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Bentley Flying Spur auf dem Autosalon Genf

Luxusliner erhält 2013 Facelifting

Bentley Flying Spur Foto: SB-Medien 14 Bilder

Der auf dem Genfer Autosalon 2013 gezeigte neue Bentley Flying Spur tritt mit beeindruckenden Zahlen an: 322 km/h, 625 PS, 12 Zylinder. Traditionelle Zugabe ist das luxuriöse Interieur.

20.02.2013 Malte Jürgens

12 Jahre lang arbeitete Walter Owen Bentley hart daran, den Ruhm seiner Automobile zu mehren. Danach besaß er fünf Siegerpokale vom prestigeträchtigen 24-Stunden-Rennen in Le Mans, verfügte mit den Bentley-Boys über eine der partystärksten Herrengruppen im London der 20er und 30er Jahre - und war pleite. Man schrieb das Jahr 1931, als Rolls-Royce das Bentley-Werk übernahm.

Seit 1998 gehört die britische Edelmarke zum VW-Konzern, der Bentley nicht nur mit dem hauseigenen W12-Motor versah, sondern auch mit Allradantrieb und dem Auftrag, zu wachsen. Die Limousine Flying Spur, seit 2005 produziert, wird in Ihrer zweiten Generation nun zum Vorboten auf dem Technologie-Pfad, der Bentley in die Zukunft führen soll.

Bentley Flying Spur, Luxusliner mit Facelift 1:36 Min.

Bentley Flying Spur wächst in der Breite

Mit seiner Länge von 5,29 Meter, der Höhe von 1,49 und der über die Rückspiegel gemessenen Breite von 2,20 Meter füllt der neue Bentley Flying Spur ziemlich genau den Raum des Vorgängermodells aus. Die Spur ist an der Vorderachse um 20 Millimeter in die Breite gewachsen und an der Hinterachse um 35 Millimeter, aber der Radstand ist mit 3,065 Meter gleich geblieben.

Die vier- oder fünfsitzige Karosserie des neuen Bentley Flying Spur zeigt eine betonte, scharfe Seitenlinie mit muskulösem Hüftschwung im Heckbereich, was von Bentley als "straffe Feature-Linie" bezeichnet wird. Designer Luc Donckerwolke betont das spannende "Wechselspiel zwischen konkaven und konvexen Flächen, das der Limousine eine besondere muskulöse Eleganz verleiht und selbstbewusstes Auftreten mit einem sportlich-dynamischen Profil verbindet".

Ein Geheimnis der Karosserieproduktion liegt im Superforming-Verfahren, mit dem zum Beispiel die vorderen Aluminium-Kotflügel bei etwa 500 Grad Erwärmung mit Druckluft in Form geblasen werden. Dies ist zwar ein teure Methode, bringt aber beim Bentley Flying Spur Gewichtsersparnis und eine genauere Ausformung von Kanten und Wölbungen. 

Bentley-B auch an den Kotflügeln

Das traditionelle Bentley-B findet sich nicht nur auf dem Kühler, sondern auch an den Luftauslässen der vorderen Kotflügel. Im Vergleich zum Vorgänger fügt sich der verchromte Kühlergrill am Bentley Flying Spur wieder um ein paar Grad aufrechter in die Front, die von Doppelscheinwerfen und dem breiten Lufteinlass unter dem Kühler mit seinem massiven Chromband gerahmt wird.

Die leichten und stabilen Türen stellen, ebenso wie der Heckdeckel aus Verbundwerkstoffen, der zugleich die Hauptantenne für alle elektronischen Fahrzeugsysteme beherbergt, eine komplette Neukonstruktion dar.

Viel Mühe hat sich Bentley mit der Verwindungssteifigkeit, dem Geräuschdämmung und dem Luftwiderstandsbeiwert gegeben. Um die Karosserie um ein Grad zu verdrehen, muss am neuen Bentley Flying Spur eine Kraft von 36.500 Newton wirken. Die Fahrgeräusche werden bereits außen am Unterboden durch aerodynamisch wirksame Verkleidungsteile minimiert, was nicht nur der inneren Ruhe förderlich ist, sondern auch dem cW-Wert - der liegt mit 0,29 auf niedrigem Niveau. Zusätzlich tragen zur Geräuschminderung neue Tür- und Fensterdichtungen bei, die statt einer Dichtkante jetzt deren zwei aufweisen. Fahrtwind-Gepfeife ade.

Spezielles Leder für den Bentley Flying Spur

Die Sitze des Bentley Flying Spur bekleidet eine neue, speziell für Bentley entwickelte Lederhaut. Die sei, heißt es im Werk, weicher, aber widerstandsfähiger als das bisher verwendete Material und in zwölf Farbtönen erhältlich. Lordosenstütze mit Memory-Funktion, Sitzheizung und -belüftung sowie ein Schaumstoff-Potpourrie der unterschiedlichsten Härtegrade als Füllung sollen höchste Wohlfühl-Qualität bei gleichzeitig optimalem Seitenhalt auf allen Plätzen garantieren, 14-fache Verstellbarkeit eingeschlossen.

Wer auf den dritten Sitzplatz im Fond des Bentley Flying Spur verzichtet, kann beispielsweise eine breite Mittelkonsole als Armlehne, Staufach und Minibar-Träger ordern. Das 9-Liter-Kühlfach ragt dann allerdings nach hinten wie ein Postpaket in den 475 Liter großen Kofferraum hinein. Eine Durchlademöglichkeit gibt es dagegen auch mit drittem Rücksitz nicht. Wer einen Bentley Flying Spur ordert, wissen die Interieur-Designer bei Bentley, ist auf die Mitnahmemöglichkeit etwa von Skiern nicht angewiesen.

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