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Austin-Healey Sprite, MG Midget

Foto: 11 Bilder

Wer mit seinem originalen Austin-Healey Sprite oder MG Midget nicht zufrieden ist, findet auf dem Markt ein großes Angebot an Teilen, um den kleinen Roadster aufzupeppen oder ihn sachte zu modernisieren.

13.04.2005 Powered by

Viel Fahrspaß zum kleinen Preis, diese Aussage bringt den Charakter der baugleichen Austin-Healey Sprite und MG Migdet auf den Punkt und hat bis heute Gültigkeit. Lediglich der Sprite Mk I, zu dem in der Midget- Reihe kein Gegenstück existiert, ist in Sachen Preise deutlich nach oben abgedriftet.

Viel Fahrspaß, kleiner Preis 

Der auf den Kosenamen Frogeye getaufte kleine Roadster kam 1958 auf den Markt und bot seinerzeit ein ganz besonderes Vergnügen: "Man darf ihn schneller machen, die dazu nötigen Teile werden von der Fabrik geliefert und alle Einbaudaten angegeben“, begeisterte sich damals Reinhard Seiffert in auto motor und sport.

Das britische Fachblatt "The Motor“ veröffentlichte im April 1959 einen Testbericht eines etwa auf 55 PS getunten Exemplars mit 4,55er-Achse, das sogar schon über vordere Scheibenbremsen, Speichenräder und eine zweiflutige Auspuffanlage verfügte. Mit 11,6 Sekunden für den Sprint von Null auf 80 km/h war es um 2,1 Sekunden schneller als die 42 PS starke Serienausführung.

Thema Tuning früh salonfähig

Obwohl also das Thema Tuning im Falle der Sprite und später auch der Midget schon zu deren Bauzeit salonfähig war, "belassen heute viele ihren Roadster im Originalzustand“, sagt Joachim Gunst aus Heidelberg, der seit vielen Jahren an britischen Autos schraubt. Einer der Gründe dafür sind nach seiner Meinung die im Vergleich zum Marktwert der Fahrzeuge relativ hohen Kosten für größere Modifikationen, besonders wenn sie eine Fachwerkstatt durchführt.

Deshalb greifen die Midget- und Sprite-Besitzer oft lieber selbst zum Schraubenschlüssel,wobei sie von den sehr guten Werkstatthandbüchern profitieren, die auf dem Markt verfügbar sind. Dennoch sollten Hobby-Schrauber ihre Fähigkeiten nicht überschätzen und bei manchen Arbeiten wie etwa an der Bremse vielleicht lieber doch die Hilfe eines Fachbetriebs in Anspruch nehmen.

An Modifikationen wird in diesem Bereich ein Bremskraftverstärker angeboten, die Umrüstung auf eine Zweikreisbremsanlage oder Scheibenbremsen für die vor Oktober 1962 gebauten Versionen. "Für die beiden letzteren Umbaumaßnahmen sind allerdings zur Zeit nicht mehr alle Neuteile verfügbar“,weiß Sprite- und Midget-Experte Kurt Sturm aus Baden-Baden. Deshalb hat Christoph Dorscheid in seiner Werkstatt in Friedrichsthal einen Sprite Mk I mit Hilfe moderner Bremskomponenten auf Scheibenbremsen umgerüstet.

Umrüstkits problemlos zu bekommen

Problemlos lieferbar sind dagegen Umrüstkits, mit denen die Fahrwerke der Sprite und Midget von Hebel- auf in der Härte verstellbare Teleskopstoßdämpfer umgebaut werden können, was laut Sturm für die Vorderachse "eine bessere Führung bedeutet und einen leicht negativen Sturz ermöglicht“. Der Umstieg auf Teleskopdämpfer bietet sich an,wenn die Hebelstoßdämpfer ohnehin erneuert werden müssten. Übrigens ist dieser Umrüstsatz auch für die Hinterachse erhältlich.

Eine weitere Optimierung des Fahrverhaltens bringt ein vorderer Querstabilisator, während die Transplantation der etwas weicheren hinteren Halbelliptikfederung in die frühen Versionen mit viertelelliptischen Federn in Sturms Augen keinen Sinn macht.

Besonders sportlich orientierte Fahrer geben sowieso der Urversion den Vorzug.Wenngleich die munteren Pferdchen der frühen Exemplare und der kräftig röhrende Auspuff für erstaunlich viel Fahrvergnügen sorgen, gelüstet es aber manchen der Roadster- Bändiger nach zusätzlicher Leistung. Oft wird dann nicht das klassische Tuning angewendet, wie damals vom Werk vorgeschlagen, sondern die Besitzer der 950 cm3- und 1100 cm3- Versionen besorgen sich gleich einen 1300er-Motor, der sich problemlos implantieren lässt.

Für diese vom Mini Cooper S bekannte Maschine gibt es außerdem zahlreiches Tuning-Zubehör, so dass es kein Problem ist, die serienmäßigen 65 PS zu toppen.Die 1100er-Maschine eignet sich übrigens weniger zum Tunen, weil sie ein Langhuber ist.

Um dann den gewonnenen Pferdestärken freien Lauf lassen zu können, gehört neben der bereits angesprochenen Fahrwerks- und Bremsenoptimierung im Prinzip auch ein "Fünfganggetriebe dazu“, meint Christoph Dorscheid.

Doch er weiß genau wie Kurt Sturm, dass diese in der Szene umstritten sind. Zwar lassen sich die von Ford oder Toyota stammenden Rädersätze besser schalten und bieten eine zusätzliche, längere Übersetzung, aber auf der anderen Seite stellen sie eine tiefgreifende Modifikation dar. Übrigens werden deshalb auch die dicken Gummistoßstangen der MG Midget Mk IV 1500 nur selten durch die früheren Chromausführungen ersetzt. "Die Teile kann man nicht einfach austauschen, sondern es sind aufwendige Blecharbeiten erforderlich“, warnt Gregor Müller,Typreferent vom MG Car Club Deutschland.

Lediglich das Tieferlegen der bei diesen Versionen um 25 Millimeter angehobenen Karosserie ist mit überschaubarem Aufwand und entsprechenden Federn zu bewerkstelligen.

In die Kategorie sinnvolle Veränderungen fallen zum Beispiel H4-Licht, eine moderne Schraubölfilterpatrone, eine kontaktlose Zündung "oder die Nachrüstung eines Ölkühlers und eines Ölthermometers“, meint Günter Brachlow aus Lippstadt, der prinzipiell den Originalzustand befürwortet. Doch wie empfehlenswert letztendlich eine Modifikation an einem Austin-Healey Sprite oder MG Midget ist, hängt vom entsprechenden Besitzer und seiner persönlichen Auslegung der eingangs erwähnten Aussage ab: "Viel Fahrspaß für wenig Geld.“

Rückblende Austin Healey Sprite, ams 1960

Das Netteste an ihm ist wohl seine Handlichkeit. Die Lenkung ist leichtgängig und genau, und darum lässt sich der Sprite auf kurvenreichen Straßen besonders gut fahren. Allerdings muss man sich davor hüten, die Lenkung allzu plötzlich zu verreißen, darauf reagiert er sofort mit einer Pendelbewegung um die Hochachse, die bei hohen Geschwindigkeiten nicht leicht zu beherrschen ist – Reinhard Seiffert in ams 25/1960.

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