungssicherung soll am Mittwoch auch auf einer Betriebsversammlung im VW-Stammwerk in Wolfsburg zur Sprache kommen, bei der neben Osterloh auch Neumann spricht.

Mit Sparvorgaben wächst die Fremdvergabe

Osterloh sagte am Sonntag, gleichzeitig mit den Sparvorgaben wachse die Fremdvergabe bei VW ins "Unermessliche". Die Führungskräfte trauten sich oft nicht, anzumelden, dass sie nicht weniger, sondern mehr Personal bräuchten. "Das sehen wir beispielsweise in der Forschung und Entwicklung, wo immer mehr externe Firmen eingesetzt werden."

Falls Manager die Sparvorgaben zur Personalreduzierung missbrauchen sollten, werde der Betriebsrat den sogenannten Arbeitszeitfixpunkt für das kommende Jahr im indirekten Bereich auf 34 Stunden festschreiben - dies wäre eine Verkürzung der Arbeitszeit.

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