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Berühmte Filmautos - Ford Falcon

Mel Gibsons Abfangjäger aus "Mad Max“

Ford Falcon aus „Mad Max“ Foto: Grant Hodgson 12 Bilder

Was wäre, wenn es keine Verkehrsregeln mehr gäbe und sich Autofahrer für einen Tropfen Sprit gegenseitig an die Gurgel gingen? Der Endzeit-Streifen Mad Max warf schon vor 30 Jahren einen Blick auf die Zeit nach dem Öl. Und er machte ein schwarzes V8-Ungetüm weltbekannt.

30.01.2010

Es herrscht Krieg auf den Straßen. Im Kampf um kostbares Benzin ist auf den endlosen Highways Australiens die Anarchie ausgebrochen. Verkehrsregeln gibt es nicht mehr, marodierende Motorrad-Banden verbreiten Angst und Schrecken. Ein kleines Häuflein Polizisten versucht vergeblich, die Reste der Zivilisation zusammenzuhalten. Doch die Männer der "Main Force Patrol" leben gefährlich. Denn nachdem der "Nightrider", seines Zeichens Chef der Motorrad-Bande Höllenjockeys, bei einer spektakulären Verfolgungsjagd mit der Polizei ins Gras beißt, schwören seine Kumpanen Rache.

Mel Gibson im Abfangjäger auf Gangster-Jagd

Doch abgesehen von der Polizeimarke unterscheidet die abgebrühten Gesetzeshüter nicht viel von ihren Gegenspielern. Die Schrotflinte sitzt locker, und auf den bunt lackierten Streifenwagen sind die Namen der Besatzung aufgemalt wie bei einem Kampfflugzeug. Passenderweise heißen die Streifenwagen "Interceptor" – Abfangjäger. Max Rockatansky (Mel Gibson) ist der härteste Cop von allen. Nachdem die Motorrad-Gangster sein Kind überfahren und seine Frau schwer verletzt haben, läuft Max Amok. Er schnappt sich einen auf 600 PS aufgemotzten schwarzen Interceptor und dezimiert den Bestand der Rowdies ganz erheblich. Max’ Wagen ist der "letzte der V8". Wenn der Kompressor angeworfen wird, der martialisch unter einem Loch in der Motorhaube hervorlugt, haben selbst die hochgezüchteten Kawasaki-Maschinen der Motorradgang keine Chance.

Jedes Mad Max-Auto war ein Unikat

Es ist ein bedrückendes Endzeit-Szenario, mit dem Regisseur George Miller seinen Film "Mad Max" einleitet. Vor 30 Jahren kam der Streifen in die Kinos und passte optimal in die Katerstimmung nach den großen Ölkrisen. Obwohl der Film für ein Butterbrot gedreht wurde, waren die Einnahmen an der Kinokasse enorm. Das bescheidene Budget merkt man dem Film an. So wurde etwa die berühmte Verfolgungsjagd am Anfang zur Sicherheit erst am Schluss der Dreharbeiten gefilmt. Denn während bei teuren Actionfilmen manchmal für jede Szene ein eigenes Stunt-Fahrzeug zur Verfügung steht, gab es bei "Mad Max" jedes Auto nur einmal.  Für die Fahrzeuge der Main Force Patrol mussten ehemalige Streifwagen und sogar ein ausgedientes Taxi herhalten. Der Wagen war so herunter geritten, dass ständig dichter Rauch aus dem Auspuff quoll.

Unter dem Interceptor steckt ein Ford Falcon XB GT Coupé
 
Wer Mel Gibsons schwarzen Interceptor zum ersten Mal sieht, rätselt lange, was das wohl für ein Auto sein mag. Unter dem martialischen Kostüm des Filmautos aus Spoilern, riesigen Auspuffrohren und einem Kompressor unter der Motorhaube verbirgt sich ein Ford Falcon XB GT Coupé aus dem Jahr 1973. Weil "Mad Max" überraschend erfolgreich war, gab es eine Fortsetzung, in der auch wieder der Interceptor mitspielt. Diesmal tobten sich die Filmausstatter noch doller aus. Die Kofferraumklappe des Filmautos musste weichen und machte Platz für zwei Benzinfässer. Denn im zweiten Film ist die Gesellschaft vollständig zusammengebrochen, und auf der Suche nach den letzten Resten Benzin bringen sich die Menschen gegenseitig um. Max’ Wagen wird in die Luft gesprengt, so dass der dritte und letzte Teil der Filmtrilogie ohne den Interceptor auskommen muss.

Down Under mit eigener Muscle Car-Szene
 
Auch im zivilen Leben war der Ford Falcon ein faszinierendes Auto. Hubraumstarke Muscle Cars kennt man ja eigentlich nur aus den USA: In den 60er und 70er Jahren bekriegten sich dort Chrysler, General Motors und Ford im "Horsepower War". Sie ließen eine hochgezüchtete PS-Schleuder nach der anderen vom Band rollen. Weniger bekannt ist, dass die "Big Three" in Australien eine Art Stellvertreterkrieg führten. Die heißesten Duelle auf den staubigen Highways fanden zwischen Ford und der australischen GM-Tochter Holden statt.

Ford Falcon mit australischem Eigenleben
 
Bei Ford hatte der Mittelklassewagen Falcon zunächst noch eine enge Verwandtschaft mit dem gleichnamigen amerikanischen Modell, ging dann jedoch beim Design eigene Wege. Eines der berühmtesten Musclecars aus Down Under war der Falcon XA im Jahr 1972. Natürlich steckte Ford-Technik unter dem Blechkleid, doch optisch war den Australiern ein eigenständiges und imposantes Auto gelungen. Als Antrieb dienten Sechszylinder und V8-Motoren aus dem Ford-Regal. Nach dem Falcon XA folgte der facegeliftete XB und schließlich der XC. Als letztes Muscle Car Australiens gilt das XC Cobra Coupé von 1978. Mit blauen Rallye-Streifen versehen und einem Schlangen-Logo verziert, wurde das Auto nur 400 mal gebaut.

Auch die Aussi-Muscle Cars sind mittlerweile begehrte Sammlerstücke
 
Genau wie bei amerikanischen Musclecars sind die Preise der Outback-Boliden mittlerweile in Schwindel erregende Höhen geklettert. "Besonders die Coupés sind extrem rar und teuer geworden", weiß Grant Hodgson, Experte für australische Muscle Cars. Er restauriert die Fahrzeuge nicht nur, sondern baut sie auf Wunsch auch zu Repliken der berühmten "Mad Max"-Filmautos um. "Eine restaurierte Ford Falcon XB Limousine ist ungefähr 60.000 Dollar wert, die Coupés sind noch teurer", sagt Hodgson.
 
Er hat schon zahlreiche Repliken des schwarzen Mad Max-Interceptors angefertigt und in die ganze Welt verschickt. Mit den Nachbauten der viertürigen "Main Force Patrol"-Fahrzeuge könne man problemlos in Australien herumkurven. "Mit dem schwarzen Interceptor geht das wegen des Kompressors und der Auspuffrohre nicht. In den USA oder Japan darf der Wagen aber auf der Straße fahren", sagt Grant Hodgson. Film-Fans können den legendären Interceptor immerhin auf den heimischen Schreibtisch parken: Der Modellauto-Hersteller Autoart hat den Wagen aus dem zweiten Mad Max-Film als Miniatur im Maßstab 1:18 verewigt.

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