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Benzinpreise

Jahreshoch zur Ferienzeit

Foto: dpa

Zur Ferienzeit haben die Kraftstoffpreise nach einer ADAC-Umfrage ein neues Jahreshoch erreicht. Besonders tief müssten Autofahrer derzeit in Hannover in die Tasche greifen, wie der Automobilclub am Mittwoch in München mitteilte. Hier koste der Liter Super im Schnitt derzeit 1,392 Euro, der Liter Diesel 1,169 Euro.

13.07.2006

Etwas günstiger sei der Sprit derzeit in Dortmund, wo Super im Schnitt 1,369 Euro koste. Mineralölkonzerne kamen aufgrund ihrer Berechnungen zu einem etwas anderen Bild. Nach ihrer Auskunft erreichten die Spritpreise in dieser Woche kein neues Jahreshoch, bewegten sich aber in der Nähe ihrer diesjährigen Rekordwerte.

Die Mineralölkonzerne berechneten bundesweite Durchschnittspreise. Ein Liter Super kostete nach Angaben von ExxonMobil und Aral 1,37 bis 1,38 Euro. Der Preis lag damit um einen Cent unter seinem diesjährigen Höchststand von 1,39 Euro, sagten Sprecher von ExxonMobil und Aral/BP in Hamburg und Bochum. Diesel koste 1,16 Euro je Liter, zwei Cent weniger als im April.

Mit Blick auf die Ergebnisse der ADAC-Umfrage sei es allerdings richtig, dass die Benzinpreise angesichts der festen Rohölnotierungen und der starken Nachfrage nach wie vor sehr hoch seien. Der Benzinpreis hatte 2005 nach dem Hurrikan "Katrina" mit 1,46 Euro je Liter seinen bisherigen absoluten Höchststand erreicht.

Preis nähert sich der 75-Dollar-Marke

Der US-Ölpreis näherte sich am Mittwoch wieder der 75-Dollar-Marke. Ein Barrel der Sorte WTI kostete 74,90 Dollar. Grund sind die in der abgelaufenen Woche deutlich gesunkenen Vorräte an Rohöl in den USA. Die Bestände seien um 6,0 Millionen Barrel auf 335,3 Millionen Barrel gefallen, wie das US-Energieministerium in Washington mitteilte.

Nach Angaben des Mineralölwirtschaftsverbands (MWV) blieb der Benzinabsatz in Deutschland mit einem Minus von 6,8 Prozent in den ersten sechs Monaten des Jahres unverändert rückläufig. Der Benzinabsatz geht seit Jahren zurück, weil moderne Motoren weniger verbrauchen, immer mehr Diesel-Fahrzeuge unterwegs sind und viele Autofahrer im benachbarten Ausland günstiger tanken. Der Dieselabsatz verringerte sich um 0,7 Prozent.

Gleichzeitig stieg im ersten Halbjahr der Absatz der wichtigsten Ölprodukte in Deutschland leicht um 1,5 Prozent auf 39,9 Millionen Tonnen. Ursache ist nach MWV-Angaben in Hamburg vor allem ein Anstieg beim Verkauf von Heizöl um 12,4 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum. Die Kunden hätten wegen hoher Preise ihren Heizölkauf hinausgezögert und müssten nun kaufen, weil ihre Tanks leer seien. Im Juni stieg der Heizölabsatz gegenüber dem Juni 2005 um fast 33 Prozent.

Nachfrage steigt weiter

Nach einer Analyse der Internationalen Energieagentur (IEA) werden "geopolitische Ungewissheiten" wie der Streit um das iranische Atomprogramm den Ölpreis weiter hoch schrauben. Auch anhaltende Lieferausfälle in Nigeria und Raffinerie-Probleme hätten Folgen für den Markt, wie die IEA in ihrem am Mittwoch in Paris veröffentlichten Juli-Bericht zum Ölmarkt festhielt. Entspannend wirke sich aus, dass die nördliche Pipeline im Irak zusätzliches Rohöl liefere. Sieben Jahre mit Preiserhöhungen für Öl schlügen jedoch eindeutig auf den Markt durch - die Angebotsseite verbessere sich.

Mittelfristig sieht die IEA bis zum Jahr 2011 dank stärkerer OPEC-Förderung deutliche Reserven voraus, "die vielleicht aber keinen wesentlichen Einfluss auf die Preise haben werden." Dies hält die IEA in einem am Mittwoch erstmals zusätzlich herausgegebenden Bericht zu der mittelfristigen Entwicklung hervor. Danach wird die jährliche Nachfrage um 2,0 Prozent oder 1,8 Millionen Barrel (je 159 Liter) am Tag bis 2011 auf 93,7 Millionen Barrel täglich steigen, also etwas über dem Jahresschnitt von 1,8 Prozent der vergangenen zehn Jahre liegen.

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