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Citroën DS und ID

Foto: FACT 13 Bilder

Im Prinzip lieben die Besitzer von Citroën DS und ID ihr Auto so, wie es ist. Dennoch bleibt ein kleiner Spielraum für Optimierungen, die sich speziell im Alltagsbetrieb bewähren.

13.07.2006 Powered by

Die Sensation des Pariser Salons 1955 war zweifellos der Citroën DS – gefeiert als technisch revolutionär und fortschrittlich. Eben diese beiden Charaktereigenschaften bewirkten, dass die französische Limousine weniger alterte als andere Fahrzeuge und zumindest in einigen Punkten, wie etwa dem Federungskomfort, noch Jahrzehnte nach ihrer Präsentation up to date war.

Bis heute vergöttert

Wer also heute einen alltagstauglichen Klassiker mit hervorragenden Reisequalitäten sucht, ist mit einem solchen Auto bestens bedient. Michael Obermüller aus Stuttgart, Besitzer des abgebildeten Wagens, kann dies bestätigen. Er nutzt seine ID regelmäßig. "Nur Kleinigkeiten entsprechen nicht dem Original", sagt er, und genau darum geht es in dieser Geschichte.

Denn wer viel mit dem DS oder seinem Schwestermodell ID auf heutigen Straßen unterwegs ist, entdeckt zumindest ein paar Dinge, die es zu optimieren lohnt. Als besonders hervorhebenswert erscheinen in diesem Zusammenhang alle Aktivitäten, die der Sicherheit des Autos zugute kommen.

Dazu zählen Automatik-Sicherheitsgurte vorn und hinten sowie Kopfstützen, die sich an den Vordersitzen nachrüsten lassen, sofern sie nicht schon vorhanden sind. Die Kopfstützen werden entweder seitlich an der Lehne befestigt oder in die Lehne eingesteckt, was empfehlenswerter ist. Doch meist fehlen dazu die entsprechenden Aufnahmen. Diese lassen sich zwar nachrüsten, was allerdings Schweißarbeiten erfordert.

Sicherheitsthema optimieren

DS-Guru Dirk Sassen in Düsseldorf hat noch eine Reihe weiterer sicherheitsrelevanter Verbesserungen im Programm. Da wäre zum Beispiel die Umrüstung auf einen elektronischen Blinkerschalter für Modelle bis Baujahr 1968 erwähnenswert. Die dazugehörigen Teile gibt es im Austausch. "Das originale Blinkerrelais mit Bi-Metall reagiert einfach zu träge, und bei einem Spurwechsel auf der Autobahn leuchtet oft erst der Blinker auf, wenn man schon fast auf der anderen Seite ist", erläutert Sassen den Sinn dieser Verbesserung, die auch eine konstantere Blinkfrequenz zur Folge hat.

Sassen bietet übrigens noch ein Reihe weiterer optimierter Elektrik-Bauteile an wie einen Anlasser, der dank höherer Drehgeschwindigkeit das Starten des Motors erleichtert. Oder eine Drehstromlichtmaschine, die nicht nur der bis 1967 verwendeten Gleichstromlichtmaschine überlegen ist, sondern auch das danach in der Serie verwendete Drehstromaggregat deutlich in der Leistung übertrifft.

Auch die bei Modellen bis Baujahr 1968 nachrüstbare elektrische Betätigung der Scheibenwaschanlage ist ein deutlicher Fortschritt. "Außerdem kann man noch eine Intervallschaltung für die Scheibenwischer ergänzen", sagt Stefan Schneider, der Inhaber einer Citroën-Werkstatt in Geislingen bei Balingen.

Offenbar widmen die DS- und ID-Besitzer besonders dem Interieur viel Aufmerksamkeit, denn oft bleibt es nicht nur bei den bereits genannten Optimierungen. "Beliebt ist auch das so genannte Pallatisieren", erklärt SM- und DS-Spezialist Volker Hammes aus Kaarst. Das bedeutet, dass gern die hochwertigeren Ausstattungsdetails wie Sitze, Verkleidungen oder Teppiche des Pallas in die Normalversionen übernommen werden.

Unverändert bleibt dagegen das Fahrwerk mit der genialen hydropneumatischen Federung – mit Ausnahme der Reifen. "Die Originalbereifung von Michelin ist zwar noch erhältlich, aber relativ teuer", meint DS-Club-Präsident Martin Kraut.

Aufwändige Reifentests

Der Club arrangierte deshalb einen aufwändigen Reifentest auf dem Prüfgelände eines Reifenherstellers. Dabei zeigte sich, dass die von Citroën mittlerweile freigegebene Größe 205/65R15H zumindest in der Version von Continental für einen leichten Vorteil bei den Fahreigenschaften sorgt. Außerdem sind Gummis in dieser Größe günstiger und besser verfügbar, aber eben nicht ganz original.

Nicht original ist auch die derzeit sehr beliebte 123-Ignition, eine kontaktlose Zündung mit rein elektronischer Verstellung in einem dem Serienteil nachempfundenen Verteilergehäuse. "Der Einbau bietet sich speziell dann an, wenn der alte Verteiler verschlissen ist", meint der Technikreferent des DS-Clubs, Jürgen Peters. "Außerdem ist eine Rückrüstung unproblematisch", ergänzt er.

Weniger gefragt ist Motortuning, obwohl der DS bei Rallyes recht erfolgreich war. Wer sein Auto für den Motorsport präparieren will, findet in Südfrankreich beim ID- und DS-Spezialisten LHS (Languedoc Hydrolic Service) entsprechende Hilfe.

Motortuning kaum gefragt

Für den Alltagsbetrieb werden gelegentlich ID und DS mit den stärkeren Motoren der späteren Modelle versehen. "Es können aber auch alle DV- und DY-Motoren auf den Stand des DS 21 gebracht werden", weiß Dirk Sassen. Und das Thema Kat? Schon vor Jahren gab es für den DS einen geregelten Katalysator. Zurzeit sind aber nur noch Matrix-Kats für Vergasermodelle erhältlich.

Grundsätzlich halten sich also die für den DS angebotenen Modifikationen im Rahmen und spiegeln das Bild der Szene wider. "Es wird zunehmend Wert auf Originalität gelegt", stellt Martin Kraut fest.

Rückblende: So urteilte ams 1963 über die Citroën DS 19

Beim DS sind nahezu alle Federungsprobleme gelöst. Die reibungsarme Radaufhängung an Schwingarmen und die vorn und hinten sehr geringen ungefederten Massen sorgen für sehr leichtes Ansprechen auf geringste Bodenunebenheiten, und zwar bei niedrigen Anforderungen an die Stoßdämpfung. Gute Federung bedingt ständigen Bodenkontakt aller Räder, und darum ist sie auch eine wertvolle Voraussetzung für gute Fahreigenschaften. Es ist also kein Wunder, daß der DS 19 auch zu den bestliegenden Wagen der Welt gehört – auto motor und sport 11/1963

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