Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Besser machen

Alfa Romeo Giulietta und Giulia

Foto: FACT 13 Bilder

Obwohl die Giulietta vor über 50 Jahren zur Welt kam, wirkt sie alles andere als verstaubt – speziell wenn sie in gutem Zustand ist und vielleicht ein wenig optimiert wurde.

13.10.2006 Powered by

Reinhard Seiffert beurteilte die Giulietta in auto motor und sport anno 1959 als einen "temperamentvollen" Sportwagen und sparte nicht mit Lob: "Ihre Straßenlage ist ausgezeichnet, ihre Handhabung leicht und mühelos. Der Motor hat trotz hoher Literleistung angenehme Laufeigenschaften." Gibt es da überhaupt noch etwas besser zu machen?

Ja, denn zumindest wer heute viel mit diesen Fahrzeugen unterwegs ist, freut sich über so manche Verfeinerung oder Modernisierung, die das Fahren im Alltag angenehmer machen. Doch zunächst sollten wir das Themenfeld etwas genauer umreißen: Es geht hier um die Alfa Giulietta der Typen 750 und 101 sowie die Giulia der Baureihe 101.

Im Vordergrund dieses Beitrags stehen solche Modifikationen auf der To-Do-Liste, die einen Gewinn an Sicherheit bringen. Aus diesem Grund hat sogar Frank Dietrich vom Giulietta 750 - 101 Register des Alfaclubs e.V. seiner raren und originalen Berlina der ersten Serie H4-Licht spendiert. Eine Möglichkeit der Umrüstung sind H4-Birnen mit Bilux-Stecker. Die optimale, aber teurere Lösung stellen H4-Scheinwerfer-Einsätze dar. Sicherheitsgurte rüstet dagegen kaum jemand nach, weil diese nur im Zusammenspiel mit Kopfstützen ihre volle Wirkung entfalten und eigentlich keine passenden Sitze verfügbar sind.

Ein anderer Grund, der Abweichungen vom Original als sinnvoll erscheinen lässt, ist der Engpass in der Ersatzteilversorgung. "Zur Überholung der oft verschlissenen Solex-Vergaser fehlen meist die benötigten Teile, deshalb bieten wir als Ausweichmöglichkeit einen 36er-Weber-Vergaser an", nennt Matthias Körber von OKP Parts ein Beispiel.

Doch meist streben die Besitzer der schwächeren Giulietta- Versionen nach mehr Leistung, wie sie etwa die Veloce-Ausführungen bieten. Ein solcher Umbau, der unter anderem zwei 40er-Weber-Doppelvergaser, Ansaugbrücke, Luftfilterkasten, Luftfilter und Fächerkrümmer beinhaltet, geht natürlich ins Geld. Damit die Sache richtig passt, muss genau wie beim Veloce der Motor etwas zur Seite gekippt eingebaut werden. Und um die Ölversorgung in schnell gefahrenen Kurven auch bei geringem Ölstand sicherzustellen, sollte eine größere Ölwanne in die Umrüstung integriert sein. Dazu bietet sich die Wanne des Alfetta-Motors an, die dazu leicht abgeändert werden muss, plus die zugehörige Ölpumpe. Und bei all diesen Umbauten sollte man stets ein Auge auf die Lage der Kardanwelle haben.

Mehr-PS aus dem Veloce-Motor

Auch aus einem Veloce-Motor lassen sich mit anderen Nockenwellen oder noch weiter gehenden Maßnahmen etliche Mehr-PS herausholen. Doch das sei nur am Rande erwähnt. Oft genug sorgt ein perfekt eingestelltes und in gutem Zustand befindliches Serientriebwerk für ein Aha-Erlebnis. Nicht umsonst widmet Ervin Hajdu von Italauto in Köngen sehr viel Zeit der Zündverstellung, um auf dem Prüfstand das Optimum aus Leistung, Dauerhaltbarkeit und Verbrauch zu ermitteln.

Um die Lebensdauer früher 750er- Motoren zu verbessern, baut Herbert Gerstner in Wilhelmshaven auf Wunsch den Zylinderkopf auf die größeren Tassenstößel und die Nockenwellen mit breiteren Nocken der 101er-Typen um. Jedoch gibt es für die kleineren Hauptlager im Motorblock keine Alternative.

Optimiertes Fahrwerk

In Sachen Fahrwerksoptimierung scheiden sich die Geister der Experten. Mit den erhältlichen Sportfedern ist kaum einer zufrieden, bei den Dämpfern gibt es unterschiedliche Meinungen. Peter Hagemeier vom Alfa Classic Center in Dortmund hat sogar in Druck- und Zugstufe einstellbare Dämpfer nach eigenen Vorgaben anfertigen lassen. Sinnvoll ist übrigens auch das von ihm angebotene Achsfangseil aus Edelstahl für vorn. Denn oft sind die oberen Kugelköpfe verbogen, weil beim Anheben des Fahrzeugs plötzlich das Seil reißt.

Knallharte PU-Buchsen hält Herbert Gerstner im Straßenbetrieb für untauglich. "Wichtiger für ein gutes Fahrverhalten ist es, die Schrauben der Schubstreben und des Reaktionsdreiecks erst dann festzuziehen, wenn das Auto mit zwei Personen besetzt auf der Erde steht", sagt er und ergänzt, "dann ist gewährleistet, dass die Lager nicht verspannt eingebaut sind und um ihre Ruhestellung schwingen". Wer härtere Gummibuchsen montieren lassen will, sollte auf die Erfahrungen der Werkstätten vertrauen, denn es gibt viele Billigprodukte auf dem Markt, die nicht lange halten.

Ein Plus an Fahrsicherheit in Kurven bringen natürlich auch etwas breitere Reifen – wie zum Beispiel im Format 175/70-15. Die Trommelbremsen, sofern sie intakt sind, funktionieren übrigens sehr gut. Lediglich die Besitzer einer Version mit vorderen Scheibenbremsen sollten sich einen Bremskraftverstärker gönnen.

Rückblende Alfa Romeo Giulietta Sprint, ams 5/1959

Von der Straßenlage der Giulietta Sprint erzählt man sich Wunderdinge, seit es dieses Auto gibt. Dazu trug entscheidend die Tatsache bei, dass die 90-PS-Veloce bei ihrem Auftauchen im Motorsportgeschehen die 60-PS-1,3-Liter-Porsche-Super völlig deklassierten, sehr häufig bessere Zeiten erzielten als die 75-PS-1600-Super und manchmal sogar als die 105-PS-1500-Carrera. Wie bei allen Wundergeschichten muss man zunächst das abziehen, was am Fahrer liegt. Der Rest ist aber auch noch genug.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
Autokredit berechnen
Anzeige
3D Felgenkonfigurator
Anzeige