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Bernhard bekräftigt VW-Sparkurs

Foto: dpa

VW-Markenvorstand Wolfgang Bernhard hat die Belegschaft von VW auf einer Betriebsversammlung am Donnerstag (15.6.) in Wolfsburg auf den vom Vorstand geplanten Sparkurs eingeschworen. Abermals machte er indirekt auch die Produktion des Golf in Wolfsburg von längeren Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich abhängig.

16.06.2006

Der Chef des Betriebsrats Bernd Osterloh forderte, das Management solle "nicht mit Drohungen die Belegschaft verunsichern, stattdessen Perspektiven bieten." Nach Angaben aus Teilnehmerkreisen wurden die Ausführungen Bernhards mit Buh-Rufen und Pfiffen quittiert. "Das ist bei den Leuten nicht gut angekommen", hieß es. Die Beschäftigten hätten ihrem Unmut lautstark Ausdruck verliehen.

In Wolfsburg protestierten zudem vor Beginn einer vierten Verhandlungsrunde für die rund 3.800 Beschäftigten von "Auto 5000" die Arbeitnehmer gegen Einkommens- und Urlaubskürzungen. Die Belegschaft habe "geschuftet bis die Schwarte kracht" und werde keine Einschnitte hinnehmen, sagte der IG Metall- Bezirksvorsitzende Hartmut Meine.

Eine Einigung wurde bei den Tarifverhandlungen nicht erwartet. Die IG Metall fordert fünf Prozent Einkommenserhöhungen. Das Tarifsystem "Auto 5000" sieht einheitliche Entlohnung der Beschäftigten auf dem Niveau des Flächentarifvertrages und eine hochflexible 35-Stunden-Woche vor. Das Lohnniveau liegt damit etwa um 20 Prozent unter dem des alten Haustarifvertrages bei VW.

Westdeutsche Werke mit dreistelligem Millionenverlust

Die VW-Spitze setzt sich für einheitliche Tarifbedingungen für alle VW-Beschäftigten ein - möglichst auf dem Niveau von "Auto 5000". Bernhard bekräftigte auf der Betriebversammlung das Ziel, einen einheitlichen Haustarifvertrag für alle Beschäftigten zu entwickeln.

Der Markenvorstand sagte weiter, die westdeutschen Werke machten einen dreistelligen Millionenverlust. Die Arbeitskosten in Wolfsburg lägen mehr als ein Drittel über denen der Konkurrenz. Volkswagen zahle für 28,8 und 30 Stunden Wochenarbeitszeit dasselbe wie andere Autobauer für 35 Stunden. "Unter solchen Bedingungen kann auf längere Sicht in Deutschland niemand Autos bauen", sagte Bernhard und fügte hinzu: "Wir wollen den Golf auch künftig in Wolfsburg fertigen, aber nur, wenn das Unternehmen nicht bei jedem verkauften Auto drauf legt." Die 35-Stunden-Woche solle zudem schrittweise nur dann eingeführt werden, wenn genug Aufträge für verlängerte Arbeitszeiten vorlägen.

Osterloh: "Nicht einseitig zu Lasten der Belegschaft"

Osterloh sagte, die Belegschaft habe hohes Interesse daran, die Wettbewerbsfähigkeit zur Sicherung der Beschäftigung dauerhaft zu stärken. Die Sanierung der Marke Volkswagen dürfe aber nicht einseitig zu Lasten der Belegschaft gehen. Er kritisierte vor allem die mangelnde Perspektive für die Auslastung des Standortes Wolfsburg. "Volkswagen hat keine Antworten für Personalüberhänge, bietet den Kolleginnen und Kollegen keine erkennbare Perspektive und will aber gleichzeitig die Arbeitszeit ohne Lohnausgleich verlängern. Das passt nicht zusammen und da werden wir auch nicht mitgehen."

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