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Berlin

Amokfahrt in Fanmeile

Foto: giw

Die mutmaßliche Amokfahrt eines 33 Jahre alten Autofahrers auf der Berliner WM-Fanmeile hat am Sonntag (2.7.) die Jubelstimmung in der Hauptstadt überschattet.

03.07.2006

Der Autofahrer war vermutlich mit Absicht auf die Fanmeile vor dem Brandenburger Tor gerast und hatte 21 Menschen verletzt. Elf Verletzte wurden in Krankenhäuser gebracht, darunter ein elfjähriger Junge, der sich wahrscheinlich mehrere Rippen gebrochen hat. Alle anderen erlitten leichtere Verletzungen, wie der Berliner Innensenator Ehrhart Körting (SPD) am Abend mitteilte. Der 33-Jährige sowie seine 55 Jahre alte Beifahrerin blieben unverletzt. Sie wurden von der Polizei festgenommen. Das Motiv war zunächst unklar.

Der Mann war mit seinem silberfarbenen Kleinwagen mit Berliner Kennzeichen gegen 15:30 Uhr Richtung Brandenburger Tor gefahren. "Offensichtlich mit Absicht" durchbrach er das erste Absperrgitter zur Fanmeile, wie Körting sagte. Der Wagen sei dann in Zick-Zack-Linien weitergefahren und frontal in das zweite Absperrgitter gerast, wo er zum Stehen kam. Ein Augenzeuge berichtete: "Ich würde sagen, der war mit 40 bis 50 km/h unterwegs (...). Es sah stark nach Absicht aus."

Die Polizei sperrte den Unfallort sofort weiträumig ab und durchsuchte den Wagen. "Es gab keine Bombe in dem Fahrzeug. Es handelte sich nicht um einen Attentatsanschlag", sagte Körting. Der Mann sei vermutlich ein Mensch, der "der andere verletzen oder Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollte".

"Es hätte schlimmer kommen können", sagte der Berliner Senatssprecher Michael Donnermeyer in einer ersten Reaktion am Unfallort. Die Fanmeile war wie auch in anderen Großstädten am spielfreien Sonntag nur mäßig besucht. Für die letzte WM-Woche seien keine Verschärfungen der Sicherheitsvorkehrungen geplant. "Wir bieten den bestmöglichen Schutz der Fanmeile", sagte Donnermeyer.

Auch Innensenator Körting meinte, es mache keinen Sinn, Volksfeste mit Betonblöcken zu schützen. "Solche Taten sind nicht auszuschließen", sagte er. Erst Ende Mai hatte ein 16-Jähriger nur einige hundert Meter entfernt nach der Eröffnung des neuen Berliner Hauptbahnhofes 33 Menschen niedergestochen. Dies hatte eine Debatte um die Sicherheit bei der WM ausgelöst. "Wir sollten uns von einem Verrückten nicht grundsätzlich das Lebensgefühl vorschreiben lassen", sagte Körting am Sonntag.

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