Auch der Dieselpreis erreichte mit 1,42 Euro je Liter eine nie zuvor gekannte Höhe. Als Ursache für die hohen Preise an der Zapfsäule geben die Mineralölunternehmen die festen Notierungen für Öl und Ölprodukte an den internationalen Rohstoffbörsen an. Im Laufe der Woche hatten die Preise mehrfach neue Rekordwerte bis fast 120 Dollar für ein Barrel (159 Liter) erreicht.
Am Donnerstag gaben die Ölpreise nach. Ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Juni wurde mit 113,11 Dollar gehandelt. Das sind 35 Cent weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent fiel um 38 Cent auf 110,98 Dollar. Die Ölpreis seien nach den deutlichen Vortagsabschlägen erneut unter Druck geraten, sagten Händler. Überraschend deutlich gestiegene Rohöllagerbestände in den USA hatten den US-Ölpreis am Mittwoch von über 116 Dollar auf unter 114 Dollar fallen lassen. Zudem habe die US-Notenbank die Konjunkturaussichten in den USA am Mittwoch erneut pessimistisch beurteilt. Eine schwaches Wirtschaftswachstum dämpft auch die Nachfrage nach Rohöl.
Spekulanten als Preistreiber
Nach Ansicht vieler Ölexperten sind die hohen Rohstoffpreise in immer stärkerem Maße auf die Spekulation der Finanzmärkte zurückzuführen. In dieser Woche waren es Unruhen in Nigeria und ein Streik in einer schottischen Raffinerie, die als Gründe für Preissteigerungen herhalten mussten. Tatsächlich aber wird der physische Ölmarkt, die tatsächlich gehandelten und schließlich verbrauchten Ölmengen, von derartigen Ereignissen nur wenig berührt.
Bislang ist der Ölmarkt weitgehend im Gleichgewicht, obwohl die massiven Preissteigerungen das Gegenteil zu zeigen scheinen. Es gibt weltweit keine Engpässe in der Ölversorgung und Angebot und Nachfrage sind ungefähr ausgeglichen. Allerdings erwarten die Märkte wegen der stark wachsenden Nachfrage aus China und Indien eine zunehmende Ölknappheit und spekulieren deshalb auf weiter steigende Preise.






