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Besser machen

Porsche 356

Foto: FACT 10 Bilder

Auch das Fahren in seiner schönsten Form lässt sich perfektionieren. Ein paar Tricks machen den Porsche 356 alltagstauglicher und sportlicher.

13.05.2004 Powered by

Kein Zweifel, zu seiner Zeit machte sich der Porsche 356 einen Namen als flinker und zuverlässiger Sportwagen, der in den Siegerlisten von Rennen und Rallyes meist ganz vorn zu finden war. Mittlerweile sind rund 50 Jahre vergangen, und selbst Kleinwagen legen heute ein Tempo vor, das manche der jetzigen 356-Besitzer animiert, ihrem Auto eine kräftigende Verjüngungskur zu spendieren.

Die Urversionen bleiben aber weit gehend unangetastet. "Das sind Sammlerobjekte, mit denen relativ wenig gefahren wird", weiß Wolfgang Reile von Classic Power in Schorndorf. Die A-, aber besonders die B- und C-Modelle röhren dagegen sehr häufig durch die Lande, und einige dieser Fahrzeuge haben einen mehr oder weniger tiefen Eingriff in ihre Technik hinter sich. Es müssen jedoch nicht gleich Tuning- Maßnahmen sein. Manches dient auch der Verbesserung von Alltagstauglichkeit und Sicherheit, wie etwa die Umrüstung der Elektrik auf zwölf Volt.

"Das ist schon fast Standard", meint Experte Ingo Stimming aus Bad Segeberg. Kein Wunder, denn bei dieser Modifikation überwiegen die Vorteile: "Zwölf-Volt-Lampen gibt es an jeder Tankstelle. Und sollte mal Starthilfe nötig sein, kann die problemlos von modernen Autos geliefert werden", erklärt Reiner Telkamp. Besonders hebt der in Ludwigsburg ansässige 356-Spezialist aber das damit möglich gewordene, kräftigere Abblend- und Fernlicht hervor, das den romantischen, aber zum sicheren Fahren untauglichen Kerzenschein der Sechs-Volt-Version vergessen lässt.

Richtig hell mit H4-Birnen

Richtig hell wird es mit H4-Birnen oder gar durch den Einbau von H1-Scheinwerfern aus den frühen 911-Modellen. Der aktiven Sicherheit kommt natürlich auch die Umrüstung auf eine Zweikreis- Bremsanlage zugute, die sogar mit TÜV angeboten wird. Zudem können beim B-Modell mit breiteren Bremstrommeln aus dem Carrera oder der Implantation von Scheibenbremsen aus dem 356 C beeindruckendere Bremswerte erzielt werden.

Wer auf Nummer sicher geht, zieht bestimmt auch die Montage von Sicherheitsgurten in Erwägung, die allerdings nur im Verbund mit Kopfstützen von Nutzen sind. Deshalb liegt es nahe, statt der simplen so genannten Schlummerrolle gleich einen robusteren Sportsitz im zeitgenössischen Outfit einzubauen, der gleichzeitig mehr Seitenhalt bietet. Das wissen besonders jene Fahrer zu schätzen, die ein fahrwerksoptimiertes Exemplar durch die Kurven scheuchen und dann kräftigen Querbeschleunigungen ausgesetzt sind.

Die Rezepte zur Fahrwerksoptimierung basieren alle auf ähnlichen Zutaten. Dazu zählen breitere Felgen und Reifen, ein dickerer Querstabilisator, härtere Drehfederstäbe, eine hintere Ausgleichsfeder und spezielle Stoßdämpfer. Die Dosierung der einzelnen Komponenten sollte in Absprache mit der Werkstatt den speziellen Bedürfnissen angepasst werden. So findet Karl Hloch zwar Koni-Dämpfer okay. "Aber Bilstein sind für meinen Geschmack zu hart", sagt der Porsche-Experte aus Schorndorf, dem bei Modifikationen daran liegt, den ursprünglichen Charakter des 356 zu erhalten. Wer übrigens den 356 großzügig tiefer legt, sollte im Gegenzug das Getriebe höher setzen, "um einen zu großen negativen Sturz an der Hinterachse zu vermeiden", meint Telkamp.

Zur Perfektionierung des Fahrverhaltens bietet er außerdem in seinem Auftrag gefertigte steifere Getriebe und Motorlagerungen an. Denn aus dem Porsche 356 Cup weiß er, dass eine zu weiche Lagerung dem Getriebe zu viel Bewegungsspielraum lässt, was letztendlich auch die Hinterachsgeometrie beeinflusst. Aber der 356 soll ja nicht nur in der Kurve schneller sein, sondern auch auf der Geraden.

Boxormotor ein dankbares Tuningobjekt

Der Boxermotor erweist sich zum Glück als dankbares Tuningobjekt. So ist es kein Hexenwerk, einem 1600 C-Motor mehr Leistung zu entlocken, als auf dem Papier angegeben. Da genügt unter Umständen schon eine nach heutigen Maßstäben qualitativ hochwertige Überholung des Triebwerks. Mit einem Sportauspuff und angepasster Vergaserabstimmung beziehungsweise mit 40er-Doppelvergasern sind nochmals ein paar zusätzliche Pferdestärken drin. Mit größerem Aufwand lassen sich 140 PS und mehr herauskitzeln.

"Aber wer eine rundum alltagstaugliche Maschine erwartet, sollte sich mit etwa 110 PS zufrieden geben", sagt Reile. Als Ergänzung bietet sich noch eine Umrüstung auf Ölfilter im Hauptstrom an, was den Verschleiß im Motor reduziert. Natürlich hat ein modifizierter 356 keine Chancen auf den Sieg bei einem Concours d’Elégance. Aber manchen ist eben ein 356 mit besserem Fahrverhalten und mehr Temperament wichtiger. In dieser Beziehung hat die optimierte Version gegenüber dem Original eindeutig gewonnen.

Daran besteht kein Zweifel.

Rückblende Porsche 356 C, ams 23/1963

Die letzten Verbesserungen führten zum 356 C und brachten den Verzicht auf den 60 PS-Typ mit sich. Das hat seine Berechtigung, weil die Leistungsansprüche allgemein gestiegen sind. Die 75-PS-Version ist leistungsmäßig den schnellen Tourenwagen gewachsen. Aber trotzdem wird jeder, der Spaß am schnellen Fahren hat, den 20 PS stärkeren SC-Motor vorziehen. Mit Fahrwerksveränderungen hat niemand gerechnet. Die Verstärkung des vorderen Stabilisators wirkt der Neigung zum Übersteuern entgegen. Reinhard Seiffert.

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